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Der Zwei-Meter-Wels

In kurzer Zeit hat ein Hobbyangler drei riesige Fische an Land geholt. In der Pfanne sind die allerdings nicht gelandet.

Von Steffen Neumann

Das nennt man Anglerglück. Jan Dorant holte letzte Woche einen zwei Meter langen Wels aus der Elbe unterhalb von Lovosice (Lobositz). Den fast 50 Kilogramm schweren Koloss zog er in nur 20 Minuten an Land. So einen großen Fisch hatte er in der Elbe noch nie geangelt. Doch das sollte nicht sein einziger Angelerfolg an diesem Abend bleiben. Zuvor hatte er schon einen 17 Kilogramm schweren Nacktkarpfen an der Leine. Auch nach dem Wels hatte Dorant noch eine Angel im Wasser, rechnete aber nicht mehr mit einem großen Fang. Er sollte sich täuschen. Den krönenden Abschluss bildete ein über einen Meter langer Graskarpfen. Und wer weiß wenn nicht das Nachtfangverbot wäre, hätte Dorant vielleicht noch mehr kapitale Fänge gemacht.

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„Sicher ist es keine Seltenheit, große Fische aus der Elbe zu holen. Die heutige Technik macht das möglich. Aber drei kapitale Fänge unterschiedlicher Fischarten in so kurzer Zeit, das muss mir erst mal einer nachmachen“, erzählt Dorant stolz.

Angeln ist sein Hobby schon seit frühester Kindheit. Seit er direkt an der Elbe sein Wochenendhäuschen hat, kann er sich noch intensiver um die Fische kümmern. Denn ehe man mal einen so großen Wels an der Angel hat, ist viel Vorarbeit nötig. „Ich kenne das Profil des Flusses und füttere regelmäßig an.

Den Wels kannte ich schon und wollte ihn endlich mal an der Angel haben“, gibt Dorant Einblick in sein Hobby. Doch auf dem Esstisch landete keiner der drei Fische. Das liegt nicht nur daran, dass bei Dorant, der hauptberuflich einen Gourmet-Lieferservice betreibt, Fisch ohnehin nicht ganz oben auf der Speisekarte steht. Ihm geht es um einen fairen Umgang mit den Tieren. „Ich gebe alle Fische aus Prinzip wieder frei“, beteuert er.

Regel ist das in Tschechien allerdings nicht. Im Gegenteil, Dorants Prinzip sehen viele auch anders, wie Milos Urych, Vizevorsitzender des Tschechischen Anglerverbands. „Wirtschaftlich macht das keinen Sinn, denn so ein großer Wels frisst auch große Fische, die dann nicht geangelt werden können“, sagt Urych. Außerdem könne jener Wels, der Urych auf 25 Jahre schätzt, in der Elbe nicht mehr viel älter werden. „Mit 50 Kilo wird er langsam zu schwerfällig für die Nahrungssuche“, so Urych.

Der Welsbestand in der Elbe ist dagegen so gut, dass man sich keine Sorgen machen muss. Deshalb hat der Anglerverband auch das Fangverbot von mindestens 90 auf 70 Zentimeter Fischgröße gesenkt. Auch anderen Fischen geht es gut. Das liegt nicht nur an der besseren Wasserqualität, sondern auch an den Hochwassern der letzten Jahre, die viele Fische aus böhmischen Fischteichen in die Elbe gespült hatten. Zu den Neulingen in der Elbe gehört auch der Lachs, der nach seiner Aussetzung in den Nebenfluss Ohre (Eger) wieder zurückgekehrt ist.