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Döbeln

Drei Tage Streik bei Edeka

Im Berbersdorfer Zentrallager sind 100 Mitarbeiter in den Ausstand getreten. Das wird sich in den Regalen auswirken.

Die Mitarbeiter des Edeka-Zentrallagers in Berbersdorf haben in dieser Woche für drei Tage erneut, so wie hier Anfang Juni, ihre Arbeit niedergelegt.
Die Mitarbeiter des Edeka-Zentrallagers in Berbersdorf haben in dieser Woche für drei Tage erneut, so wie hier Anfang Juni, ihre Arbeit niedergelegt. © Archiv/Verena Toth

Berbersdorf. Die Stimmung ist bombastisch, sagt Ronald Fritz. Die Sonne strahlt vom stahlblauen Himmel, der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite. Zu feiern haben die mehr als 100 Mitarbeiter des Edeka-Zentrallagers aber eigentlich nichts. Noch nicht. Sie kämpfen stellvertretend für ihre Kollegen des Großhandels für einen besseren Lohn.

Dafür legen sie drei Tage ihre Arbeit komplett nieder. Bis Mittwoch, 23 Uhr, wollen die Kommissionierer, Lageristen und Lkw-Fahrer die Arbeit verweigern und mit ihrem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Bereits Anfang Juni hatten sich die Mitarbeiter in Berbersdorf an einem Warnstreik im Kampf um eine bessere Entlohnung beteiligt.

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„Unser Ausstand wird sich spätestens morgen in den Supermärkten auswirken. Es könnten durchaus einige Regale mit Obst und Gemüse oder auch bei den Molkereiprodukten leer bleiben, beziehungsweise erst verspätet wieder aufgefüllt werden“, erläutert Ronald Fritz, Mitarbeiter im Wareneingang im Berbersdorfer Edeka-Lager und Mitglied der Tarifkommission. Von dem Großlager aus werden über 500 Märkte in Sachsen und Thüringen, darunter in Mittelsachsen in Döbeln, Roßwein, Oederan und in Brand-Erbisdorf beliefert.

Darüber sprechen dürfen die Filialleiter der Edeka-Märkte allerdings nicht. Und auch die Konzernführung schweigt. „Zu den aktuellen Tarifverhandlungen und darüber hinaus nehmen wir keine Stellung“, heißt es von Stefanie Schmitt aus dem Vorstandssekretariat der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung in Rottenburg auf Nachfrage des DA.

Die Mitarbeiter werden von der Gewerkschaft ver.di vertreten.
Die Mitarbeiter werden von der Gewerkschaft ver.di vertreten. © Jörg Hamann

Auch Dresdener Supermärkte werden von den gestörten Abläufen in dem Großlager in Berbersdorf betroffen sein. Einige könnte es dort sogar ganz besonders hart treffen. Denn auch die Mitarbeiter des Einzelhandels kämpfen in diesen Tagen um einen besseren Lohn.

Laut Heike Flaxa, Gewerkschaftssekretärin für den Handelsbereich der Region Dresden, sagt: „Wir werden die Beschäftigten von Kaufland, Ikea, H&M, Esprit und Primark zur Arbeitsniederlegung in der Tagschicht aufrufen. Um den direkten Kontakt zur Kundschaft herzustellen, werden wir am Dienstag vor den Unternehmen unsere Forderungen präsentieren.“

Die streikenden Berbersdorfer haben auch für die Nachtstunden eine Streikwache organisiert. „Alle vier Stunden wechseln sich jeweils vier Mitarbeiter ab, die den Streikposten besetzen“, erläutert Fritz. Am Dienstag- und Mittwochvormittag wird es jeweils von 9 bis 10 Uhr eine Streikversammlung geben, bei der alle Männer und Frauen im Ausstand vor dem Großlager zusammenkommen.

Insgesamt sind in Berbersdorf rund 380 Mitarbeiter beschäftigt. Die Angestellten und die Gewerkschaft Verdi fordern eine Lohnanhebung von einem Euro pro Stunde sowie zusätzlich einen sogenannten Sachsenzuschlag in Höhe von 0,20 Euro je Arbeitsstunde für alle Verdi-Mitglieder.

„Das jetzige Angebot von 1,8 Prozent in 2019 bedeutet eine Erhöhung von 39 Euro brutto im Monat und die 1,2 Prozent in 2020 entsprechen 26 Euro brutto im Monat für Vollzeit, das ist beschämend“, sagt die Verdi-Verhandlungsführerin Sylke Hustan. „Das ist keine Anerkennung für die gestiegene Arbeitsbelastung, den hohen Leistungsdruck und die tagtägliche Leistungsbereitschaft unserer Kollegen in den Betrieben. Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun“, ergänzt sie noch.

Am Dienstag nächste Woche ist der nächste Termin in der Verhandlungsrunde im Tarifstreit angesetzt. Dann hoffen die Mitarbeiter auf ein besseres Angebot der Arbeitgeber.

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