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Zwei neue Firmen für Dresdner Dampfer

Eine Aktiengesellschaft aus der Schweiz hat in Dresden zwei Gesellschaften gegründet. Chef soll ein Dresdner werden.

Damit die Flotte wieder auf Kurs kommt, bemüht sich unter anderem ein Schweizer Unternehmen um die Dampfschiffahrt.
Damit die Flotte wieder auf Kurs kommt, bemüht sich unter anderem ein Schweizer Unternehmen um die Dampfschiffahrt. © Archiv/Marion Doering

Dresden. Zwei neue Firmen sollen künftig das Dampfer-Geschäft auf der Elbe übernehmen und dafür sorgen, dass die Schiffe gewinnbringend fahren und zugleich Dresden erhalten bleiben. Beide existieren bereits, die zweite ist erst wenige Stunden alt. Sie wurde am Freitag aus der Taufe gehoben und hat den Namen "Kulturerbe Dampfschiffe Dresden" bekommen. Gegründet hat sie ein Unternehmen aus Basel. Die Schweizer gehören zu den drei "seriösen" Bietern, die sich laut der Geschäftsführung der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDS) Hoffnungen auf die Übernahme des Unternehmens machen können.

Der Schweizer Bieter ist die United Rivers AG. Ihr Chef Robert Straubhaar hat bereits Fakten geschaffen. Er hat eine Betriebs-GmbH für die Dampfer und die zwei Salonschiffe der Flotte sowie die Kulturerbe-Firma für die Dampfer gegründet. Und er hat auch schon einen Chef für die Dresdner Unternehmungen gefunden. Das soll Stefan Bloch werden. Ein Dresdner, wie der Verein "Weiße Flotte Dresden - Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt" berichtet. Bloch ist Gastronomie-Fachmann und gemeinsam mit Straubhaar in der Geschäftsleitung der United-Tochter River Advice.

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Schweizer wollen alles selbst machen

Straubhaar hat Ende Juni in Dresden angerufen, um mit Dirk Ebersbach zu sprechen. Thema: die Dampfschifffahrt und der Weiße Flotte-Verein. "Er hatte hohe örtliche Kenntnisse, wusste alles über unseren Verein", erinnert sich der Vorsitzende der Dampferfreunde. Es sei ein sehr gutes Gespräch gewesen. Danach gab es weitere Kontakte. Am Freitag stellt der Verein nun fest: "Die Initiativen unseres Vereins stimmen ... mit dem Willen dieses Bieters überein, die Raddampfer zu erhalten und auch voll funktionsfähig im bestehenden Fahrgebiet einzusetzen."

Die Dampferfreunde kennen inzwischen Auszüge aus dem Konzept von United Rivers, mit dem sich die Schweizer um die Flotte beworben haben. "Die Kenntnisse des Geschäftsumfelds und neue mögliche Synergien durch bereits bestehende Geschäftsfelder lassen neue Geschäftsideen mit positiven Effekten erhoffen", schlussfolgern sie aus dem Lesestoff. Dazu muss man wissen: United Rivers bietet alles aus einer Hand, von der Flottenfinanzierung über den täglichen Schiffsbetrieb, die Tourplanung, das Catering, die Technik und das Personal an Bord, also Matrosen, Steuermänner und Kapitäne. Dazu gibt es jeweils eigene Tochterfirmen mit Namen wie River Nautical, River Technics und River Catering. Eine weitere ist River Advice, unter anderem mit den Schwerpunkten Schiffsbewertung und -finanzierung sowie mit Managementaufgaben für Schiffe und Reedereien.

Schweizer loben die Dresdner

Straubhaar nennt die Gespräche mit dem Dresdner Verein "äußerst angenehm, inhaltlich fundiert und bereichernd". Er habe großen Respekt davor, wie breit die Unterstützung ist, die der Verein für den Erhalt der Flotte mobilisiert hat. Und er Verspricht eine Zusammenarbeit auch in der Zukunft, sollte er den Zuschlag erhalten. 

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Der Verein kann sich nun darauf einrichten, in einem "Beirat" der Kulturerbe-GmbH eine Vertreter zu entsenden. Das habe die United Rivers AG angeboten. Auch eine Beteiligung an der GmbH sei denkbar. Dafür würden die Dampfer-Freunde dann das Geld verwenden, das ihnen bisher Spender überwiesen haben. Das sind jetzt reichlich 100.000 Euro. Unter anderem haben Schlagerstar Roland Kaiser und Sänger und Entertainer Gunther Emmerlich dazu aufgerufen, an den Verein Geld zu spenden.

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