merken
PLUS Dresden

Dresden: 200 Paare verschieben ihre Hochzeit

Viele verliebte Paare wollten dieses Jahr in Dresden heiraten. Dann kam die Corona-Pandemie. Wie heiraten nun wieder möglich ist, verrät eine Hochzeitsplanerin.

Hochzeiten sind für gewöhnlich Feste, die mit vielen Gästen und lange im Voraus geplant werden. Beides lässt sich eher schlecht mir einer Pandemie vereinbaren.
Hochzeiten sind für gewöhnlich Feste, die mit vielen Gästen und lange im Voraus geplant werden. Beides lässt sich eher schlecht mir einer Pandemie vereinbaren. © Pixabay

Dresden. Viele verlobte Paare hatten sich vermutlich schon lange auf ihre Trauung in diesem Jahr gefreut. Schließlich sind Hochzeiten oft weit im Voraus geplante Feste. Doch dann brach die Corona-Pandemie aus und viele Paare mussten ihre Pläne ändern.

Anikó Arzner ist Hochzeitsplanerin, oder wie es auf Englisch heißt: Weddingplannerin. Sie begleitet die meisten ihrer Paare während der gesamten Vorbereitung. "Meist fängt man mindestens ein Jahr vorher mit der Planung an", sagt sie. Mit den sich ständig ändernden Corona-Regeln passen langfristige Planungen jedoch nicht gut zusammen. Außerdem ist eine Hochzeit ein Fest, das man mit seinen Liebsten feiern will. Gerade während des Lockdowns war das unmöglich.

Anzeige
Genuss im Riesenrad zur Blauen Stunde
Genuss im Riesenrad zur Blauen Stunde

Abendbrot über den Dächern Dresdens, zur allerbesten Zeit? Noch bis zum 4. Oktober im Riesenrad am Postplatz! Hier können Sie Tickets buchen.

100 Liebende sagen Hochzeit ganz ab

Deshalb haben sich in der Zeit von März bis Juni deutlich weniger Paare in den Dresdner Standesämtern das Ja-Wort gegeben als im vergangenen Jahr. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 159 Ehen weniger geschlossen, vergleichen mit dem Vorjahreszeitraum. Im Juli dieses Jahres gab es dafür 21 Trauungen mehr als im Juli 2019.

"Auch wir organisieren für dieses Jahr weniger Hochzeiten", erzählt Arzner. "Insgesamt sechs unserer Paare haben sich dazu entschieden, ihre Feier in das nächste Jahr zu verlegen." Und auch das Bürgeramt Dresden bestätigt: "Bisher wurden rund 200 Eheschließungstermine umgebucht und 100 Paare haben ihr Trauung abgesagt."

Anikó Arzner plant Hochzeiten. In Corona-Zeiten ist das keine leichte Aufgabe.
Anikó Arzner plant Hochzeiten. In Corona-Zeiten ist das keine leichte Aufgabe. © René Meinig

Die vielen Umbuchungen bereiten auch den Paaren Probleme, die im kommenden Jahr heiraten wollen. "Weil so viele Brautpaare ihre Feiern auf 2021 verschoben haben, wird es schon jetzt schwer, noch freie Locations und Termine beim Caterer zu finden", sagt die Hochzeitsplanerin. Deshalb empfiehlt Arzner ihren Kunden eine noch langfristigere Planung. "Wer viel Auswahl bei der Organisation haben will, der sollte am besten erst 2022 heiraten. Allerdings finden wir auch eine Lösung, für Paare die es eiliger haben."

Bis zu 100 Gäste sind erlaubt

Mittlerweile hat sich die Situation für alle, die sich in diesem Jahr vermählen möchten, wieder verbessert. Aktuell sind in Sachsen bis zu 100 Gäste auf einer Hochzeit erlaubt. In Kirchen und Standesämtern gelten aber strengere Regeln. "Das Brautpaar sowie gegebenenfalls vorhandene Trauzeugen und Fotografen müssen beim Betreten des Hauses sowie im Vorbereitungsraum eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen", heißt es aus dem Bürgerbüro. Außerdem darf nur eine bestimmte Anzahl an Gästen mit in den Trausaal. Wie viele das sind, ist von der Größe des jeweiligen Standesamtes abhängig. 

Im Standesamt in der Goethealle sind zehn Gäste und zusätzlich Live-Musiker, ein Fotograf und Dolmetscher erlaubt. Im Schloss Albrechtsberg sind hingegen 64 Gäste inklusive Fotografen sowie Dolmetscher und zusätzlich zwei Live-Musiker oder einen Tontechniker des Hauses möglich. Die Masken können auf Wunsch während der Zeremonie abgenommen werden. "In Kirchen dürfen jeweils nur Personen aus einer Familie gemeinsam in einer Bank sitzen," sagt die Hochzeitsplanerin. 

Hochzeitsgäste sind leicht nachzuverfolgen

Die meisten Paare, die sich mit Anikó Arzners Hilfe das Ja-Wort geben, haben sich entschieden, nur mit 30 bis 60 Gästen zu heiraten. Außerdem versucht die Planerin, gemeinsam mit allen Beteiligten einen guten Kompromiss zu finden. "Man muss sich bewusst sein, in welcher Zeit wir gerade leben, und sollte trotzdem oder gerade deshalb den Zusammenhalt, das Miteinander und die Liebe zelebrieren." 

Deshalb achtet Arzner darauf, dass ausreichend Desinfektionsstationen vorhanden sind. Außerdem seien alle Beteiligten einer Hochzeit immer genau dokumentiert und deshalb leicht nachzuverfolgen. 

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden