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Das wird im nächsten Jahr teurer

Ticketpreise für Bus und Bahn, Parken, Strom, Kitagebühren, Philharmonie - hier wird in Dresden im kommenden Jahr an der Preisschraube gedreht.

Von Andreas Weller
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Es wurde zwar versucht, die Erhöhung der Ticketpreise für Busse und Bahnen zu stoppen, allerdings erfolglos.
Es wurde zwar versucht, die Erhöhung der Ticketpreise für Busse und Bahnen zu stoppen, allerdings erfolglos. © Sven Ellger (Archiv)

Einiges wird teurer 2020. Erneut werden für viele wichtige Leistungen die Gebühren erhöht. An welchen Stellen es die Dresdner in ihrem Geldbeutel merken werden.

Nach Hickhack beschlossen: Preise für Bus und Bahn steigen

Nach längerem Gezerre wurden auch für Dresden die Tariferhöhungen für Tickets bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) beschlossen. Das bedeutet konkret, ab 1. August werden folgende Karten innerhalb Dresdens teurer: Der Preis für die Einzelfahrt steigt von 2,40 auf 2,50 Euro. Vierer-Karten kosten dann neun Euro statt bisher 8,60 Euro – für Kurzstrecken steigt der Preis von 5,50 auf 5,80 Euro. 

Die Tageskarte gibt es dann für 6,50 Euro, bis dahin kostet sie sechs Euro. Die Familientageskarte steigt von neun auf zehn Euro, die Kleingruppenkarte von 15 auf 16,50 Euro, das Schülergruppenticket pro Person von 1,10 auf 1,20 Euro. Die Monatskarte kostet künftig 63,60 Euro, bisher liegt sie bei 61,50 Euro. Die 9-Uhr-Monatskarte steigt von 52,40 auf 54,20 Euro.

Mehr zahlen müssen auch die Abo-Kunden, obwohl zunächst versucht wurde, dies zu verhindern. Für eine Abo-Monatskarte werden künftig 53,70 statt bisher 51,90 Euro fällig. Beim 9-Uhr-Abo steigt der Preis von 44,50 auf 46,10 Euro pro Monat. Die Abo-Preise wollte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eigentlich nicht erhöhen. So sollten mehr Abo-Kunden angelockt und treue DVB-Nutzer belohnt werden. Im Stadtrat bekam er allerdings keine Mehrheit dafür, auch weil er mit seinem Vorschlag viel zu spät kam.

Strom wird teurer: Aber nicht alle Dresdner sind sofort betroffen

Die teilweise gute Nachricht kommt von der Drewag. Die Dresdner Stadtwerke werden zum Jahresbeginn nichts an ihren Preisen ändern. "Der Gaspreis bleibt generell stabil", so Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. Auch bei Wasser und Fernwärme ändert sich nichts. Beim Strom bleiben die Preise zunächst wie bisher. "Es ist eine Erhöhung geplant, allerdings steht weder fest, wann, noch wie hoch diese ausfällt", erklärt Ostmann.

Anders sieht es für die Enso-Kunden aus. Laut dem Unternehmen beliefert es in Dresden rund 12.000 Kunden mit Strom. Diese wohnen vor allem in den eingemeindeten Gebieten wie Weißig, Cossebaude, Weixdorf und Langebrück. Die Enso verlangt ab Januar mehr für den Strom. Das liegt auch daran, dass die Preise zuletzt zum 1. Januar 2017 angehoben wurden, erläutert Enso-Sprecherin Claudia Kuba.

Konkret bedeutet das, ab Januar erhöht sich bei allen Strom-Produkten der Verbrauchspreis um 1,55 Cent je Kilowattstunde brutto. Auch der Grundpreis steigt: für den Grundversorgungstarif um 17,85 Euro pro Jahr, für die Strom-Produkte um 11,90 Euro im Jahr. Ein Durchschnittskunde der Enso zahlt dann, bei einem jährlichen Verbrauch von 2.700 Kilowattstunden, monatlich 4,98 Euro mehr. Im günstigeren "Swing"-Tarif wären es bei gleichem Verbrauch 4,47 Euro pro Monat mehr.

