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Dresden: Was Reiserückkehrer wissen müssen

Am Klotzscher Flughafen ist ein Corona-Testzentrum eingerichtet worden. Wer darf sich dort untersuchen lassen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ärztin Yasmine Coressel testet am Dresdner Flughafen Thomas Werker, der am Montag von einem Balkan-Urlaub zurückgekommen ist.
Ärztin Yasmine Coressel testet am Dresdner Flughafen Thomas Werker, der am Montag von einem Balkan-Urlaub zurückgekommen ist. © Matthias Rietschel

Dresden. Wer kann sich auf das Coronavirus testen lassen, wer muss sich testen lassen - und wer bezahlt das? Am Dresdner Flughafen hat am Wochenende ein Corona-Testzentrum den Dienst aufgenommen. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Angebot.

Wie viele Tests wurden bereits durchgeführt?

Schon am Wochenende wurden die ersten Coronatests an Reiserückkehrern durchgeführt. Am Flughafen Dresden waren es 500, in Leipzig/Halle 600 - davon fielen sechs positiv aus. Bei Dresdner Bürgern gibt es laut Stadtverwaltung bislang keine Infektion, die am Klotzscher Flughafen festgestellt wurde. Acht Dresdner befinden sich wegen ihrer Rückkehr aus einem Risikogebiet allerdings in Quarantäne. Laut Kassenärztlicher Vereinigung werde das Dresdner Testcenter gut angenommen. Schätzungsweise die Hälfte der Passagiere nehme das Angebot in Anspruch.

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Wer kann sich testen lassen?

Jeder, der aus dem Ausland nach Sachsen einreist, kann sich am Flughafen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dabei spielt es laut Sächsischem Sozialministerium keine Rolle, ob man über den Luftweg nach Sachsen einreist, per Auto, Zug oder Bus. Außerdem muss der Test nicht sofort gemacht werden. Rückreisenden werden 72 Stunden Zeit dafür gegeben.

Das Angebot gilt für Reisende mit deutscher Staatsbürgerschaft und Wohnsitz in Sachsen, die aus Risikogebieten sowie aus Nicht-Risikogebieten einreisen. Urlauber müssen glaubhaft machen, dass sie tatsächlich aus dem Ausland kommen. Als Nachweis gilt zum Beispiel das Flugticket. In Zukunft sollen bereits im Flugzeug sogenannte Aussteiger-Karten von der Airline ausgehändigt, vom Passagier ausgefüllt und beim Test vorgelegt werden.

Bei den Testzentren kooperiert der Freistaat Sachsen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS). Die Öffnungszeiten werden täglich den Flugplänen an den beiden Airports angepasst.

Muss ich mich denn als Reiserückkehrer testen lassen?

Nein, noch gilt in Deutschland keine Pflicht, sich testen zu lassen. Diese befindet sich für Reiserückkehrer aus Risikogebieten aktuell in Planung. Verpflichtend ist dagegen, dass sich Heimkehrer aus Risikogebieten schnellstmöglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, wenn sie wieder in Deutschland sind. Das gilt auch, wenn man eine Reise durch mehrere Länder gemacht hat und in den vergangenen 14 Tagen ein Risikogebiet darunter war. Außerdem besteht die Pflicht, sich nach der Rückkehr sofort zu Hause zu isolieren, ohne Aufforderung vom Amt. "Es muss der direkte Weg nach Hause genommen werden", betont das Dresdner Gesundheitsamt.

Der Vorteil für Reisende, die sich freiwillig testen lassen: Fällt das Ergebnis negativ aus, liegt also keine Infektion vor, kann man sich von einer zweiwöchigen Quarantäne zu Hause befreien lassen. Die Tests können Rückkehrer auch bei ihrem Hausarzt durchführen lassen. Bis das Testergebnis vorliegt, das ist oft innerhalb von 24 bis 48 Stunden der Fall, müssen aber auch sie die häusliche Quarantäne einhalten.

Nach dem Schlangestehen am Gepäckband hieß es am Montag für viele Urlauber Schlangestehen am Testzentrum auf dem Dresdner Flughafen.
Nach dem Schlangestehen am Gepäckband hieß es am Montag für viele Urlauber Schlangestehen am Testzentrum auf dem Dresdner Flughafen. © Matthias Rietschel

Was gilt als Risikogebiet?

Als Risikogebiet festgelegt werden Regionen, in denen in den vergangenen sieben Tagen mindestens 50 Neu-Infektionen auf 100.000 Einwohner gekommen sind. Am Dienstag waren das zum Beispiel die drei spanischen autonomen Gemeinschaften Aragón, Katalonien und Navarra, Teile der Türkei, ganz Ägypten sowie die USA. Die Liste wird täglich überprüft und aktualisiert. Für Reiserückkehrer sind die Infektionszahlen am Tag der Einreise nach Deutschland ausschlaggebend.

