merken
PLUS Dresden

"Die Altmarktgalerie ist etwas Besonderes"

Jens Preißler hat schon viele Shopping-Center geleitet. Welche Pläne er mit der Dresdner Einkaufsmeile hat und was zu Weihnachten passiert.

Erwartetet am zweiten Adventswochenende einen Kundenansturm: Centermanager Jens Preißler.
Erwartetet am zweiten Adventswochenende einen Kundenansturm: Centermanager Jens Preißler. © Sven Ellger

Reichlich drei Monate ist er jetzt da, seitdem seine Vorgängerin Nadine Strauß in den Mutterschutz gegangen ist. Zeit genug, um auf die Weihnachtszeit vorbereitet zu sein, in der an Spitzentagen bis zu über 100.000 Kunden in die Altmarktgalerie strömen. Die SZ sprach mit Jens Preißler, wie er die Einkaufspassage weiterentwickeln will und weshalb sie eine der bestgelegenen in Deutschland ist.

Was macht Sie zum richtigen Mann für die Altmarktgalerie?

Anzeige
Die Sachsen-Edition von Mühle Glashütte
Die Sachsen-Edition von Mühle Glashütte

Ab sofort gibt es den sportlich-eleganten Teutonia II Chronographen exklusiv bei DDV Lokal zu erwerben. Die Edition ist auf nur 100 Stück limitiert.

Wohl meine Erfahrung in der Leitung von Einkaufszentren. Ich bin seit 2001 bei ECE und habe seitdem Häuser in Viernheim, Braunschweig, Essen, Hamburg, Chemnitz und Zwickau geleitet. Zwei davon habe ich auch mit eröffnet. Die Altmarktgalerie ist aber von der Lage mitten in der Stadt und auch von der Größe einmalig. Zudem ist unser Publikum international. Ich bin sehr glücklich, dieses Haus leiten zu dürfen.

An diesem Adventswochenende dürfte es ziemlich voll werden bei Ihnen, zumal verkaufsoffener Sonntag ist. Wird es dabei nicht zu eng?

Da haben Sie recht, das zweite und dritte Adventwochenende sind erfahrungsgemäß die einkaufsstärksten, und die Galerie wird gut gefüllt sein. Aber unsere Gänge sind breit, und die 200 Geschäfte verteilen sich auf drei Etagen. Außerdem sind freitags und sonnabends von 12 bis 20 Uhr sowie am verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 18 Uhr 20 Hostessen als Engel und Pagen im Einsatz, die Besuchern den Weg weisen oder beim Tragen der Einkäufe bis zum Auto helfen. Unsere Kundeninfo ist in der Adventszeit immer mit drei Beraterinnen besetzt, die mehrere Sprachen wie Englisch, Russisch, Tschechisch oder auch Mandarin sprechen, damit allen Gästen weitergeholfen werden kann.

Wo findet man diese Sprachtalente?

Zum Beispiel bei der TU Dresden, die viele ausländische Studenten hat. Und die fragen zum Teil bei uns an, ob sie sich etwas dazuverdienen können.

Haben sich auch die Geschäfte auf die internationalen Gäste eingestellt?

Ja, viele haben mehrsprachige Verkäufer. Wir bieten auch Schulungen für unsere Mieter an, in denen wir über die aktuelle Zusammensetzung der Touristen in Dresden informieren und wie sich Übernachtungszahlen entwickeln. Viele sind dafür sehr dankbar, weil ihnen das natürlich hilft, besser auf Kundenwünsche eingehen zu können. Außerdem bieten wir als Center ein mehrsprachiges digitales Wege-Leitsystem an, das immerhin 800.000 Zugriffe pro Jahr hat. Und mit Global Blue eine Möglichkeit, dass sich Gäste aus dem Ausland die Mehrwertsteuer erstatten lassen können. Das wird rege genutzt.

Haben Sie noch freie Läden?

Aktuell sind vier kleinere Flächen im Umbau. Ausgezogen sind die Anbieter Sons & Daughter, Built a Bear, Gerry Weber und ein Dönerbetrieb. Für alle haben wir bereits Nachmieter gefunden, die Nachfrage ist Dresden zum Glück sehr gut. Bitte verstehen Sie, dass ich noch keine Namen nennen kann. Im Januar und Februar werden die Läden hergerichtet. Ansonsten haben wir kaum Fluktuation.