Eintritt in Kulturpalast steigt: Aber es gibt auch besonders günstige Tickets

Seit der Wiedereröffnung im Mai 2017 haben sich die Eintrittspreise für Philharmoniekonzerte im Kulturpalast nicht erhöht. Das ändert sich nun, so hat es der Stadtrat beschlossen. Mit dem Preisanstieg sollen aber auch neue Vergünstigungen finanziert werden.

45 Euro wird künftig eine Karte in der bisher besten Kategorie I kosten. Diese gab es bisher für 39 Euro. In der Kategorie II werden 39 statt 34 Euro fällig. 33 statt 29 Euro kostet eine Eintrittskarte in der Kategorie III und in der Kategorie IV steigt der Ticketpreis von 23 auf 25 Euro. Zusätzlich wird auch eine neue, teure Kategorie eingeführt. Jeweils 55 Euro zahlen Besucher für die 73 besten Plätze.

Aber es gibt auch Positives: Der Eintritt in der bisher günstigsten Kategorie V bleibt bei 18 Euro. Und es wird eine neue Kategorie VI eingeführt. In dieser gibt es bei jedem Konzert jeweils 20 Karten für je fünf Euro. Dabei handelt es sich um Randplätze im Parkett. „Wir wollen für alle Gesellschaftsschichten ein Angebot machen“, erklärt Intendantin Frauke Roth. Deswegen die Spreizung zwischen besonders günstigen und teuren Tickets. 

Außerdem wird ein Familienangebot eingeführt. Familien, die mit zwei oder mehr Kindern Konzerte besuchen, zahlen für ihre Kinder gar keinen Eintritt mehr. „Und die Dresdner Schulkonzerte werden komplett entgeltfrei“, erklärt die Intendantin. Es habe immer wieder Probleme gegeben, dass Eltern sich auch die fünf Euro für den Eintritt für ein Schulkonzert nicht leisten konnten. Jedes Dresdner Schulkind solle so die Chance haben, ein großes Orchester zu erleben.

Insgesamt sollen durch die Erhöhungen 3,45 Millionen Euro im Jahr 2020 mehr eingenommen werden und 2021 sogar 3,65 Millionen Euro. Das liegt daran, dass dann auch die Miete für den Konzertsaal und das Foyer im Kulturpalast steigen. 

Parken und Kitagebühren steigen: Noch ist unklar, wie teuer es wird

Die Parkgebühren sollen bereits seit Jahren steigen. Sie wurden seit 14 Jahren nicht erhöht. Aktuell nimmt die Stadt rund acht Millionen Euro mit den städtischen Parkplätzen ein. In der Innenstadt soll es teurer bleiben als am Rand, das ist klar. Noch nicht geregelt ist, wie viel das Parken teurer werden soll. Der Plan der Stadt lautet, elf Millionen Euro statt der bisher acht Millionen Euro einzunehmen. 

Als OB Hilbert vorschlug, die DVB-Abos nicht zu erhöhen, wollte er das mit den Parkgebühren kompensieren. Dann sollten es 12,8 Millionen Euro Einnahmen werden. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) erarbeitet gerade eine Vorlage dazu. Der Vorschlag wird dann im Stadtrat diskutiert. Ausgang offen.

Ähnlich ist es bei den Kitagebühren. Die Elternbeiträge sollten eigentlich bereits im September dieses Jahres steigen. Das lehnte der Stadtrat ab, weil den Politikern der Anstieg zu hoch war. Nun soll die Verwaltung einen Vorschlag mit geringeren Erhöhungen vorlegen. Einige hoffen auch noch darauf, dass die Beiträge gar nicht steigen. Diese orientieren sich an den Betriebskosten, die prozentual auf die Eltern umgelegt werden können.   

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