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Dresden: Hotels starten mit großen Verlusten

Zwar dürfen Hotels seit Mitte Mai wieder Gäste beherbergen. Doch der Start nach dem Corona-Lockdown ist nicht gut ausgefallen.

Dresden kämpft um Übernachtungsgäste.
Dresden kämpft um Übernachtungsgäste. © Symbolbild: Sven Ellger

Dresden. Mitte Mai durften die Hotels in Dresden aus der Corona-Zwangspause zurückkehren und wieder Urlauber empfangen. Doch wie gebremst die Reiselust in diesem Monat war, lässt sich nun an den Zahlen ablesen.

Die Zahl der Übernachtungsgäste in Dresden ist nicht etwa um die Hälfte eingebrochen, sondern um 82 Prozent verglichen zum Mai letzten Jahres. Genauso groß war der Rückgang der Übernachtungen, wie das Statistische Landesamt nun mitteilte. Immerhin: Wer Urlaub in Dresden machte, blieb im Schnitt zwei Tage. Das war auch schon vor der Corona-Krise so.

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Es ist nicht nur die Reiselust, die angesichts der Pandemie und der Hygieneregeln gebremst war. Viele Länder warnten im Mai noch vor Reisen nach Deutschland. So wie Deutschland vor Reisen ins Ausland warnte. Außerdem waren die Grenzen zu Polen und Tschechien geschlossen, was auch tschechischen und polnischen Bürgern die Rückreise in ihre Heimat erschwerte. Die Zahl tschechischer Touristen lag knapp 95 Prozent unter dem Vorjahreswert, der polnischer Touristen 93 Prozent. Die Zahl us-amerikanischer Reisender ging um 97 Prozent zurück.

Bringen Sommer, Herbst und Winter den Ausgleich?

Was heißt das für die Tourismusbilanz dieses Jahres? Da im April gar keine und im März nur teilweise Touristen beherbergt werden durften, ist das Minus erheblich. Da können auch der Januar und der Februar nichts ausrichten. Zwischen Jahresanfang und Ende zählte die sächsische Landeshauptstadt fast 372.000 auswärtige Übernachtungsgäste - ein Rückgang um 53 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Was das alles für die Hotels und Pensionen bedeutet, hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Sachsen (Dehoga) im Juni bei seinen Mitgliedern abgefragt. Damals gaben die über 500 befragten Unternehmen an, dass die Verunsicherung der letzten Wochen bei vielen Gästen zu einem spontanen Reiseverhalten geführt habe.  Außerdem sagten mehr als 80 Prozent der Gastronomen, sie könnten aufgrund der Hygieneauflagen nicht mehr kostendeckend arbeiten. Für dieses Jahr würden sie deshalb mit Umsatzeinbußen von etwa 50 Prozent rechnen. Ob der Sommer das Ruder herumreißen kann, auch um Arbeitsplätze zu sichern, wird sich zeigen - im August wird das Statistische Landesamt die Juni-Daten bekanntgeben.

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