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Dreiste Musiker beklauen die Hohwaldklinik

Nach einem Konzert fehlen zwei Schmutzfangmatten. Die Diebe sind schnell gefunden. Sie haben eine kreative Ausrede parat.

Von Katarina Lange

Der Applaus war ihnen wohl nicht genug: Zwei Künstler haben nach einem Konzert in der Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald spontan eine Zweitkarriere als Langfinger gestartet. Das Duo, zu dem eine Frau und ein Mann gehören, bediente sich nach dem Auftritt am Inventar des Fachkrankenhauses. Die Musiker hatten es dabei auf sogenannte Schmutzfangmatten abgesehen. Zwei Stück dieser riesigen Fußabtreter wurden nach dem Konzert zusammengerollt. Um nicht aufzufallen, wickelte der Mann noch eine Decke um das Diebesgut, klemmte es sich unter den Arm und spazierte damit aus der Hohwaldklinik. Der Wert dieser Matten beträgt laut Hohwaldklinik mehrere Hundert Euro.

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„Sie fühlten sich anscheinend unbeobachtet“, sagt Stefan Härtel, Geschäftsführer der Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald. Trotz Tarnung fiel das diebische Duo aber auf. Denn Mitarbeiter des Krankenhauses vermissten die beiden Schmutzfangmatten nach dem Konzert. Niemand konnte sich erklären, wo die teuren Abstreicher geblieben waren. Um das Rätsel zu lösen, wertete Stefan Härtel kurzerhand die Überwachungskameras aus. Alle Ein- und Ausgänge der Klinik werden mit Videokameras überwacht. Dass diese Bereiche gefilmt werden, das wird Besuchern sogar per Hinweisschild erklärt. Die beiden Musiker scheinen das übersehen zu haben.

Die Bilder der Überwachungskamera haben die Diebesbande nun überführt. Die Aufzeichnungen zeigen deutlich, wie ein Mann mit eingewickeltem Teppich unter dem Arm aus der Klinik geht. Den Mann konnte Stefan Härtel eindeutig identifizieren. Auch die Frau ist auf dem Videomaterial zu sehen. Sie hatte nicht nur ein Auge auf die teuren Abtreter geworfen. Wie die Bilder zeigen, steckt an ihrem Mantel eine rote Blume, vermutlich eine Rose. Auch diese wurde geklaut, ist sich Stefan Härtel sicher. Denn die Künstlerin hatte nach dem Konzert keine roten Blumen geschenkt bekommen. Er vermutet, dass die Frau die Blüte aus einem Blumenstrauß gestohlen hat, der für einen Patienten bestimmt war.

Spaß ist das nicht mehr

Für den Klinikchef hörte spätestens an dieser Stelle der Spaß auf. Er erstattete Anzeige bei der Polizei. Zuvor stellte er das Künstlerduo jedoch noch selbst zur Rede. „Der Mann stritt erst alles ab“, sagt Härtel. Er konfrontierte den Kriminellen daraufhin mit dem Videomaterial. Angesichts der erdrückenden Beweise gab der Mann zu, die Teppiche mitgenommen zu haben. Er behauptete, die Matten aber lediglich ausborgen zu wollen. Den angeblichen Grund nannte er gleich mit. Der Mann habe zu Hause eine Baustelle. Die Schmutzfangmatten würden helfen, nicht den ganzen Dreck ins Haus zu schleppen. Deshalb brauche er die Abstreicher. Er wollte sie später wieder zurück bringen, sagte er.

Die Erklärung klingt für Stefan Härtel nach einem Märchen. Und nach purer Dreistigkeit. „Auch, wenn der Diebstahl nach einer amüsanten Geschichte klingt. Das ist längst kein Kavaliersdelikt mehr“, sagt Härtel.

In der Hohwaldklinik als öffentlich zugängliches Gebäude käme es zwar immer wieder vor, dass Dinge wegkommen. Zu den begehrten Artikeln zählen Toilettenpapier und Toilettenbürsten. Die beiden Schmutzfangmatten seien jedoch eine Nummer zu groß. Stefan Härtel fragt sich in diesem Zusammenhang nun auch, ob das Künstlerduo in der Hohwaldklinik das erste Mal auf Beutezug ging, oder ob es bei früheren Auftritten ähnliche Diebstähle gegeben hat, die auf das Konto der beiden Sachsen gehen könnten. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.