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Politik

Drei Männer tief aus dem Westen

Die Anforderungen in der Stellenbeschreibung für den nächsten CDU-Anführer sind hart. Röttgen, Merz und Laschet wagen es. Ein Kommentar.

Egal, wie sich die CDU entscheidet: Die nächste Kanzlerin wird wohl ein Mann.
Egal, wie sich die CDU entscheidet: Die nächste Kanzlerin wird wohl ein Mann. © dpa/SZ

Die Volkspartei CDU steckt in einer erheblichen Krise. Am Ende Ära Merkel, in der Partei geschätzt oder gelitten, weil sie ihr immer Mehrheiten, teils sogar satte, garantierte, ist die Lage inzwischen nicht mehr so komfortabel. Merkels lange erfolgreicher Stil wird von den einem – grob formuliert – als eine Entstaubung oder Modernisierung der CDU gewürdigt. 

Andere erkennen mehr eine Anpassung an den Zeitgeist, bei der zu viel Profil und konservative Werte hinten runter gefallen sind. Kurzum und holzschnittartig: Rechts von der Union wurde mit der AfD eine Partei zugelassen, die sich inzwischen im Bundestag und in allen Landtagen etabliert hat. Und in den Städten mit einer jüngeren, urbanen und mobilen Bevölkerung wird die CDU von anderen Wettbewerbern überholt oder gar abgehängt.

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Die Anforderungen in der Stellenbeschreibung für den nächsten CDU-Anführer sind fast unerfüllbar: Er soll die Partei wieder ein wenig nach rechts zu rücken, ohne mit der Ära Merkel zu brechen. Merkels eigene Nachfolge-Regelung für Partei und Kanzleramt mit Gretel aus dem Saarland hat nicht funktioniert. Jetzt wollen es drei Männer tief aus dem Westen richten. Die besten Chancen auf dem Papier hat Armin Laschet. Er hat Regierungserfahrung, auch noch schwarz-gelbe. Laschet steht mehr für ein „Weiter so“ in der Merkel-Tradition, gilt aber nicht nur deswegen in der CDU vielen als zu liberal. 

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Doch mit Jens Spahn im Beiwagen kann er vielleicht manche Konservative und auch etliche aus der Jungen Union gewinnen. Dieses Team wurde allerdings nicht aus Nächstenliebe gebildet, sondern vor allem um Friedrich Merz zu verhindern. Merz setzt zuerst auf Merz. Und dann setzt der Mann, für viele einer aus der Vergangenheit, rhetorisch geschickt auf Aufbruch und Erneuerung. Sein Neuanfang könnte man auch übersetzen mit einem Besinnen auf frühere Tugenden. Oder prägnanter: Auf einen Bruch mit vielem der Merkel-Politik. 

Norbert Röttgen, zurecht Muttis Klügster, hat in diesem Zweikampf allenfalls Außenseiter-Chancen. Doch egal, wie sich die CDU entscheidet: Die nächste Kanzlerin wird wohl ein Mann.

E-Mail an Peter Heimann