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Drei Monate Berlin-Pause

Manuela Schwesig geht in Mutterschutz. Aber die Rückkehr ins Familienministerium ist selbstverständlich. Für die SPD ist die 41-Jährige unersetzlich.

© dpa

Von Thomas Lanig, Berlin

Natürlich freut sich Manuela Schwesig auf die Babypause. Drei Monate lang keine Kabinettssitzung, keine Pressekonferenz, kein Streit mit dem Koalitionspartner, kein Ärger mit den Parteifreunden. Von Sonntag an ist die SPD-Familienministerin im Mutterschutz. Rückkehr am 1. Mai, Tag der Arbeit – „wie es sich für eine brave Sozialdemokratin gehört“, sagt Schwesig. Auch wenn es ein Sonntag ist.

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Aber vollkommene Konzentration auf das neue Familienmitglied – es wird ein Mädchen – ist wohl illusorisch. „Ich bin ja nicht aus der Welt“, sagt die 41-Jährige wie zum Trost für ihre Mitarbeiter. Das eine oder andere Telefonat von ihrem Wohnort Schwerin nach Berlin werde es sicher geben. Völlige Funkstille sei unrealistisch, heißt es. Schwesig sieht sich aber auch in einer Vorbildfunktion und will sich an die gesetzliche Frist – sechs Wochen vor, bis zu acht Wochen nach der Geburt – im Großen und Ganzen halten.

Andrea Nahles war SPD-Generalsekretärin, als sie 2011 ihre Tochter zur Welt brachte. Nach acht Wochen nahm auch sie ihre Arbeit wieder auf. Als Arbeits- und Sozialministerin seit 2013 ist ihre Belastung kaum geringer geworden. Vor Kurzem gaben sie und ihr Ehemann die Trennung bekannt.

Von einer „Vereinbarkeitslüge“ ist öfter die Rede, aber Schwesig arbeitet daran, dass es besser wird: Elternzeit, Elterngeld Plus, Kita-Ausbau. Es passt ja gut, dass ihre politischen Schwerpunkte dicht bei ihrer Lebenserfahrung als berufstätige Mutter liegen. Dazu das Thema Lohngerechtigkeit, die Umsetzung der Frauenquote und nicht zuletzt der Mutterschutz etwa auch für Schülerinnen und Studentinnen, das sind genau ihre Themen.

Keine Frage: Schwesig hat noch viel vor. Schon in den ersten zwei Jahren als Ministerin hat sich die SPD-Politikerin und frühere Steuerfahnderin zu einem großen Plus für ihre Partei entwickelt. Beim Parteitag Mitte Dezember bekam sie das beste Ergebnis aller Spitzengenossen. Mit 92,2 Prozent wurde sie als Parteivize wiedergewählt. Sie habe im Alleingang ein ganzes Politikfeld für die Partei erfolgreich besetzt, heißt es anerkennend aus der SPD-Führung.

Als vor ein paar Wochen über eine mögliche Doppelspitze bei den Genossen debattiert wurde, fiel wie selbstverständlich ihr Name. Schwesig aber kann warten. Die Zeit spielt für sie. Erst einmal geht ihr Mann Stefan für ein Jahr in Elternzeit. Beim ersten Kind – Sohn Julian kam 2007 auf die Welt – war es umgekehrt. (dpa)