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Dreister Überfall auf die Postkutsche

Laußnitz. Die Ponyschau auf dem Sportplatz wartete mit einembunten Programm auf.

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Von Lothar Schöppe

Brutaler Überfall auf eine Postkutsche und das vor Hunderten Augenzeugen! Diese mussten mit ansehen, wie berittene Banditen die Wachmannschaft niederschossen und Hab und Gut der Reisenden raubten. Sie konnten aber auch mit eigenen Augen verfolgen, wie Indianer und Cowboys den Räubern die Beute abjagten und sie den rechtmäßigen Besitzern zurückgaben.

Ort dieses Westernkrimis aus vergangenen Zeiten war der Sportplatz in Laußnitz und der Postkutschenüberfall einer der 14 Programmpunkte der 16. Ponyschau, die am Sonntagnachmittag wieder Hunderte alte und junge Pferde- und Ponyliebhaber erfreute. Zweispännerquadrille, Sulkyquadrille, tänzerischer Auftritt der Friesen-Rappen nach spanischen Melodien oder der Auftritt der Gladiatoren in ihren Römerwagen, die Ungarische Post und weitere Darbietungen forderten immer wieder den Beifall der Zuschauer heraus.

Unter ihnen befanden sich viele, die man schon als Stammpublikum bezeichnen kann, wie Rosemarie und Frank Thiel aus Kamenz. „Wir sind bereits das vierte- oder fünfte Mal bei den Ponyschauen. Uns gefällt alles von Anfang bis zum Ende, einschließlich der Vorstellung der Teilnehmer beim Einmarsch bis hin zum Schlussbild“, sagte Werner Thiel. So wie die anderen Stammbesucher hatten Thiels ihre Campingstühle mitgebracht, denn das Programm auf dem Sportplatz dauerte einige Stunden.

Über solche anerkennenden Worte wird sich Christa Volkland ganz besonders freuen. Die Vorsitzende des Ponyvereins Kamenz kann sich ein Leben ohne die kleinen Vierbeiner nicht mehr vorstellen. Zu sehr ist ihr Tagesablauf mit ihren zehn Ponys verbunden, für die sie täglich etwa drei Stunden Zeit aufwendet mit füttern und der Pflege. Die älteste Stute ist bereits 26 Jahre alt und hört auf den Namen „Lady“.

Lange Vorbereitung

Die Tätigkeit im Verein mit seinen 38 Mitgliedern aus dem Kreis Kamenz erfordert viel Einsatz. „Schließlich haben wir uns bereits im Dezember vergangenen Jahres mit der 16. Ponyschau befasst. Da werden Vorschläge unterbreitet und die Mitglieder bringen ihre Gedanken mit ein, damit wir den Zuschauern ein abwechslungsreiches Programm bieten können.“ Bei der Generalprobe am Sonnabend war zu sehen, wo noch der Schuh, oder im Fachjargon gesagt – der Pferdehuf drückte und wo der letzte Schliff noch fehlt, denn Ponys sind keine dressierten Wesen. Sie haben manchmal ihren eigenen Kopf.

Dass alle Mitglieder aus dem Kreis Kamenz kommen ist nicht ganz richtig, denn einer, Falk Bönisch, ist im Kreis Freiberg beheimatet. Doch der 40-jährige Landwirt gehört schon seit zehn Jahren zum Verein „Weil hier die Chemie stimmt“, sagt er. Die Liebe zu den Pferden wurde ihm schon mit in die Wiege gelegt, denn schon der Großvater war ein Pferdenarr. Am Wochenende war er mit der ganzen Familie und zehn Ponys angereist, denn bei sechs Programmpunkten wirkten auch sein Bruder Olaf, Ehefrau Ina und Sohn Kai mit.

Für die Besucher war die Ponyschau wieder ein Augenschmaus, und sie geizten nicht mit Applaus für die gezeigten Leistungen. Dass es im nächsten Jahr die 17. Ponyschau geben soll, wer wollte bei so viel Begeisterung daran zweifeln?