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Ausbau für neue Zwinger-Ausstellung

Künftig sollen Besucher eine Zeitreise durch die Geschichte der weltberühmten Anlage erleben. Wie weit der Ausbau fortgeschritten ist.

SIB-Chef Ulf Nickol freut sich, dass der Ausbau der Bogengalerie L für die Zwinger-Ausstellung sichtbar voran gekommen ist.
SIB-Chef Ulf Nickol freut sich, dass der Ausbau der Bogengalerie L für die Zwinger-Ausstellung sichtbar voran gekommen ist. ©  Rene Meinig

2019 jährte sich die Übergabe des weltberühmten Dresdner Zwingers zum 300. Mal. Übergeben wurde er 1719 anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August. Seit vergangenem Sommer wird in dem großen Zelt im Zwingerhof eine besondere Präsentation über die Jahrhunderthochzeit gezeigt. Künftig sollen Zwingerbesucher eine noch viel umfassendere Zeitreise erleben können. Die audiovisuelle Präsentation "Zwinger Xperience" soll ab November dieses Jahres zu sehen sein. Dafür werden derzeit der Französische Pavillon und die benachbarte Bogengalerie L ausgebaut.

Empfang im Französischen Pavillon

2018 hatten die ersten Arbeiten für den Ausbau von Zwingergebäuden für die neue Ausstellung begonnen. Dafür investiert der Freistaat rund 14,3 Millionen Euro, erklärt Ulf Nickol. Er leitet die zuständige Dresdner Niederlassung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Der Französische Pavillon wird als Empfangsbereich mit Café ausgebaut. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Im Keller haben Installateure neue Heiz- und Fernkälteleitungen verlegt. Schließlich müssen vor allem die Räume mit den Projektoren gekühlt werden, da diese viel Wärme erzeugen. 

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Der Französische Pavillon wird für den Empfangsbereich und ein Café ausgebaut.
Der Französische Pavillon wird für den Empfangsbereich und ein Café ausgebaut. ©  Rene Meinig

Der Unterbau des Fußbodens ist schon hergestellt. Auf den kommen wieder die ursprünglichen Marmorplatten. "Jeder einzelne Stein ist nummeriert, damit er an der richtigen Stelle wieder eingebaut werden kann", sagt Nickol. Allerdings muss etwa jeder Zehnte von ihnen wegen zu starker Schäden ersetzt werden. Die Wände des Pavillons werden noch frische Farbe bekommen.

Entstehen wird ein großzügiger Empfangsbereich, zu dem die Besucher über die geschwungenen Treppen aus dem Zwingerhof kommen werden. Restauriert werden auch die großen Fenster des Pavillons. Durch sie haben die Besucher auf einer Seite einen schönen Blick in den Zwingerhof, andererseits nach hinten in das Nymphenbad mit seinen Brunnenanlagen. 

Restauratoren und Fachleute der Zwingerbauhütte sind derzeit dabei, die Sandsteinfassaden zu sanieren. Deshalb stehen Gerüste am Französischen Pavillon und der Bogengalerie L. Erneuert werden auch die beiden geschwungenen Treppen. Der Rohbau steht. Handwerker werden darauf wieder die alten Sandsteinstufen setzen.

Erneuert werden die Treppen zum Französischen Pavillon sowie die Fassaden der Zwinger-Gebäude.
Erneuert werden die Treppen zum Französischen Pavillon sowie die Fassaden der Zwinger-Gebäude. ©  Rene Meinig

Der neue Aufzug

Zwischen Französischem Pavillon und Semperbau wird der Pirna-Saal als Übergangsbereich derzeit ausgebaut. Dabei wird es eine wesentliche Verbesserung für Besucher geben. Techniker installieren einen Aufzug. Dadurch können auch Behinderte sowohl den Empfangsbereich als auch den Zugang zum Semperbau, in dem die Gemäldegalerie Alte Meister am 28. Februar feierlich wiedereröffnet werden soll, erreichen. Mit dem Aufzug wird künftig auch der Wall erreichbar sein.

Im Pirna-Saal wird ein Aufzug installiert, über den Besucher zur Ausstellung kommen. Derzeit wird der Raum dafür ausgebaut.
Im Pirna-Saal wird ein Aufzug installiert, über den Besucher zur Ausstellung kommen. Derzeit wird der Raum dafür ausgebaut. ©  Rene Meinig

Präsentation in früherem Orangen-Winterquartier

Handwerker sind auch in der Bogengalerie L aktiv. August der Starke hatte sie 1711 für einen anderen Zweck bauen lassen. Sie wurde als Winterquartier für Orangen-, Pomeranzen-, Feigen- und Granatapfelbäume errichtet. In den vergangenen Jahren wurde der Saal für verschiedene Ausstellungen genutzt. Jetzt wird er für die dauerhafte Zwinger-Schau mit ihren Projektionsgeräten ausgebaut. 

Die Technik würde zwar hervorragende Bilder präsentieren, aber auch viel Wärme erzeugen. Deshalb gebe es hier besondere Ansprüche an die Klimatechnik. In der Galerie werden auch die Fenster komplett erneuert. Bis September dieses Jahres sollen die Ausstellungsräume komplett ausgebaut sein, kündigt Nickol an. Dann könne Schlösserland Sachsen damit beginnen, seine Technik für die Ausstellung zu installieren.

Das wird der künftige Ausstellungsraum in der Bogengalerie L. Auf der über 300 Jahre alten Bodenplatte in dem Kanal sind schon neue Heiz- und Kälteleitungen installiert.
Das wird der künftige Ausstellungsraum in der Bogengalerie L. Auf der über 300 Jahre alten Bodenplatte in dem Kanal sind schon neue Heiz- und Kälteleitungen installiert. © René Meinig

Die Pläne für die Ausstellung

Die Erlebnisausstellung trägt den Titel "Macht.Epochen.Dimensionen.Eine Zeitreise". Darin werden auf 300 Quadratmetern Etappen der Entwicklung des Zwingers dargestellt, die als Sphären bezeichnet werden. In fünf Welten erleben die Besucher eine noch nie dagewesene Zeitreise, wie die Festung und später der Zwinger entstanden, barocke Feste, die Orangerie mit den Zwingergärten und viele andere Ereignisse bis hin zu einer virtuellen Stadttour in der Gegenwart. Die Besucher sollen das Gefühl haben, mit dabei zu sein, hatte Kurator Dirk Welich von Schlösserland erläutert. 

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Für die Installation der Technik und den Probebetrieb sind mehrere Wochen nötig, kündigt Schlösserland-Sprecher Uli Kretzschmar an. Geplant ist, die Ausstellung "Zwinger Xperience" Ende November zu eröffnen.

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