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Dresden

Bergleute sanieren alten Wasserstollen

Der Zufluss zu Dresdens größtem Wasserwerk in Coschütz bekommt im Tharandter Wald eine neue Schale.

Ein Blick in den Stollen unterm Seerental im Tharandter Wald. Hier wurde Ende 2018 die neue Stahlbetonschale hergestellt. Dieses Jahr sanieren dort Bergleute noch drei kleine Abschnitte.
Ein Blick in den Stollen unterm Seerental im Tharandter Wald. Hier wurde Ende 2018 die neue Stahlbetonschale hergestellt. Dieses Jahr sanieren dort Bergleute noch drei kleine Abschnitte. © Foto: SZ/Peter Hilbert

Dresden. Bergleute werden in diesem Jahr wieder anrücken, um das letzte kleine Stück eines Stollens zu sanieren. Er ist ein Teil des rund 20 Kilometer langen Leitungssystems, durch das das sogenannte Rohwasser von der Talsperre Klingenberg zu Dresdens größtem Wasserwerk in Coschütz fließt. Auf der Strecke gibt es vier in den 1920er-Jahren bergmännisch gebaute Stollen.

Der älteste von ihnen erstreckt sich zwischen den Wasserkraftwerken Dorfhain und Tharandt über eine Länge von 3,5 Kilometern. Bei der fünfjährlichen Prüfung dieses Stollens 3 hatten Experten des Oberbergamts Freiberg 2011 festgestellt, dass ein Abschnitt marode ist und saniert werden muss. Die mittlerweile fast 100 Jahre alte Hülle der ellipsenförmigen Röhre aus dem damals üblichen Stampfbeton unter dem Seerental im Tharandter Wald hatte stark gelitten.

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Zum Auftakt wurden 2012 dort drei kleinere, insgesamt 20 Meter lange Abschnitte saniert. Zwischen 2014 und 2018 hatten Bergleute der Bergsicherung Schneeberg und andere Fachleute einen 135 Meter langen Stollenabschnitt erneuert. Dessen Sicherung war sehr aufwendig. Damit hatten die Bergleute die ersten drei Jahre ab 2014 zu tun. 

Dabei mussten sie rund 1.600 Tonnen altes Material sowie lose Gebirgsmasse ausbauen und abtransportieren. Das geschah auf von einer Elektrolok gezogenen Wagen. Letztlich hatte der Stollen eine neue Stahlbetonschale erhalten. Fertiggestellt wurde sie von September bis Dezember 2018.

Die Arbeiten haben sich so lange hingezogen, da nicht durchgehend gearbeitet werden konnte. Schließlich musste bei der Sanierung die Wasserzufuhr unterbrochen und das Wasserwerk Coschütz außer Betrieb genommen werden. Das ist auch dieses Jahr nötig, wenn die Bergleute von September bis Dezember drei kleine Teilstücke von insgesamt 15 Metern und den Einstiegsschacht im Seerental sanieren, erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann.

Allerdings fließt das Wasser nicht nur durch Stollen, sondern auch durch Leitungen nach Coschütz. Diese werden weiter abschnittsweise saniert. Von März bis Dezember dieses Jahres wird im Bereich Freital die 70 Meter lange Hangleitung am Wasserschloss Coßmannsdorf ausgewechselt. In den nächsten Jahren werden weitere Abschnitte folgen. Derzeit ist erst die gute Hälfte der gesamten Leitung nach Coschütz saniert.

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