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So geht es mit der Dampferflotte weiter

Das Unternehmen hat wieder Geld. Eine Berliner Beraterfirma macht einen Vorschlag, der vor allem die Passagiere trifft.

Das Rettungskonzept für die Dresdner Flotte steht. Aber wie genau geht es jetzt weiter?
Das Rettungskonzept für die Dresdner Flotte steht. Aber wie genau geht es jetzt weiter? © dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Mit den Millionen allein ist es nicht getan. Die Sächsische Dampfschiffahrt (SDS) braucht mehr als Geld für eine sichere Zukunft. Zwar ist das Unternehmen jetzt vorläufig finanziell abgesichert, doch bei zwei weiteren Niedrigwasser-Jahren 2020 und 2021 wird es wieder finanziell eng. Geschäftsführerin Karin Hildebrand muss Wege dafür finden, dass das Unternehmen auch dann nicht in Schieflage gerät, wenn die Dampfer kein Geld verdienen.

Was ist die derzeitige Situation der Flotte?

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Am Mittwoch stand die Elbe bei 54 Zentimetern, Tendenz fallend. Wie schon in den Wochen zuvor konnten wieder nur zwei Schiffe fahren. Der neue Sommerfahrplan, der seit Anfang August gilt, funktioniert bei einem Wasserstand von mindestens 60 Zentimetern. Damit fährt die Flotte wenigstens nicht ins Minus. Er hilft gerade so, die laufenden Kosten zu decken. Im SZ-Gespräch sagte Karin Hildebrand dazu aber, „das macht keinen Spaß“. Schließlich müssen die Schiffe so viel Geld verdienen, dass nicht nur der laufende Betrieb finanziert werden kann, sondern zum Beispiel auch Investitionen möglich sind. Dazu ist die SDS auf einen Wasserstand deutlich über der 60 Zentimeter-Marke angewiesen. Der war vorübergehend am Donnerstag nach dem Regen am Mittwochabend erreicht. Da stand der Elbepegel bei 86 Zentimetern.

Was ist bisher passiert, um die Flotte zu retten?

Die Anteilseigner verzichten auf Geld, der Freistaat gibt Geld. Insgesamt bringt das vier Millionen Euro. Damit ist die Sächsische Dampfschiffahrt (SDS) wieder flüssig. Die Millionen sind das Ergebnis von stundenlangen Verhandlungen und zwei Sitzungen der Gesellschafter. Eine Hälfte des Geldes ist für Reparaturarbeiten bestimmt, die andere Hälfte dient dazu, Schlechtwetterperioden zu überstehen. Das können Niedrigwasser sein, aber auch Hochwasser.

Welche Aufgaben müssen intern im Unternehmen gelöst werden?

Das Geschäftsmodell der SDS muss weiterentwickelt werden, „so dass die Gesellschaft langfristig rentabel aufgestellt werden kann“, steht in einem neunseitigen Papier, das die Gesellschafter vor ihrem zweiten Treffen von der Geschäftsführung bekommen haben. Es solle „unter Beteiligung aller Gesellschafter und Gremien ... ein nachhaltiges Konzept erarbeitet werden“, heißt es weiter. Konkreter wird Karin Hildebrand nicht. Sie schließt aber „eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells“ nicht aus.

Heißt das, die Dampfer könnten vielleicht doch verkauft werden?

Nein, das schließen die Verantwortlichen aus. Einerseits käme ihr Verkauf „einer Liquidation der Gesellschaft gleich“, erklärt Geschäftsführerin Hildebrand. Andernfalls hätten die Dampfer allenfalls einen Kaufpreis in Höhe des Schrottwerts. Ein Verkauf an Dritte sei auch ausgeschlossen, weil der dauerhafte Betrieb für die neuen Besitzer zu teuer sei. Die Schiffe müssten vorgeheizt werden und „umfangreiches Personal bei geringer Passagierzahl“ sei nötig, hat die Geschäftsführerin den Anteilseignern erklärt. Alles viel zu teuer für einen neuen Eigentümer, der dieses Personal nicht hat. Nur die Salonschiffe könnten verkauft werden. Drei Millionen sind sie noch wert. Das ist nicht genug, um davon alle Rechnungen der SDS zu bezahlen. Dazu kommt, „dass diese beiden Schiffe einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Ergebnis der Gesellschaft leisten.“ Hildebrand stellt fest: Ohne diese zwei Schiffe könne die Flotte gleich den gesamten Betrieb einstellen.

Welche Vorschläge gibt es von Beratern und Freunden der Flotte?

Die Beraterfirma aus Berlin, die das Sanierungskonzept für die Dampfschiffahrt erarbeitet hat, schlägt eine Preiserhöhung vor. Die Tickets sollen demnach jeweils im nächsten und im übernächsten Jahr teurer werden. Um wie viel die Fahrkarten teurer werden sollen, ist dem Zahlenwerk nicht direkt zu entnehmen.

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Parallel dazu formiert sich derzeit ein neuer Verein, der die Flotte künftig unterstützen will. Noch ist nicht ganz klar, welche konkreten Ziele der Verein haben wird. Darüber soll am Montag bei einem Treffen der Initiatoren gesprochen werden. Dampfer-Chefin Karin Hildebrand ist eingeladen und plant auch, dabei zu sein. Dann könnte sich entscheiden, ob der neue Verein selbst Anteilseigner der Flotte werden soll oder gemeinnützig tätig wird und zum Beispiel Geld für konkrete SDS-Projekte sammelt.

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