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Dresdens liebste Bäcker: Eierschecke aus Familienhand

Bei einer SZ-Umfrage wurde die Dresdner Bäckerei Wippler mit am häufigsten als Lieblingsbäcker genannt. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Der Bäcker Michael Wippler ist bei den SZ-Lesern beliebt.
Der Bäcker Michael Wippler ist bei den SZ-Lesern beliebt. © Sven Ellger

Dresden. Michael Wippler ist quasi zwischen Bemmen aufgewachsen. Noch ganz genau erinnert sich der heute 65-Jährige, wie er als Kind noch im Schlafanzug in die Backstube des Vaters schlich, um sich sein Frühstücksbrötchen zu angeln. Irgendwie hat das bei Wipplers Tradition. Seit 1910 gibt es das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Pillnitz schon. Nun wurde das Unternehmen von SZ-Lesern bei einer nicht repräsentativen Umfrage unter die beliebtesten Bäcker der Stadt gewählt.

Gefragt wurden die Leser nach ihrem Lieblingsbäcker. Fast 400 Zuschriften gingen bei der SZ ein. Das Ergebnis: Es gibt viele gute Bäcker in Dresden. Die Leser haben 69 unterschiedliche Betriebe genannt. Deswegen hat die SZ unter den besten sechs noch einmal abstimmen lassen. Die Bäckerei Wippler landete dabei unter den Top 3. "Wir freuen uns immer auf die leckeren Backwaren von unserem Lieblingsbäcker Wippler und finden auch das Café echt gemütlich. Kein Wunder, dass dort immer sehr viele Kunden anzutreffen sind", schreibt beispielsweise Brigitte Hoehne. Das Team sei überaus freundlich. "Er hat einfach die leckerste Eierschecke", findet Ines Reinhold. Edward von Behrer schwärmt hingegen vom Stollen. Die SZ war dem Erfolgsgeheimnis auf der Spur.

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Erfolgszutat 1: Tradition

Vielleicht ist die Tradition das Geheimnis der Bäckerei Wippler. Bereits seit 1910 existiert der Betrieb in Dresden. Damals wurde er von Michael Wipplers Großvater gegründet. Der übernahm 1981 den Betrieb von seinem Vater. Mittlerweile hat er das Zepter an die eigenen Kinder Andreas und Kathrin weitergegeben. Und auch die fünfte Generation Wippler steht bereits in den Startlöchern. 

Vier Enkelkinder hat Michael Wippler. "Der Älteste hat im vergangenen Jahr mit der Bäckereiausbildung begonnen", verkündet der Großvater stolz. Dass die Familientradition über Jahrzehnte weitergeführt wird, empfindet Michael Wippler als "Glücksfall". Druck hätten er und seine Frau niemals ausgeübt. "Erfolgreich wird es nur, wenn die Kinder es auch wirklich wollen", sagt er.        

Erfolgszutat 2: Innovation

Ein dickes Rezeptbuch mit über 400 Rezepten hat Urahn Max Wippler hinterlassen, das noch heute Grundlage für das Backen ist. "Aber Tradition macht nur dann Spaß, wenn Neues dazu kommt", heißt es auf der Homepage des Betriebs. So werden alte Rezepte "renoviert" und auch ganz neue Produkte in das Sortiment aufgenommen. Mit Tochter Kathrin als gelernter Konditorin rückte beispielsweise die Tortenkunst in den Fokus. Sie hat aus dem Kaffee Wippler am Körnerplatz eine eigene Marke gemacht, die neben der Bäckerei existiert.

Erfolgszutat 3: Team-Arbeit

"Zu einem guten Handwerk gehört ein fleißiges Team", stellt die Familie auf der Internetseite der Bäckerei klar. Zehn Bäcker, drei Köche, ein Barista, vier Konditoren, zehn Restaurantfachfrauen, 30 Verkäuferinnen, zwei Verwaltungsfachangestellte, drei Bäcker-Lehrlinge, ein Verkäufer-Lehrling, zwei Konditoren-Lehrlinge und drei Kraftfahrer arbeiten in den Filialen in Pillnitz, Loschwitz, Hosterwitz und Weißig sowie im Café am Körnerplatz.

Erfolgszutat 4: Leidenschaft

Über 50 Jahre arbeitet Michael Wippler schon in seinem Beruf. Aus dem Tagesgeschäft hat Wippler senior sich zwar bereits weitestgehend zurückgezogen, die Liebe zum Gebäck aber nie verloren. Ehrenamtlich setzt er sich deshalb weiterhin für das Bäckerhandwerk ein. So ist er nicht nur Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, sondern sitzt im Vorstand des europäischen Verbands, beim Weltverband ist er Vizepräsident. 

Darüber hinaus sitzt er in Aufsichtsräten und anderen Gremien. "200 Tage im Jahr verbringe ich im Hotel", sagt Wippler. Das nehme er aber gerne in Kauf, um für das Handwerk zu kämpfen. Das sei gerade heutzutage wichtig. Denn die zunehmende Bürokratie nehme gerade den kleinen Betrieben die Luft zum Atmen. "Ich bin mir sicher, dass wir nur in der Gemeinschaft etwas für das Handwerk erreichen können." 

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