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Zu wenig Platz für Räder an den Bahnhöfen

Eine ADFC-Studie zeigt: 19 Dresdner Bahnhöfe haben keine sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – dabei gibt es Fördermittel.

Ein Bild vom Bahnhof Dresden-Neustadt zeigt: Die vorhandenen Fahrradabstellanlagen sind gut ausgelastet.
Ein Bild vom Bahnhof Dresden-Neustadt zeigt: Die vorhandenen Fahrradabstellanlagen sind gut ausgelastet. ©  dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Die Dresdner Bahnhöfe sind nicht gerade geeignet für das Konzept Bike and Ride. Das zeigt eine Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen. Die Studie, die alle Abstellanlagen an den 512 Bahnhöfen in Sachsen mit Schulnoten bewertet hat, kommt zu einem vernichtenden Urteil. Fast dreiviertel aller Dresdner Bahnhöfe liegen demnach in ihrer Bewertung noch unter dem Landesdurchschnitt. Dieser ist mit der Note 4,5 ebenfalls schlecht.

Bemängelt wird, dass an 19 der 26 Bahnhöfe in Dresden entweder keine oder nur mangelhafte Fahrradabstellanlagen vorhanden sind. Der Dresdner Hauptbahnhof wird vom ADFC mit der Note 5 bewertet. Das hat den Grund, dass er mit nur 140 Abstellplätze über viel zu wenige Abstellmöglichkeiten verfüge. Immerhin wird der Hauptbahnhof täglich von 35.000 Fahrgästen genutzt. 

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Für Nils Larsen vom Vorstand des ADFC Dresden ist der Hauptbahnhof jedoch nicht das einzige Sorgenkind der Landeshauptstadt: "Es besorgt mich sehr, dass beispielsweise die wichtigen Bahnhöfe Trachau, Pieschen und Plauen über gar keine Abstellmöglichkeiten verfügen."

"Fahrradabstellanlagen kosten wenig Geld"

Gut kommen in der Studie nur die Haltepunkte Niederwartha, Cossebaude und Weixdorf Bad weg. Sie verfügten über genügend hochwertige, witterungsfeste Fahrradparker, die auch vor Vandalismus und Diebstahl schützten. Um in der Studie gute Noten zu erreichen, müssen die Fahrradparker-Anlagen so gestaltet sein, dass man den Fahrradrahmen sowie Vorder- oder Hinterrad gut anschließen kann. Einfache Vorderradhalter reichten nicht. Sie sind nicht diebstahlsicher und können die Radfelge schädigen, erklärt der Fahrradclub. 

Janek Mücksch, Mitglied im Vorstand des ADFC Sachsen, sieht großes Verbesserungspotential in Dresden: "Fahrradabstellanlagen kosten wenig Geld, sind sehr platzsparend und erhöhen den Einzugsradius von Bahnhöfen enorm. Außerdem verhindern adäquate Abstellmöglichkeiten, dass Fahrräder wild an Geländern, Laternen oder Bäumen angeschlossen werden."

Laut Studie steigen 46.000 Menschen täglich in Dresden in den Zug. Rund 90.000 Personen kämen an jedem Tag in die Stadt und fast 52.000 Dresdner verließen ihren Wohnort, um zur Arbeit zu gelangen. Für sie stünden in ganz Dresden insgesamt lediglich 838 fahrradfreundliche Abstellanlagen an den Bahnhöfen zur Verfügung. 

Sächsische Städte greifen nicht auf Fördermittel zurück

Nach Meinung des ADFC wollen viele Pendler das Rad mit der Bahn kombinieren. Eine Kombination sei aber nur dann sinnvoll möglich, wenn man das Fahrrad angstfrei am Bahnhof stehen lassen könne. Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden, sagt:"Die Stadtverwaltung und der Verkehrsverbund Oberelbe müssen jetzt schnell handeln und die Dresdner Bahnhöfe mit hochwertigen Fahrradabstellanlagen ausstatten. Vor allem am Hauptbahnhof gibt es Nachholbedarf."

Kommunale Förderungsmöglichkeiten für Fahrradabstellanlagen bestünden zur Genüge. Ein großaufgelegtes Programm des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn will bis 2022 100.000 zusätzliche Bike+Ride-Plätze deutschlandweit errichten. Während andere deutsche Städte das Förderprogramm nutzten, beteilige sich in Sachsen bisher keine einzige Kommune daran, bemängelt der ADFC. 

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Update, 25. Juni, 15:45 Uhr: In einer früheren Version dieses Textes haben wir berichtet, dass am Hauptbahnhof 60 Fahrradbügel zur Verfügung stehen. Diese haben wir auf Nachfrage beim ADFC in 140 Abstellplätze geändert und damit präzisiert. 

Die ganze ADFC-Studie finden Sie hier.

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