Wer übernimmt die Kosten?

Für die Heimkehrer sind die Tests kostenlos, ganz gleich, ob sie per Flugzeug, Auto, Bus oder Zug, aus einem Risikogebiet oder einem Nicht-Risikogebiet kommen. Die Kosten für die Tests übernimmt der Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherungen. Der Freistaat Sachsen beteiligt sich an den Kosten für die Testzentren in Dresden und Leipzig/Halle.

Bei Dresdnern, die sich nicht im Ausland aufgehalten haben, ist nach wie vor der Hausarzt zuständig. Zeigt der Patient typische Covid-19-Symptome wie trockenen Husten und Fieber, liegt es im Ermessen des Mediziners, einen Test anzuordnen. Diesen müsste dann auch die Krankenkasse bezahlen.

Plant Dresden ein weiteres Testzentrum?

Wegen der verkehrsgünstigen Lage des neuen Testzentrums am Flughafen errichte die Landeshauptstadt Dresden kein eigenes Testcenter, teilte das Rathaus mit. Rückreisende Dresdner, die sich kostenlos testen lassen möchten, werden gebeten, ausschließlich das Zentrum am Flughafen aufzusuchen.

Und das Gesundheitsamt? Dort werden derzeit keine kostenlosen Tests veranlasst – es sei denn, dafür bestehe ein triftiger Grund, so die Behörde. Ein solcher Grund liege vor, wenn dies zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung im Einzelfall oder im Rahmen von Reihentests in Gemeinschaftseinrichtungen notwendig sei.

Momentan gebe es auch noch keine Kapazitätsprobleme am Flughafen. Das könnte sich aber ändern, wenn sich alle Urlaubsrückkehrer testen lassen müssen. Dann müsse das Angebot erweitert werden, sagte KVS-Vorstand Klaus Heckmann am Montag. Das zuständige Labor in Dresden könne derzeit rund 1.600 Tests pro Tag durchführen.

Wie soll ich mich beim Gesundheitsamt melden?

Die Behörde hat eine Hotline eingerichtet (0351 4885322). Das Gesundheitsamt war am Wochenanfang telefonisch jedoch nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Anrufer mussten lange Wartezeiten am Telefon in Kauf nehmen und flogen nicht selten aus der Leitung, als sie an der Reihe waren. "Heute kam es zu einem hohen Anfrageaufkommen, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gesprächen standen", teilte die Stadt am Montagnachmittag mit. Es seien bereits zusätzlich Mitarbeiter aus anderen Bereichen des Gesundheitsamtes zur Unterstützung eingesetzt worden.

Das Gesundheitsamt bietet Rückkehrern aus Risikogebieten auch an, sich per E-Mail zu melden. Dazu müssen Name, Geburtsdatum, Anschrift jeder reisenden Person, Telefonnummer, Einreisedatum, genaue Beschreibung der Reiseroute unter Benennung der Zwischenstopps und der Transportmittel bis zur Ankunft in Dresden, sowie der Beruf angegeben werden. Letzteres, damit das Gesundheitsamt gegebenenfalls eine Ausnahme von der Quarantäneregelung treffen kann. Die Behörde meldet sich in aller Regel per E-Mail mit einem Bescheid zurück.

Wird ein negativer Test im Urlaubsort in Deutschland anerkannt?

Ja, sofern er nicht älter als 48 Stunden ist, wenn man nach Deutschland einreist. Außerdem muss sich der Befund auf einen molekularbiologischen Test, einen sogenannten PCR-Test stützen, der in einem EU-Land oder einem vom Robert-Koch-Institut anerkannten Staat durchgeführt wurde. Urlauber müssen sich dann zwar immer noch beim Gesundheitsamt melden, sich aber nicht isolieren. Der Befund muss mindestens zwei Wochen aufbewahrt werden, um ihn jederzeit vorlegen zu können.

Wer zahlt, wenn ich einen Testnachweis im Ausland brauche?

Wer eine Auslandsreise plant und für die Einreise im Besuchsland einen negativen Corona-Test vorlegen muss, kann sich in einem Medizinischen Labor testen lassen. Etwa eine Handvoll solcher Labore gibt es in Dresden, ergab eine Google-Abfrage, zu der die Stadt geraten hat, weil sie keine Labore empfehlen möchte. Der Test muss in der Regel selbst bezahlt werden und kostet zum Beispiel im Medizinischen Labor Ostsachsen an der Bremer Straße 59 Euro, sofern er im Rahmen einer "Individuellen Gesundheitsleistung" (IGeL) gemacht wird. Auch Hausärzte machen diesen Test, bei ihnen kostet er aber eine dreistellige Summe, wie eine stichprobenartige Abfrage in Dresden ergeben hat.

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