SZ + Dresden
Merken

Hier wird es 2020 in Dresden eng

2020 bauen die Stadt und ihre Unternehmen wieder viel. Wo die größten Staufallen auf Verkehrsteilnehmer warten.

Von Peter Hilbert
 5 Min.
Teilen
Folgen
Stau auf der Carolabrücke. In Spitzenzeiten ist dieses Bild alltäglich. Noch bis Ende kommenden Jahres ist dort von Kraftfahrern Geduld gefragt.
Stau auf der Carolabrücke. In Spitzenzeiten ist dieses Bild alltäglich. Noch bis Ende kommenden Jahres ist dort von Kraftfahrern Geduld gefragt. © Sven Ellger

Wenig Regen und bisher kein Schnee in den vergangenen Wochen. Das Wetter meint es gut mit den Bauleuten. So gab es keine langen Pausen wegen starker Kälte, konnten die diesjährigen Baustellen zügig zu Ende geführt werden. 2020 ist wieder ein volles Bauprogramm geplant, was zwar den Straßen, Bahngleisen sowie Ver- und Entsorgungsleitungen zugutekommt, aber auch Konsequenzen für Verkehrsteilnehmer hat.

Carolabrücke bleibt Staufalle

Rund 38.000 Autos überqueren täglich die Carolabrücke. Damit ist sie die am stärksten befahrene Elbebrücke im Zentrum. Doch seit Mitte November ist der elbaufwärts liegende Brückenzug voll gesperrt, da er saniert wird. Das ist an dem 1971 fertiggestellten Bauwerk dringend nötig, da es starke Schäden gibt.

Während Autos bis November auf zwei Spuren in jede Richtung rollten, gibt es seitdem nur noch eine. Und so staut sich der Verkehr in Spitzenzeiten noch stärker. Da Straßenbahnen jedoch über einen separaten Brückenzug fahren, hat das für sie keine Konsequenzen.

Die Einschränkungen werden bis Ende kommenden Jahres bleiben. Geplant ist, bis dahin die Arbeiten abzuschließen. Danach wird es aber erst einmal eine Baupause geben, da die Unterseiten der letzen Bögen an der Albertbrücke saniert werden. Ist das geschafft, wird die Sanierung der Carolabrücke fortgesetzt. Geplant ist, 2022 den mittleren und 2023 den elbabwärts liegenden dritten Zug instand zu setzen. Das hängt auch davon ab, ob die beantragten Zuschüsse bestätigt werden.

Bautzner Straße wird weiter ausgebaut

Im vergangenen Sommer war es auf der Bautzner Straße zwischen Rothenburger und Glacisstraße eng, denn dieser Abschnitt wurde ausgebaut. Im August kommenden Jahres beginnen die Arbeiten im nächsten Stück, teilt die Stadt mit. Bis Ende 2021 soll der Bereich der Bautzner Straße an der Einmündung Wilhelminenstraße unterhalb der Elbschlösser umfassend saniert werden.  Viel Aufwand gibt es dabei auch im Untergrund. Denn ein Abwasserkanal und auch die auf der Straße nicht sichtbare Brücke über den Eisenbornbach müssen saniert werden.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bauen dabei die Haltestelle Wilhelminenstraße barrierefrei aus, teilt Chefbauplaner Andreas Neukirch mit. Im Zuge des Schienenbaus wird der Abstand der Gleisachsen auf drei Meter verbreitert, sodass künftig breitere Stadtbahnwagen eingesetzt werden können.

Für Kraftfahrer wird es während der Bauarbeiten auf der großen Ausfallstraße Richtung Bühlau eng. Details der Einschränkungen will die Stadt erst nächstes Jahr mitteilen. Fahrgäste der Straßenbahnlinie 11 müssen auf Schienenersatzverkehr umsteigen. Allerdings sollen die Bahnen noch vor dem Abschluss des Baus Ende 2021 wieder fahren, erklärt Neukirch.

In diesem Bereich der Bautzner Straße wird es im nächsten Jahr eng. Dort werden Gleise, Leitungen und die Straße erneuert.
In diesem Bereich der Bautzner Straße wird es im nächsten Jahr eng. Dort werden Gleise, Leitungen und die Straße erneuert. © René Meinig

Alte Schienen auf der Wasastraße kommen raus

Seit Juli dieses Jahres rollen Straßenbahnen der Linie 9 und 13 über die Oskarstraße, sodass sie am S-Bahnhof Strehlen halten können. Kommendes Jahr folgt der letzte Akt. Die Gleise auf der alten, etwa 600 Meter langen Strecke über die Wasa- und Franz-Liszt-Straße bis zur Tiergartenstraße werden ausgebaut. Das geschieht im Zuge einer umfassenden Sanierung des gesamten Straßenzuges, teilt die Stadt mit.

Geplant ist, dass die Arbeiten von Juli bis September dauern. Über die Einschränkungen und Umleitungen sollen Kraftfahrer vor Baubeginn ins Bild gesetzt werden.

Wieder nur eine Spur auf Teplitzer Straße

Auf der Teplitzer Straße war es bereits in den letzten Wochen eng. Dort hatte die Drewag im stadtauswärts verlaufenden, etwa 100 Meter langen Stück bis zur Hans-Thoma-Straße Trinkwasser-, Gas- und Stromleitungen verlegt. Deshalb war zeitweise eine Spur gesperrt. Die Arbeiten sind kürzlich abgeschlossen worden, teilt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann mit.

Gleich zu Beginn des Jahres wird der Leitungsbau im anschließenden, etwa 250 Meter langen Abschnitt bis zur Corinthstraße abschnittsweise fortgesetzt. Der Fußweg auf dieser Seite wird gesperrt, sodass Passanten auf die andere Seite ausweichen müssen, erklärt Ostmann. An Werktagen ist eine Fahrspur jeweils von 9 bis 15 Uhr gesperrt. Radfahrer müssen in dieser Zeit die Straße nutzen. Die Arbeiten dauern mindestens bis April.

Halbseitige Sperrung auf Lommatzscher Straße

Seit 2017 wird Pieschen ans zentrale Fernwärmenetz angeschlossen. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. So wird es der Drewag möglich, dass auch Mickten ans zentrale Netz kommt. Das hat ab Februar Konsequenzen auf der Lommatzscher Straße. Dort werden die neue Fernwärme- und auch eine 110-Kilovolt-Hochspannungstrasse gebaut, erläutert die Drewag-Sprecherin. Dabei wird es eine halbseitige Sperrung geben. Die Arbeiten dauern bis Anfang 2021.

Gleisschleife Leutewitz wird ausgebaut

Die Gleisschleife Leutewitz für die Linien 1 und 12 wird ausgebaut. Anfang Februar sollen die Arbeiten beginnen und bis Jahresmitte dauern, erklärt DVB-Chefplaner Neukirch. Die Einschränkungen auf der Warthaer Straße halten sich in Grenzen. Nur ein kleiner Teil muss zeitweise halb gesperrt werden. Gebaut werden zwei neue Gleisstränge, auf denen künftig breitere Stadtbahnwagen fahren können. Die Schleife kann künftig auch von Bussen des Schienenersatzverkehrs auf einer sogenannten festen Fahrbahn genutzt werden. So werden die Haltestellen sowohl für Bahn als für Bus komplett barrierefrei. Während der Bauzeit fährt Schienenersatzverkehr.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.