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Dresden findet Geld für 365-Euro-Ticket

Der Baubürgermeister hat einen Finanztopf aufgetan. Damit ist die Einführung des Jahrestickets für die Dresdner ein Stück näher gerückt.

Mit dem 365 Euro-Ticket müsste man künftig nur noch einen Euro pro Tag für eine Fahrkarte bezahlen.
Mit dem 365 Euro-Ticket müsste man künftig nur noch einen Euro pro Tag für eine Fahrkarte bezahlen. © dpa-Zentralbild

Es könnte ein großes Steuergeschenk für die Dresdner werden und die Stadt müsste dafür noch nicht einmal in die eigene Kasse greifen. Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hat einen Weg gefunden, ein 365 Euro-Ticket zu finanzieren, ohne dass Dresden dafür aufkommen müsste. 

"Modellprojekt zur Stärkung des ÖPNV" heißt das Programm des Bundesverkehrsministeriums. Dahinter steckt eine Geldquelle, aus der Städte wie zum Beispiel Dresden Finanzen für sich abzweigen können, wenn sie sich darum bewerben und den Zuschlag bekommen.

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Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung gehöre zu dem Modellprojekt auch die Unterstützung der Einführung von 365-Euro-Jahrestickets, haben die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs von Schmidt-Lamontain herausbekommen. Deshalb hat der Verkehrsbürgermeister schon mal Post nach Berlin geschickt und Interesse bekundet. 

"Das BMVI hat schon geantwortet und mitgeteilt, dass eine Informationveranstaltung stattfindet", sagt er auf Anfrage von Sächsische.de über die Reaktion aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Dort solle über inhaltliche, rechtliche und organisatorische Details berichtet werden.

Einführung ist umstritten

Schmidt-Lamontain ist mit seiner Anfrage in Berlin vorgeprescht. Denn noch gibt es vom Stadtrat keine Entscheidung zur Einführung eines 365-Euro-Tickets in Dresden. "Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets zu prüfen", begründet er seine Initiative. Ob sich die Stadt um eine Finanzierung auf Basis des Modellprojekts bewirbt, müsse am Ende der Stadtrat entscheiden. Bisher habe die Stadt lediglich eine Interessenbekundung abgegeben und sich noch nicht beworben.

Die Einführung eines solchen Dauerfahrscheins ist umstritten. Andreas Hemmersbach, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) lehnt ihn nicht grundsätzlich ab. Für ihn ist vor allem wichtig, dass der Finanzbedarf des Nahverkehrsunternehmens gedeckt ist und Einnahmeausfälle, die durch die Einführung eines solchen Fahrscheins zustande kommen, aus anderen Quellen gegenfinanziert werden. Dabei handelt es sich nach Berechnungen der Verkehrsbetriebe um bis zu 32 Millionen Euro pro Jahr. Grundsätzlich vertritt er aber die Ansicht, dass öffentlicher Personennahverkehr einen Wert hat, der von den Fahrgästen auch bezahlt werden sollte.

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Im Stadtrat wollen es die Freien Wähler, die CDU und Die Linke. Grüne und SPD sind nicht zu 100 Prozent überzeugt. Sie verweisen auf einen Fakt, den regelmäßig auch Hemmersbach zu bedenken gibt: Der zusätzliche Ansturm auf Bus und Bahn, zu dem das Ticket führen könnte, muss auch bewältigt werden. Das bedeutet, der Ausbau des Streckennetzes und der Kauf neuer Busse und Bahnen müssten höchste Priorität haben.

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