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Dresden

Zecken: Welche Dresdner sollten sich impfen lassen?

Die Zahlen der Infektionen mit FSME und Borreliose steigen. Jetzt reagieren die Behörden.

Die Zecken beißen sich in den Kniekehlen fest.
Die Zecken beißen sich in den Kniekehlen fest. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die Stadt Dresden ist zusammen mit dem Landkreis Meißen vom Robert-Koch-Institut als FSME-Risikogebiet eingestuft worden. Damit gelten mit dem Vogtlandkreis, der seit 2014 als Risikogebiet gilt, sowie den Landkreisen Bautzen, Zwickau und dem Erzgebirgskreis, die seit 2018 durch das Robert Koch-Institut als FSME-Risikogebiet eingestuft werden, nun sechs von dreizehn Stadt- und Landkreisen in Sachsen als FSME-Risikogebiet. 

Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Gegen die Krankheit, die grippeähnliche Beschwerden und in seltenen Fällen auch Fieber, Hirnhautentzündungen und Lähmungen hervorrufen kann, wird eine Impfung empfohlen.

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Das Dresdner Gesundheitsamt meldet für  2019 rund 200 Borreliose-Fälle in der Stadt. Die Krankheit Borreliose kann Fieber, Schmerzen in den Gelenken und in Ausnahmefällen Lähmungen verursachen. Mit der gefährlicheren Krankheit FSME infizierten sich vier Dresdner.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD): "Die Infektionsgefahr mit FSME ist in Sachsen nach wie vor gering, auch wenn zwei weitere Kreise zu Risikogebieten erklärt wurden." Sie empfiehlt den Dresdnern eine Impfung, die sich in FSME-Risikogebieten häufig in der freien Natur aufhalten. Auch könne entsprechende Kleidung und das Auftragen von Schutzmitteln auf die Haut oder die Kleidung vor einem Zeckenbiss schützen. Die Vermeidung von Zeckenstichen sei der beste Schutz gegen eine FSME-Infektion.

Etwa jede 100. Zecke trägt Virus in sich

Die in Sachsen registrierten FSME-Erkrankungen hätten laut Ministerium in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch der Anteil der in Sachsen erworbenen Infektionen sei laut Köpping stark angestiegen. Trotzdem sei die Wahrscheinlichkeit, an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis zu erkranken, verhältnismäßig gering. Es wird geschätzt, dass in Risikogebieten zwischen 0,1 bis maximal 5 Prozent aller Zecken das FSME-Virus in sich tragen, also rund jede 100. Zecke. Allerdings kommt es nur bei 10 Prozent der Zeckenstiche auch zur Infektion des Gestochenen. 

Im Jahr 2019 gab es in Sachsen insgesamt 27 Erkrankungen an FSME. Die Infektionsorte lagen bei 25 der Erkrankten in Sachsen, die beiden anderen Patienten infizierten sich in Österreich bzw. Tschechien. Bei den Betroffenen handelte es sich um Erwachsene, 11 Frauen und 15 Männer im Alter zwischen 19 und 76 Jahren sowie einen 10-jährigen Jungen. Der Altersdurchschnitt betrug 45 Jahre. 

15 der Erkrankten litten nur unter grippalen Krankheitszeichen und Kopfschmerzen während zwölf Patienten eine neurologische Symptomatik aufwiesen. Bis auf einen Erkrankten, der eine einmalige FSME-Impfung belegen konnte, waren alle Patienten nicht gegen FSME geimpft.

Wer sollte sich impfen lassen?

Das Dresdner Gesundhheitsamt empfiehlt eine FSME-Imfpfung allen Dresdnern, die sich im Risikogebiet, also auch in Dresden, aufhalten oder die durch FSME beruflich gefährdet sind, wie Forstarbeiter oder Landwirte.

Sollten Dresdner Eltern ihre Kinder impfen lassen? „Der Impfstoff ist ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zugelassen. Es sollte eine Nutzen-Risiko-Abwägung mit dem Arzt besprochen werden“, so das Gesundheitsamt. Bei sehr jungen Kindern könne nach der Impfung häufiger Fieber geben. Dies sei aber keine schwerwiegende Komplikation und könne gut behandelt werden. Ansonsten sei mit Reaktionen an der Impfstelle wie Rötung, Schwellung, Schmerzhaftigkeit auch wie bei anderen Impfungen zu rechnen. „

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„Ich persönlich würde die Impfung Personen empfehlen, die sich tatsächlich – beruflich oder in der Freizeit - viel in Garten, Wiesen oder Wäldern aufhalten“, so Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Wer sonntags nur auf Wanderwegen durch die Heide oder an der Elbe entlang laufe, setze sich keinem Risiko. Eine FSME verläuft bei Kindern meist leichter als bei Erwachsenen und älteren Jugendlichen. Es treten unspezifische grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel auf, die sich nach einigen Tagen wieder zurückbilden. Hier muss man nicht zum Arzt gehen. Wenn im zweiten Krankheitsgipfel Zeichen einer Gehirnhautentzündung mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Erbrechen auftreten, muss man schnellstmöglich zum Arzt. 

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