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Drei Männer und eine Unbekannte

Am 31. August wählt Thiendorf einen neuen Bürgermeister. Schon jetzt kennt die SZ die Kandidaten, darunter eine Frau.

Von Werner Peters

Die Ära Armin Freund geht im Dezember zu Ende. „Mit 65 ist Schluss“, hat der „ewige Bürgermeister“ bereits vor über einem Jahr angekündigt. Wer in seine Fußstapfen tritt, entscheiden die Wähler eigentlich erst am 31. August. Da jedoch fast alle der infrage kommenden Bürgermeisteranwärter zur Gemeinderatswahl im Mai antreten, ist dieser Urnengang bereits ein erster Stimmungstest.

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Noch ist die Bürgermeister-Bewerberin die große Unbekannte.
Noch ist die Bürgermeister-Bewerberin die große Unbekannte.
Gunter Bauschke arbeitet in der Bodenverwertungsgesellschaft.
Gunter Bauschke arbeitet in der Bodenverwertungsgesellschaft.
Friedemann Böhme ist Busfahrer und Wehrleiter.Fotos: K.-Dieter Brühl
Friedemann Böhme ist Busfahrer und Wehrleiter.Fotos: K.-Dieter Brühl

Auf den Stimmzetteln steht dann der Name einer neuen politischen Gruppierung. Die „Freie Liste für die Zukunft unserer Dörfer“ wurde jedoch nicht ganz freiwillig von Friedemann Böhme gegründet. Weil der parteilose Thiendorfer Gemeindewehrleiter Ende August auch für das Bürgermeisteramt kandidiert, darf er bei der Gemeinderatswahl nicht mehr für die CDU antreten. Der 52-Jährige aus Ponickau rechnet sich ernsthafte Chancen aus, hauptamtlich in die Gemeindeverwaltung zu wechseln. Durch seine ehrenamtliche Tätigkeit bei den Floriansjüngern und als langjähriger Gemeinderat ist sein Name im Dorf ein Begriff. Mit leeren Versprechungen wird er nicht antreten. „Weil ich meine Arbeit mache“, hofft Böhme, der bei einem Busunternehmen tätig ist, auf genügend Zuspruch der Wähler.

Böhme, Bauschke, Bewilogua

Für die CDU wurde bislang nur im Buschfunk Gemeinderat Ronald Bewilogua als „Kronprinz“ gehandelt. Nun aber ist es zumindest halbamtlich. Der Chef der Sackaer Soundschmiede bestätigt gegenüber der SZ seine Ambitionen. Der selbstständige Unternehmer legt aber Wert auf die Feststellung, dass es in der CDU-Ortsgruppe noch keine offizielle Nominierung gegeben hat. Gedanklich hat sich Bewilogua aber schon vor längerer Zeit mit dem Gedanken angefreundet, auf dem Chefsessel im Gemeindeamt Platz zu nehmen. „Mein Wunsch Bürgermeister zu werden besteht, seit bekannt ist, dass Herr Freund in den Ruhestand geht“.

Fragt man Insider im Dorf nach dem Namen weiterer infrage kommender Personen, fällt unweigerlich der Name von Gunter Bauschke aus Welxande. Dieser sorgte kürzlich im Gemeinderat für eine Art Knalleffekt. Denn er macht keinen Hehl daraus, dass man die Thiendorfer Bürger fragen muss, was sie von einer Fusion mit Tauscha halten. Auf die Gretchenfrage Bürgermeisteramt angesprochen gibt es momentan weder ein Ja noch ein Dementi. Frühaufsteher Bauschke, bei dem halb vier Uhr morgens der Wecker klingelt, sitzt beruflich fest im Sattel und unterliegt von daher keinen Zwängen.

Nahziel ist für ihn zunächst der Wiedereinzug in den Gemeinderat für den regionalen Bauernverband.

Bemerkenswert: Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass es auch eine weibliche Kandidatin geben könnte. Die junge Frau hadert nach eigenen Worten „mit sich selbst“. Ihren Namen will sie (noch) nicht in der Zeitung lesen. Die endgültige Entscheidung, ob sie sich von ihrer Partei aufstellen lässt, fällt vermutlich erst im Juli.

Und so sieht der offizielle Fahrplan für die Bürgermeisterwahl in Thiendorf aus. Im Dezember geht der jetzige Amtsinhaber in den Ruhestand. Wahltermin wäre dann der 31. August zusammen mit den Landtagswahlen. Spätestens 90 Tage vor dem Urnengang muss die öffentliche Bekanntmachung der Bürgermeisterwahl erfolgen. Danach haben die Kandidaten bis Ende Juli Zeit ihre Wahlbewerbung beim Gemeindewahlausschuss einzureichen.