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Alter Wasserstollen wird saniert

Ein weiterer Abschnitt des Zuflusses zu Dresdens größtem Wasserwerk bekommt eine neue Schale. Dafür geht es tief hinab unter den Tharandter Wald.

Im Herbst 2018 wurde die Stahlbetonschale des Stollens unterm Tharandter Wald neu hergestellt. hier montierte Eisenflechter André Lisson die Stahlbewehrung. Jetzt werden die letzten kleinen Abschnitte saniert.
Im Herbst 2018 wurde die Stahlbetonschale des Stollens unterm Tharandter Wald neu hergestellt. hier montierte Eisenflechter André Lisson die Stahlbewehrung. Jetzt werden die letzten kleinen Abschnitte saniert. © Sven Ellger

Dresden. Bergleute rücken jetzt an, um das letzte kleine Stück eines Stollens im Tharandter Wald zu sanieren. Er ist ein Teil des rund 20 Kilometer langen Leitungssystems, durch das das sogenannte Rohwasser von der Talsperre Klingenberg zu Dresdens größtem Wasserwerk in Coschütz fließt.

Der älteste Stollen erstreckt sich zwischen den Wasserkraftwerken Dorfhain und Tharandt über eine Länge von 3,5 Kilometern. Bei der fünfjährlichen Prüfung dieses Stollens 3 hatten Experten des Oberbergamts Freiberg 2011 festgestellt, dass ein Abschnitt marode ist und saniert werden muss. Die mittlerweile fast 100 Jahre alte Hülle der ellipsenförmigen Röhre aus dem damals üblichen Stampfbeton unter dem Seerental im Tharandter Wald hatte stark gelitten. Zum Auftakt wurden 2012 drei kleinere, insgesamt 20 Meter lange Abschnitte saniert. Dort gab es bis zu fünf Meter tiefe Hohlräume, die teilweise nur mit lockerem Gestein verfüllt waren. Die mussten mit Stahlträgern sowie mit Stahlbewehrungsmatten gesichert und letztlich mit Spritzbeton verfüllt werden, bevor eine neue Stahlbetonschale hergestellt werden kann. 

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Zwischen 2014 und 2018 wurde der anschließende 135 Meter lange Stollenabschnitt saniert. Dabei wurde aber nur im Herbst gearbeitet, da dann nicht so viel Trinkwasser in Dresden verbraucht wird. Schließlich musste bei der Sanierung die Wasserzufuhr unterbrochen und das Wasserwerk Coschütz außer Betrieb genommen werden. Die Arbeiten waren so aufwendig wie beim Tunnelbau durchs Gebirge. In den ersten drei Jahren musste der Stollen gesichert werden. Dabei hatten die Bergleute 1.600 Tonnen altes Material sowie lose Gebirgsmassen ausgebaut und abtransportiert.

Jetzt werden die Arbeiten im Bereich der Querung des Seerenbaches zwischen dem Wasserkraftwerk Dorfhain und dem Wasserschloss Tharandt vorbereitet. Wenn die Hauptarbeiten Mitte September beginnen, wird die Wasserzufuhr nach Coschütz bis Anfang Dezember wieder unterbrochen. Während dieser Zeit übernehmen die Wasserwerke Tolkewitz und Hosterwitz die komplette Versorgung von Dresden. In dieser Zeit werden Bergleute drei kleine Teilstücke von insgesamt 15 Metern und den Einstiegsschacht im Seerental sanieren, erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann.

Während der Arbeiten gibt es jedoch immer eine Notfallvariante. Gibt es Ausfälle an anderen Einrichtungen in Dresden, muss die Wasserzufuhr durch den Stollen nach Coschütz binnen 48 Stunden wieder möglich sein.

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Allerdings fließt das Wasser nicht nur durch Stollen, sondern auch durch Leitungen nach Coschütz. Diese werden weiter abschnittsweise saniert. Von März bis Dezember dieses Jahres wird im Bereich Freital die 70 Meter lange Hangleitung am Wasserschloss Coßmannsdorf ausgewechselt. In den nächsten Jahren werden weitere Abschnitte folgen. Derzeit ist erst gut die Hälfte der gesamten Leitung nach Coschütz saniert.

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