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Drei Weise für Meissen

Ein Banker, ein Autobauer und ein Luxus-Spezialist beraten die Manufaktur beim Umbau zu einem Luxus-Konzern.

Von Peter Anderson

Sachsens Finanzministerium hat gestern die Mitglieder eines neuen Beirates für die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH vorgestellt. Diese sollen künftig die beiden Geschäftsführer Christian Kurtzke und Tilmann Blaschke, den Aufsichtsrat unter Kurt Biedenkopf sowie das Ministerium unterstützen. Die drei Weisen für Meissen würden „in strategischen Fragen und bei der Weiterentwicklung des Unternehmens“ zurate gezogen, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Für Branchenwissen aus der Porzellanindustrie steht Gerhard Heinrich (62), der einer Unternehmerfamilie aus dem fränkischen Keramik-Zentrum Selb entstammt. Die Firma Heinrich-Porzellan ging Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Firmenverband von Villeroy und Boch auf. Der 62-Jährige war nach Angaben des Finanzministeriums hauptsächlich im Bankgewerbe tätig. So habe er unter anderem das Deutschlandgeschäft der Schweizer UBS geleitet. Ebenfalls in den Beirat berufen wurde Automobilfachmann Frank Löschmann. Der studierte Maschinenbauer arbeitete zunächst für DaimlerChrysler und später für die Volkswagen AG. 2011 gründete Löschmann eine Unternehmensgruppe, die Standorte in Deutschland, Spanien, China und Indien hat. Sie betreut die Entwicklung von mittelständischen Firmen und Großunternehmen vorwiegend im europäischen und asiatischen Raum. Die dabei gesammelten Erfahrungen dürften der Manufaktur beim weiteren Ausbau ihres Boutiquen-Netzes von Nutzen sein.

Komplettiert wird das Trio durch den Dresdner Frank Müller. Der frühere Geschäftsführer des Glashütter Uhrenherstellers A. Lange & Söhne führt ein Beratungsunternehmen, welches Luxushersteller im deutschsprachigen Raum berät. Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) äußerte sich gestern erfreut darüber, diese drei „ausgewiesenen Experten“ für die Manufaktur verpflichten zu können. Offen ließ das Ministerium, welche Aufwandsentschädigung die drei neuen Berater für ihre Dienste zu erwarten haben.

Mit dem Beirat lässt die Manufaktur eine Tradition aufleben, die es bis etwa 2008 gab. Bis dahin wurden vor allem Porzellan-Kenner wie der Direktor der Porzellan-Sammlung in Dresden Ulrich Pietsch regelmäßig zu einem Austausch über die Entwicklung der Manufaktur eingeladen.

Die Opposition im Landtag fordert von Finanzminister Unland unterdessen weitere Informationen über den künftigen Kurs der Manufaktur. Dazu will die Linke heute die Fragestunde im Parlament nutzen.

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