Welche Neuerungen gibt es außerdem?

Nächste Woche eröffnen wir eine Kinderspielfläche im Obergeschoss in Höhe der griechischen Gastronomie. Dort wird es eine Wippe, eine Rutsche und analoge Spiele geben. Kinder sollen sich dort austoben können, damit der Einkaufsbummel für Familien nicht zu stressig wird. Inzwischen haben wir 60 zusätzliche Sitzmöglichkeiten aufgestellt, auch im Bereich vor der Schnellgastronomie im Untergeschoss, wo sie bisher fehlten. Außerdem ersetzen wir die alten Stück für Stück durch neue Loungemöbel wie Ohrensessel. Kunden sollen sich auch ohne Konsumzwang in der Altmarktgalerie wohlfühlen. Neue Beleuchtung ist im Bereich der Kundeninformation und auf den Fußwegen im Parkhaus dazugekommen. Insgesamt haben wir rund zwei Millionen Euro investiert.

Ihre Vorgängerin hat eine Shoppingberaterin etabliert. Wird es mehr solcher Angebote geben?

Die Nachfrage steigt regelmäßig, das geht von der klassischen Stilberatung bis hin zur Brille und Frisur sowie zur konkreten Shoppingtour in Läden unseres Hauses. Nutzer sind vor allem Frauen. Künftig werden wir sicher weitere Berater einstellen. Wir freuen uns aber auch, dass inzwischen 21 Geschäfte in unserer Digital Mall mitmachen. Seit einem halben Jahr kann man dort von zu Hause eine konkrete Suchanfrage eingeben wie beispielsweise seine rote Lederjacke in Größe 36. Dann wird angezeigt, in welchen Läden eine Solche vorrätig ist, und man kann sie reservieren, um sie später beim Besuch in unserem Haus anzuprobieren. Wir merken, dass die Kunden ihren Einkauf immer besser vorbereiten und zielgerichteter kaufen. Und es spart Retouren, die beim Onlinehandel anfallen.

Vor allem Jüngeren ist der Umweltgedanke wichtig. Wie schneidet die Altmarktgalerie in der Frage ab?

Nicht schlecht, würde ich sagen. Wir beziehen wie alle ECE-Einkaufszentren nachhaltig erzeugten Strom und überprüfen unseren Verbrauch regelmäßig, um weiter einsparen zu können. Mieter tauschen ihre Beleuchtung gegen LED aus und können so teilweise auf Klimaanlagen verzichten. Ich denke darüber nach, Solarpanels auf unserem Flachdach installieren zu lassen.

Was kann man im nächsten Jahr neben einem Einkauf noch im Haus machen?

Zum Beispiel die spannendsten Spiele der Fußball-Europameisterschaft verfolgen, wozu wir auch ein Gewinnspiel anbieten werden. Besonders freue ich mich auf die großflächige Bepflanzung zu Ostern.

Weiterführende Artikel

Altmarktgalerie schließt eher

Altmarktgalerie schließt eher

Warum jetzt wochentags auf die letzte Stunde verzichtet wird.

Sieben Millionen Euro für Altmarkt-Umbau

Sieben Millionen Euro für Altmarkt-Umbau

Der Stadtrat hat entschieden, dass eine teurere Variante umgesetzt wird. Das bringt neue Risiken mit sich.

Die Kunden saugen die Farben nach der grauen Jahreszeit regelrecht auf. Und wir bieten im Mai die Ausstellung Faszination Mensch mit interaktiven Tools an. Dort kann man beispielsweise die Hand auflegen und sieht seine Fingerknochen oder bekommt die Verdauung erklärt. Ich persönlich möchte gern prüfen, ob wir Bienenvölker auf unseren begrünten Flachdächern ansiedeln können. Das möchte ich mit dem Team diskutieren und interessierte Imker finden.

Das Gespräch führte Kay Haufe.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach. 

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Dresden