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Drei Sterne für Ruppersdorf

Der Kita „Storchennest“ wurde der Herrnhuter Stern gestohlen. Der Empörung folgte Hilfe von vielen Seiten.

© privat

Von Steffen Gerhardt

Freude steht in den Gesichtern der Mädchen und Jungen sowie ihrer Erzieherinnen in der Kita Ruppersdorf. Sie können das kommende Weihnachten wieder einen Herrnhuter Stern über der Eingangstür aufhängen und leuchten lassen. Und nicht nur diesen einen. Jetzt haben sie sogar die Auswahl von drei Sternen, an denen sie sich erfreuen können. Dank dreier Spender, die von dem Diebstahl so berührt waren, dass sie gleich helfen wollten. Denn Unbekannte hatten den gelben Herrnhuter Stern über der Eingangstür am zweiten Januarwochenende gestohlen. Als montags die Kinder wieder in ihr „Storchennest“ kamen, leuchtete früh kein Stern mehr. „Umso größer war die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass unser Stern gestohlen wurde“, sagte Kita-Leiterin Kerstin Bismark. Der SZ berichtete sie von der dreisten Tat und die Redaktion schrieb darüber in der Zeitung und im Internet.

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Noch am selben Abend meldete sich eine Frau aus der Nähe von Aschaffenburg und schrieb, dass sie einen neuen Stern kauft. Auch wenn sie ihren Namen nicht veröffentlichen will, sagte sie, dass sie eine enge Bindung in die Oberlausitz habe, schließlich stamme sie aus Obercunnersdorf. Daher kennt sie auch die Kita im Nachbardorf. „Ich werde den Kindern etwas Gutes tun und bestelle ihnen einen neuen Stern in der Herrnhuter Manufaktur“, sagte sie zur SZ. Gesagt, getan. Inzwischen ist der Stern im „Storchennest“ angekommen und wartet darauf, zusammengebaut zu werden.

Aber die ehemalige Obercunnersdorferin war nicht die Einzige mit der Idee, einen neuen Stern zu besorgen. Auch der Oderwitzer Unternehmer Tino Fünfstück war sofort bereit, für einen neuen Stern in der Kindereinrichtung zu sorgen. „Ich habe über den Diebstahl auf Facebook gelesen und gleich nachgefragt, ob ein neuer Stern gebraucht wird“, erzählt der Chef einer Firma für Blitzschutz. Aus der Kita kam ein klares Ja. Denn dass auch jemand im weit entfernten Aschaffenburg für einen Neuerwerb sorgt, war zu diesem Zeitpunkt in der Kita noch nicht bekannt. „Ich bin nach Herrnhut gefahren und habe einen gleichgroßen Stern in der Manufaktur gekauft und den Kindern vorbeigebracht“, berichtet Tino Fünfstück.

Die Freude war riesengroß, sagt die Kita-Leiterin. Schließlich wussten alle, dass sie zwei Sterne bekommen werden, beide mit roten und weißen Zacken. Doch damit fand das Glück noch nicht sein Ende. „Eine Frau aus Kleinradmeritz meldete sich bei uns und spendete 15 Euro für den Kauf eines neuen Sterns“, berichtet Kerstin Bismark. Denn Karola Rudolph hatte auch darüber gelesen und war empört über diese Tat. „Die Kinder brauchen wieder einen Stern, dabei werde ich sie unterstützen“, sagte sie sich und entschloss sich zu ihrer Geldspende.

Seit 2013 hing der geklaute Stern zur Weihnachtszeit an der Kita. Bezahlt haben ihn die Kinder von dem Geld, dass sie zum Oma- und Opa-Tag einnahmen. Somit hatte für sie der Stern nicht nur einen materiellen, sondern auch einen ideellen Wert. Er erinnerte sie mit seinem Leuchten an den gemeinsamen Tag, der jetzt auch schon wieder drei Jahre her ist. Seitdem leuchtet der Stern den Kindern zur Weihnachtszeit den Weg. Und das wird er auch in diesem Jahr wieder tun. „Wir sind überaus dankbar für die Anteilnahme und Unterstützung und freuen uns auf den Herrnhuter Sternenglanz im kommenden Advent“, bedankt sich die Kita-Leiterin bei den drei Spendern. Für die gespendeten 15 Euro soll noch ein dritter Herrnhuter Stern gekauft werden, der im Hort leuchten wird.