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Dresden: Blutkonserven werden knapp

Am Dresdner Uniklinikum gehen die Blutkonserven zur Neige. Was mit Spenderblut passiert und warum es nicht auf Corona untersucht wird.

Traditionell im Sommer werden die Blutkonserven knapp, da potenzielle Spender im Urlaub sind. Aber auch die Coronakrise hatte Auswirkungen auf die Zahl der Blutspenden.
Traditionell im Sommer werden die Blutkonserven knapp, da potenzielle Spender im Urlaub sind. Aber auch die Coronakrise hatte Auswirkungen auf die Zahl der Blutspenden. © Maja Hitij/dpa

Dresden. Die Dresdner Uniklinik ruft die Bürger auf, Blut zu spenden. Denn so langsam gehen die Vorräte zur Neige, berichtet Dr. Kristina Hölig, Bereichsleiterin Transfusionsmedizin am Uniklinikum. "Die Situation ist noch nicht so prekär wie im Mai, aber es gibt schon ein verschärftes Sommerloch", sagt sie. Im Mai seien durch Corona kaum noch Konserven da gewesen, da die Spendetermine deutlich reduziert worden waren. 

Bisher mussten an der Dresdner Uniklinik keine Eingriffe aus Mangel an Blutkonserven abgesagt werden, aber man würde sich freuen, wenn mehr Dresdner spenden würden. Denn wenn zum Beispiel ein Unfallopfer viel Blut verliert sowie auch bei einer geplanten Operation müssen Blutkonserven bereit liegen. 

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Vor allem Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 sind rar, weil diese im Notfall auch mit anderen kompatibel ist. "Bei einem Wanderunfall in der Sächsischen Schweiz mit viel Blutverlust brauchen wir schon mal 20 bis 30 Konserven pro Patient", erklärt Kristina Hölig.

Wer darf Blut spenden?

Blut spenden kann jeder, der über 18 Jahre alt und gesund ist. "Man sollte über 50 Kilo wiegen und noch keine Krebs- oder Herzerkrankung gehabt haben", sagt Kristina Hölig. Ausgeschlossen sind auch Schwangere und Stillende sowie Menschen, die Drogen konsumieren und die Medikamente gegen etwa Herzkrankheiten nehmen. 

Eine Novellierung gab es bei der Blutspende von „Männern, die mit Männern Sex haben“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Laut Robert-Koch-Institut sind sie nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen, der letzte Sexualkontakt muss aber 12 Monate her sein. Was faktisch immer noch einem Ausschluss gleich kommt.

Was geschieht mit dem gespendeten Blut?

Meist bekommt die Uniklinik das Blut vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Dresden. Ein besonderer Schwerpunkt bei der DRK-Blutspende liegt auf der Gesundheitskontrolle für die Blutspender. Unter anderem wird das Blut jeder Spende auf bestimmte Krankheitserreger untersucht wie Hepatitis oder HIV, so das DRK. Außerdem wird das Spenderblut auf Antikörper gegen die Erreger der Geschlechtskrankheit Syphilis getestet.

Wer drei Blutspenden innerhalb von zwölf Monaten leistet, erhält darüber hinaus den „Gesundheitscheck“, bei dem weitere Blutwerte mitgeteilt werden, die Aufschluss über mögliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie Störungen der Nierenfunktion geben können.

Ist eine Übertragung des Coronavirus durch eine Bluttransfusion möglich?

Laut Robert-Koch-Institutes ist eine Übertragung von Covid-19 durch Blut derzeit nicht anzunehmen, weil das Virus bei symptomlosen Personen im Blut nicht nachweisbar ist. Folglich werden Blutspenden derzeit auch nicht darauf untersucht, erklärt das DRK.

Wer fit und gesund ist und keinerlei Erkältungssymptome aufweist, kann Blutspenden. Dies gilt auch weiterhin während der Corona-Pandemie. 

Wie kann ich derzeit Blut spenden?

Um einen reibungslosen Ablauf unter Einhaltung aller aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln auf seinen Blutspendeterminen gewährleisten zu können, bittet der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost alle Spenderinnen und Spender darum, sich vorab einen Termin für die Blutspende am Wunschterminort zu reservieren. Dies kann über die Terminsuche auf der Website www.blutspende-nordost.de oder auch telefonisch über die kostenlose Hotline 0800 11 949 11 erfolgen.  

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