merken
PLUS Dresden

Gastronomen warnen vor Euphorie

Zwar dürfen Gaststätten und Hotels kommende Woche wieder öffnen. An alte Umsätze ließe sich vorerst aber nicht anknüpfen, so der Dehoga-Chef.

Immer wieder protestierten Gastronomen gegen die Schließungen ihrer Restaurants - zum Beispiel auf dem Dresdner Altmarkt. Nächste Woche nun dürfen sie starten.
Immer wieder protestierten Gastronomen gegen die Schließungen ihrer Restaurants - zum Beispiel auf dem Dresdner Altmarkt. Nächste Woche nun dürfen sie starten. ©  Christian Juppe (Archivbild)

Dresden. Gastronomen und Hoteliers in Sachsen haben sich angesichts der geplanten Wiedereröffnung am 15. Mai erleichtert gezeigt. "Ein wichtiger Schritt für die Branche", sagte Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, am Donnerstag in Dresden. "Es ist Zeit, dass wir wieder in Arbeit kommen."

Nun müssten die Hygienekonzepte gemeinsam mit den Betrieben umgesetzt werden. Klein gab sich aber optimistisch, dass sämtliche Hygieneregeln und Kontaktvorgaben umgesetzt werden können. Er warnte zugleich vor verfrühter Euphorie: Angesichts der Vorgaben von etwa anderthalb Meter Abstand zwischen den Tischen könnten in Biergärten und Restaurants weniger Menschen bedient werden. "Es kommen nicht die Umsätze, die wir brauchen."

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Sachsens Dehoga-Chef Axel Klein warnt trotz Gaststätten-Wiedereröffnungen am 15. Mai vor Euphorie.
Sachsens Dehoga-Chef Axel Klein warnt trotz Gaststätten-Wiedereröffnungen am 15. Mai vor Euphorie. © Christian Juppe (Archiv)

Sachsens Regierung hatte am Mittwochabend angekündigt, dass Kneipen, Biergärten und Restaurants in Sachsen ab dem 15. Mai unter strengen Hygiene-Auflagen wieder öffnen dürfen - sowohl Innen- als auch Außenbereiche. Unter anderem muss zwischen den Tischen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden, die Bedienung muss Mundschutz tragen und die Speisekarten müssen abwischbar sein. Auch Hotels,

Pensionen und Ferienwohnungen dürfen wieder Gäste empfangen.

Wieder leere Stühle auf dem Neumarkt

Ob die Wiedereröffnung rechtzeitig kommt, ist unklar. Auf der einen Seite gebe es Erleichterung, auf der anderen Seite große Existenzängste, sagte Kathleen Parma von der Initiative "Leere Stühle", die seit Wochen bundesweit mit Aktionen auf die Situation von Hotels, Gastronomen und Veranstaltern aufmerksam macht. Zuletzt wurden auf dem Dresdner Neumarkt leere Stühle aufgestellt. 

Mitarbeiter und Miete müssten in voller Höhe bezahlt werden, derzeit gehe die Branche aber nur von etwa 20 bis 30 Prozent des regulären Umsatzes aus, so Parma. Für die Veranstalter gebe es bisher noch keine Perspektive. Daher fordert die Initiative ein Hilfspaket vom Bund und will auch am Freitag ein Zeichen setzen - unter anderem auf
dem Dresdner Neumarkt. 1500 Stühle sollen dann ein Herz bilden - als Symbol für die Liebe zur Branche, so Parma.

Eine neuerliche Verschärfung der Regeln ist auch jederzeit möglich. Entscheidend ist die Zahl der Neu-Ansteckungen. In dieser Hinsicht steht Dresden aktuell gut da. (dpa)

Weiterführende Artikel

So starten Hotels und Gaststätten in Sachsen wieder

So starten Hotels und Gaststätten in Sachsen wieder

Am 15. Mai soll es für Kneipen und Restaurants weitergehen. Was die Wiedereröffnung für die Betreiber bedeutet – und welche Regeln gelten.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden