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Acht Tonnen "Leinwand" fürs Autokino

Corona erfordert besondere Anstrengungen. Das erleben jetzt die Firmen aus Dresden, die im Ostragehege Kino machen wollen.

Die Kinoleinwand im Autokino besteht aus Holzplatten und wiegt etwa acht Tonnen.
Die Kinoleinwand im Autokino besteht aus Holzplatten und wiegt etwa acht Tonnen. © SZ/Christoph Springer

Dresden. Die "Leinwand" wiegt acht Tonnen. Sie besteht aus weiß gestrichenen Holzplatten, die zu einer riesigen glatten Fläche zusammengesetzt wurden. Am Dienstagmittag fehlte nur noch eine Handvoll. Sie ist 15 Meter hoch und 33,5 Meter breit und gehört nach Angaben der Veranstalter zum größten temporären Autokino Ostdeutschlands.

Bis zum Montag haben etwa ein Dutzend Monteure sieben Tage lang gearbeitet, um Dresdens zweites Autokino vorzubereiten.
Bis zum Montag haben etwa ein Dutzend Monteure sieben Tage lang gearbeitet, um Dresdens zweites Autokino vorzubereiten. © SZ/Christoph Springer

Das wird seit sieben Tagen in der Flutrinne im Ostragehege vorbereitet. Mehrere Veranstalter haben sich dafür zusammengetan. Dazu gehört auch Holger Zastrow mit seiner PR-Agentur. Der Hofewiese-Betreiber und FDP-Fraktionsvorsitzende im Dresdner Stadtrat ist jederzeit zu einem markigen Spruch bereit. Mit Blick auf die riesige Holz-Leinwand sagt er: "Das ist eben mal ein richtiges Autokino." Eine Leinwand, ein gemeinsames Erlebnis, das sei der Anspruch der Kinomacher in der Flutrinne.

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Damit zielt er auf das Autokino am Flughafen in Klotzsche, wo zwar wie in der Flutrinne 500 Fahrzeuge Platz haben, aber mehrere große Bildschirme die Kinoleinwand ersetzen. Das gibt es dafür schon seit mehreren Wochen. 

Zastrow spart nicht mit Superlativen: Aus 2.000 Stahlteilen und Streben bestehe das Gerüst für die "Leinwand", die gesamte Konstruktion wiege rund 130 Tonnen, zehn bis 12 Monteure hätten dafür sieben Tage lang durchgearbeitet, sagt er. Am Montag standen sie im Regen auf der Hebebühne, um ganz oben in der rechten Ecke die letzten Leinwandbretter zu montieren.

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Die Macher, zu denen auch die Verantwortlichen der Harley Days Dresden und der Filmnächte gehören, hoffen, dass die Corona-Verhaltensregeln bald mehr zulassen als 500 Autos mit geschlossenen Scheiben. Mehr als 1.000 Fahrzeuge hätten Platz, sagt Matteo Böhme, Geschäftsführer der Harley-Tage, und Cabrios mit offenem Dach oder Kinozuschauer auf der Ladefläche eines Pickups können kann er sich auch gut vorstellen. Doch vorerst gilt: Bei 500 Autos ist Schluss und die Scheiben bleiben oben. Deshalb sollen sich die Besucher ihre Tickets auch ausdrucken, andernfalls könne es Probleme beim Scannen der Eintrittskarten geben, sagt die Projektchefin Daniela Hesse.

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Das aktuelle Kinoprogramm wird auf der Internetseite des Autokinos veröffentlicht, dort können auch die Eintrittskarten gekauft werden. Die Snackangebote, die es dazu gibt und die bei der Einfahrt an einer der Holzhütten abgeholt werden können, seien bereits mehrere hundert Male gebucht worden, sagt Matteo Böhme. 

Und wie viele Zuschauer müssen kommen, damit das Autokino auch ein wirtschaftlicher Erfolg wird? Böhme lacht und winkt ab. "Ganz Dresden", sagt er und berichtigt sich danach. Nein, etwas weniger reicht auch. Zastrow formuliert es anders: "Wenn man später über das Corona-Jahr 2020 spricht, dann muss man dazu sagen können, dass man auch im Autokino war." Im Grunde heißt auch das - alle müssen kommen und wer nicht da war, hat etwas verpasst.

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