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Dresden braucht ausländische Fachkräfte

Die Karriere-Start bietet Firmen und Migranten Informationen – auch in anderen Sprachen.

© Norbert Millauer

Von Simone Burig

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Eigentlich wollte er nur für einen Sprachkurs nach Deutschland kommen. Doch dann hängte der Inder noch ein Informatik-Studium in Ilmenau und an der Uni Dresden an seinen Aufenthalt dran. Das war im Jahr 1988. Schließlich blieb er ganz in der Stadt, arbeitete zunächst freiberuflich. Seit 2002 arbeitet Murugaboopathy Shanmugam als Ingenieur bei Robotron: Er ist Leiter der Kundenbetreuung, kümmert sich um große Energieversorger und -lieferanten, beantwortet alle Fragen rund um die Software und deren Bedienung. Der 47-Jährige ist angekommen in Dresden.

Seine Kinder fühlen sich wohl, wurden hier geboren, sind Dresdner. Auch Ulf Heinemann, Geschäftsführer der Robotron Datenbank-Software GmbH, möchte auf seinen indischen Experten nicht mehr verzichten. „Wir brauchen gut ausgebildete Mitarbeiter“, sagt er. „Ihre Herkunft ist mir dabei egal.“ Mittlerweile arbeiten in dem Dresdner Unternehmen auch Menschen aus Polen, Russland, Tschechien und der Ukraine. Sie sind unter anderem in der Kundenberatung und der Entwicklung tätig. Die Firma geht einen Weg, den künftig auch andere einschlagen werden: Sie rekrutieren Fachkräfte im Ausland, die in Deutschland kaum zu finden sind. „Ohne unsere ausländischen Kollegen geht es hier nicht mehr“, ist sich Heinemann sicher.

Das Thema ist derzeit so brennend auf dem Arbeitsmarkt, dass sich die „Karriere-Start“ bei ihrer 17. Ausgabe intensiv damit auseinandersetzt. Die Bildungs-, Job- und Gründermesse beginnt am Freitag, und die Organisatoren haben drei Schwerpunkte zum Thema ausländische Fachkräfte gesetzt. Erstmals wird es in diesem Jahr unter dem Motto „Willkommen in Sachsen“ einen Stand geben. Getragen wird dieser unter anderem vom Sächsischen Innenministerium, der Landeshauptstadt, der Bundesagentur für Arbeit, dem Netzwerk Integration durch Qualifizierung Sachsen sowie den Career Services der HTW Dresden und der Technischen Universität. Er bietet eine gute Gelegenheit sowohl für Migranten als auch für Arbeitgeber und Bildungsträger, sich umfassend über die Themen Zuwanderung, Arbeitsmarkt, Sprache, Aufenthalt, Anerkennung der Qualifizierung und Hochschule zu informieren.

Außerdem bietet das Projekt „Arbeiten in Dresden für Migranten“ interessierten ausländischen Fachkräften spezielle Rundgänge über die „Karriere-Start“ an. Sogenannte Integrationslotsen begleiten Migranten bei deren Rundgang und übersetzen bei Bedarf. Es stehen Dolmetscher für Russisch, Englisch, Arabisch, Persisch und Vietnamesisch zur Verfügung. Die Rundgänge finden am Freitag von 11 bis 12.30 Uhr statt. Auch der Messesonntag steht ganz im Zeichen ausländischer Fachkräfte. Von 11 bis 13 Uhr wird über das Thema diskutiert und die Frage beantwortet, ob Fachkräfte aus dem Ausland ein Gewinn für die Dresdner Wirtschaft sind.

Diese Frage kann Antje Heinrich, Personalleiterin bei den Deutschen Werkstätten Hellerau, definitiv mit Ja beantworten. In dem Unternehmen sind derzeit sechs Holztechniker beschäftigt, die alle aus Spanien kommen. „Als wir 2013 nach diesen Fachkräften gesucht haben, konnten wir in Deutschland einfach keine passenden Leute finden“, sagt Heinrich. Deshalb habe sich das Unternehmen bei einer Jobmesse im nordspanischen Santiago de Compostela umgesehen und war erfolgreich. So weit ist die Stadtentwässerung Dresden derzeit noch nicht. Es gibt zwar Mitarbeiter aus Polen und Tschechien, aber ihren Fachkräftebedarf kann das Unternehmen hauptsächlich noch mit deutschen Bewerbern decken. „Aber auch wir werden mittel- und langfristig sehen müssen, wo wir Nachwuchs rekrutieren können“, erklärt Geschäftsführerin Gunda Röstel. Dass das dann im Ausland geschehe, sei nicht ausgeschlossen.

Alle Informationen rund um die Karriere-Start 2015 gibt es im Internet unter www.messe-karrierestart.de.

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