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Dresden

Drei neue Corona-Infektionen in Dresden

Damit tragen jetzt fünf Menschen in der Stadt den Erreger. Wie das Virus das Leben in Dresden beeinflusst.

In der neuen Dresdner Corona-Ambulanz desinfiziert sich eine Ärztin am Montag die Hände. Das Universitätsklinikum bittet derzeit darum, die Krankenbesuche in allen Abteilungen zu reduzieren.
In der neuen Dresdner Corona-Ambulanz desinfiziert sich eine Ärztin am Montag die Hände. Das Universitätsklinikum bittet derzeit darum, die Krankenbesuche in allen Abteilungen zu reduzieren. © Ronald Bonß

Dresden. In Dresden hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag auf fünf erhöht. Dabei handelt es sich um das Rentner-Ehepaar, das bereits am Wochenende positiv auf den Erreger getestet wurde. Am Dienstag sind darüber hinaus drei weitere Erkrankte hinzugekommen. Was über sie bekannt ist und wie sich das Corona-Virus auf das Leben in Dresden auswirkt.

Was weiß das Gesundheitsamt über die drei neuen Infizierten?

Laut Stadt hat sich eine junge Frau mit dem Corona-Virus infiziert. Sie war zu Gast in Dresden, kommt aber nicht aus der sächsischen Landeshauptstadt. Außerdem ist der Erreger bei einem Mann nachgewiesen worden, der in Dresden lebt. Eine seiner Kontaktpersonen ist ebenfalls infiziert. „Bei allen Personen konnte eine Verbindung zu einem Aufenthalt in der Risikoregion Südtirol hergestellt werden“, so die Stadtverwaltung. Alle drei seien umgehend isoliert worden. Außerdem ermittle das Gesundheitsamt Kontaktpersonen. Die Stadt teilte am Dienstag auch mit, dass die Testergebnisse weiterer Verdachtsfälle ausstehen. So befindet sich derzeit eine dreiköpfige Familie in häuslicher Isolation. Sie hatte Kontakt mit einer infizierten Person im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Familie sei laut Ministeriumssprecher Andreas Friedrich zwar zunächst negativ getestet worden. Dennoch dürfe sie das Haus bis zum 14. März nicht verlassen.

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Wie geht es den infizierten Dresdnern derzeit?

Der Gesundheitszustand aller fünf Infizierten sei stabil, so die Stadt. Das sächsische Gesundheitsministerium sprach zuvor von leichten Krankheitssymptomen, sodass die Erkrankten bei sich zu Hause isoliert würden. Auch das Rentner-Ehepaar harrt daheim aus, was für einen milden Verlauf spricht.

Werden alle geplanten Großveranstaltungen am Wochenende stattfinden?

Am Wochenende sollte auf dem Dresdner Messegelände die „Babywelt“ stattfinden – eine Messe für werdende Eltern. Rund 11.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr. Jetzt hat der Veranstalter, die Fleet Events GmbH, die Messe verschoben. „Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland hat sich der Veranstalter der Babywelt in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden dazu entschieden, die für dieses Wochenende geplante Babymesse in Dresden auf den 6. und 7. Juni 2020 zu verschieben“, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Auch die Ankündigungen von Spitzenpolitikern, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zu untersagen, hätten das Unternehmen zu der Entscheidung bewogen. „Wir hoffen sehr auf das Verständnis von Ausstellern und Besuchern“, sagte Geschäftsführer Thomas Köhler. Er bezeichnete die Entscheidung als einen schweren Schritt.

Und was passiert jetzt mit Messen, Partys und Konzerten, die in den nächsten Wochen stattfinden sollen?

Auch die Organisatoren des Dresdner Hutballs überlegen, ob sie die Veranstaltungen am 20. und 21. März absagen. „Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht, ob eine eventuelle Verschiebung der beiden Veranstaltungen infrage kommen könnte“, hieß es am Dienstag auf der Internetseite des Hutballs. Man stehe in engem Kontakt mit der zuständigen Behörde und wolle spätestens an diesem Freitag eine endgültige Entscheidung treffen. Bis dahin bitte man, von Nachfragen abzusehen.

Ob weitere Veranstaltungen in Dresden ausfallen, stand am Dienstag noch nicht fest. Die Messe Dresden GmbH bittet alle Besucher mit Erkältungssymptomen, nicht zu kommen, sollten Messen und Konzerte planmäßig stattfinden. Das würde auch die Ostermesse Anfang April betreffen. Die Entscheidung darüber, ob weitere Events abgesagt werden, hänge von den Empfehlungen und Weisungen der zuständigen Behörden ab, hieß es.

Ändern die Dresdner Kliniken ihre Strategie im Umgang mit dem Virus?

Das Dresdner Universitätsklinikum bittet seit Dienstag alle Angehörigen, die Besuche von Patienten im Klinikum zu reduzieren. „Wir empfehlen einen Besucher pro Patient und Tag“, heißt es auf der Internetseite. Wer einen ambulanten Termin habe, sollte sich nach Möglichkeit nicht begleiten lassen. Alternativ könne die Begleitperson auch außerhalb des Klinikgebäudes warten. Diese Regelung gelte nur, sofern der Patient nicht zwingend Hilfe benötige. Man habe die Verantwortung das Infektionsrisiko für alle Patienten und Mitarbeiter zu minimieren, begründet das Klinikum seine Bitte.

Ist Dresden von weiteren Flugstreichungen betroffen?

Bereits am Montag und Dienstag waren in Klotzsche mehrere Flüge gestrichen worden. Für diesen Mittwoch seien acht weitere Verbindungen annulliert worden, teilte Airport-Sprecher Björn-Henrik Lehmann mit. Betroffen seien Flüge von und nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Köln. Außerdem entfalle die Moskau-Verbindung.

Insgesamt hätten die Airlines für den März mehrere Dutzend Flüge am Dresdner Flughafen Dresden gestrichen, so Lehmann. Weniger Ankünfte und Abflüge gebe es nach aktuellem Stand bei den innerdeutschen Verbindungen nach Frankfurt und München (Lufthansa) sowie nach Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart (alle Eurowings). Auch nach Moskau (Aeroflot), Zürich (Swiss) und Basel (Easyjet) haben die Fluggesellschaften ihr Angebot reduziert.

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Damit reagieren die Airlines auf Stornierungen und rückläufige Buchungen im Zuge der Corona-Epidemie. Lufthansa hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, bis zu 50 Prozent aller Flüge zu streichen. So sollen die finanziellen Folgen des Nachfragerückgangs verringert werden. Auch dem Dresdner Flughafen droht ein schwieriges Jahr. Bereits 2019 war von Problemen gekennzeichnet. So wirkten sich die Insolvenz von Germania sowie die Thomas Cook-Pleite aus. Das Passagieraufkommen sank um knapp zehn Prozent.

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