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Wieso ein Amerikaner aus Dresden in Finnland spielt

Die Football-Saison fällt aus, aber nicht für AJ Wentland. Er läuft jetzt für die Kuopio Steelers auf. Er kommt aber zu den Monarchs zurück – schon wegen der Liebe.

Der Amerikaner
AJ Wentland absolviert derzeit in Finnland eine verkürzte Saison. Eine Herausforderung, die ihm die Dresden Monarchs nach der Absage der Meisterschaft nicht bieten konnten.
Der Amerikaner AJ Wentland absolviert derzeit in Finnland eine verkürzte Saison. Eine Herausforderung, die ihm die Dresden Monarchs nach der Absage der Meisterschaft nicht bieten konnten. © Lutz Hentschel

Dresden. Einer spielt jetzt doch. Adrian Joseph Wentland hat nach der letztlich überraschenden Absage der Saison in der German Football League (GFL) eine andere Herausforderung gefunden. Statt für die Monarchs in Dresden zu spielen, hat der Amerikaner, von allen kurz und knackig AJ genannt, nun einen Kurzvertrag für fünf Wochen bei den Kuopio Steelers aus der ersten finnischen Liga unterzeichnet. In Finnland kann trotz Corona-Auflagen eine Minisaison durchgezogen werden, zunächst sind fünf Partien bis 28. August angesetzt.

„Er ist ein großartiger Athlet und einer der besten Spieler in Europa“, wird Santeri Inkinen, der Defensive-Coach von Kuopio in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert – und er preist den unverhofften Neuzugang weiter: „Jedes europäische Team würde ihn in seinen Reihen haben wollen. Er hat sich bereits als Top-Spieler und wahrer Anführer erwiesen.“ Das erste Spiel seines neuen Teams hat Wentland verpasst, am 15. August gegen die Helsinki Wolverines darf er auflaufen – und wieder das tun, was er am besten kann: gegnerische Angriffe blocken oder tackeln. „Ich kann mich nicht beschweren, das Leben war bisher gut für mich“, schreibt der 24-Jährige auf seinem Instagram-Profil. „Vielen Dank an alle, die mir auf dem Weg etwas beigebracht haben.“ Das hört sich nach Abschied an, der aber keiner ist.

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Job und Freundin in Dresden

Denn der 1,92 Meter große Athlet ist in Dresden mittlerweile fest verwurzelt. Seit Oktober 2019 arbeitet er bei einem Monarchs-Sponsor: dem Dresdner Unternehmen Felgner Sicherheitstechnik GmbH & Co KG. Wentland ist in der Firma im Lager sowie im Versand tätig. Für die kurze Saison in Finnland hat die Firma den sportlichsten Mitarbeiter freigestellt. Zudem ist der Amerikaner mit einer Dresdnerin liiert. Bei den Monarchs munkelt man, das Paar werde noch in diesem Jahr eine gemeinsame Wohnung beziehen.

Bereits am 14. September wird der Abwehrchef wieder in Dresden erwartet. „Meine Heimat ist Dresden. Keine Bange, ich komme wieder“, ließ Wentland deshalb vor seinem Finnland-Abenteuer ausrichten. Der Amerikaner war tatsächlich auch der einzige Profi im Kader der Monarchs, der die Saisonvorbereitung mit absolvieren konnte. Alle anderen ausländischen Akteure waren in ihrer jeweiligen Heimat geblieben, gewissermaßen auf Abruf, falls es eine Saison geben werde. Die fällt nun aus, die sechs Teams, die überhaupt nur für den Spielbetrieb gemeldet hatten, stimmten letztlich fast einstimmig für den Verzicht, bei einer Enthaltung.

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Die Dresdner Footballer trainieren dennoch weiter, weil sie für Ende September mindestens ein Freundschaftsspiel organisieren wollen, vielleicht sogar ein Miniturnier. Nur AJ Wentland, anhand von Saisonstatistiken der beste Abwehrspieler der GFL, schwitzt derzeit nicht an der Seite seiner Klubkollegen.

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