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Drei Kilometer Akten

Im fensterlosen Neubau des Grundbuchamtes sind die Ordner klimatisiert untergebracht. Aber die Zeit des Papiers ist vorbei.

Urkundsbeamtin Ronny Löbner zieht aus dem Archiv des Grundbuchamtes eine von rund 80.000 Akten, die dort untergebracht sind.
Urkundsbeamtin Ronny Löbner zieht aus dem Archiv des Grundbuchamtes eine von rund 80.000 Akten, die dort untergebracht sind. © Christian Essler

Döbeln. Bei 37 Grad Celsius Außentemperatur sei es in den Räumen sehr angenehm, sagt die Pressesprecherin des Amtsgerichts Döbeln Karin Fahlberg.

Sie meint das Archiv des Grundbuchamtes, das im fensterlosen Neubau hinter dem Nebengebäude des Gerichts entstanden ist. Rein architektonisch ist das Haus keine Besonderheit, aber sehr zweckmäßig. Denn damit die Akten möglichst lange unbeschädigt halten, werden sie in dunklen, klimatisierten Räumen untergebracht. „Dort herrschen immer zwischen 20 und 25 Grad“, erklärt die Leiterin des Grundbuchamtes Ute Preuße. Auch die Luftfeuchtigkeit wird automatisch reguliert.

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Das Archiv des Grundbuchamtes befindet sich jetzt in drei, insgesamt 270 Quadratmeter großen Räumen. Dicht an dicht lagern dort Akten in Rollanlagen, die aus jeweils 20 Segmenten bestehen. Jedes ist sechs Meter lang, 2,40 Meter hoch und 70 Zentimeter tief. Insgesamt bietet das Archiv Platz für knapp drei Kilometer Akten. Sortiert sind diese nicht nach Namen, sondern nach den Grundbuchbezirken aus den 1950er-Jahren.

Die ältesten Akten wurden etwa um das Jahr 1800 angelegt. „Das Papier ist gut erhalten, nur die Ränder bröseln etwas“, so Ute Preuße. Zuletzt wurden im April 2018 neue Formulare in die Ordner einsortiert. Denn seit Mai vergangenen Jahres werden alle Akten in Döbeln elektronisch erfasst und zusätzlich in einer Leitstelle in Dresden gesichert. 

„Auch den Notaren übermitteln wir die Dokumente nur noch elektronisch“, so die Leiterin des Grundbuchamtes. Allerdings können die Bürger ihre Anträge weiterhin auf Papier einreichen. Das werde dann zur weiteren Bearbeitung eingescannt, so Ute Preuße.

Das Grundbuchamt sei in dieser Beziehung Vorreiter am Döbelner Amtsgericht, meint Karin Fahlberg. In allen anderen Abteilungen werde noch auf die herkömmliche Art gearbeitet.

Mit dem Neubau des Grundbuchamtes ist auch eine Konzentration der Abteilungen erfolgt. Die Nachlass- und die Zivilabteilung befinden sich jetzt komplett in der Außenstelle Hainichen des Amtsgerichtes und die Straf-, Betreuungs- und Familienabteilung sowie das Grundbuchamt in Döbeln. Während Letzteres weiterhin im Nebengebäude und dem Neubau zu finden ist, sind die Betreuung und der soziale Dienst in das Haupthaus umgezogen.

In den fünf Jahren, in denen das Grundbuchamt in das Kasernengebäude an der Kunzemannstraße ausgelagert war, wurde nicht nur der Neubau hochgezogen, sondern auch das alte Nebengebäude komplett saniert. Dadurch haben sich sowohl die Bedingungen für die sieben Rechtspfleger und acht Urkundsbeamten verbessert, als auch für die Besucher.

Für einen behindertengerechten Zugang wurde eine Rampe an- und innen ein Fahrstuhl eingebaut. Es gibt auch eine Behindertentoilette. Die Aufteilung der Räume wurde verändert. Sie haben große Fenster, sind hell und neu möbliert.

Der Freistaat Sachsen investiert in den Neubau und den Umbau des Eingangsbereiches im Haupthaus rund vier Millionen Euro. Gefördert wird der Betrag nicht.

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