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Jetzt amtlich: Koné stürmt nach Frankreich

Dynamo bestätigt, dass er zu Olympique Nimes nach Frankreich wechselt. Für die Dresdner ist es ein Minusgeschäft, das sich trotzdem rechnen könnte.

Bei Dynamo war Moussa Koné zuletzt unzufrieden und auch auf dem Platz unglücklich. Das Spiel in Nürnberg vor Weihnachten bleibt sein letztes für die Dresdner.
Bei Dynamo war Moussa Koné zuletzt unzufrieden und auch auf dem Platz unglücklich. Das Spiel in Nürnberg vor Weihnachten bleibt sein letztes für die Dresdner. © Eibner-Pressefoto

Dresden. Seit 13.29 Uhr ist es offiziell. Mit einer Pressemitteilung hat Dynamo Dresden am Mittwochmittag den Wechsel von Moussa Koné  zu Olympique Nimes bestätigt. Der 23 Jahre alte Angreifer unterschreibt bei dem französischen Erstligisten einen Vertrag für dreieinhalb Jahre. Über die Modalitäten der Ablöse, speziell die Summe, die Dynamo für den Senegalesen kassiert, wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart. 

Damit ist aus dem Gerücht, das seit Wochen kursierte und sich in den vergangenen Tagen verfestigt hatte, eine Nachricht geworden. Während des Trainingslagers in Spanien hatte Dynamo bereits bestätigt, dass der 23-Jährige in konkreten Verhandlungen stecke.

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Aus Sorge, er könne sich verletzten und der Wechsel daran scheitern, verzichtete Trainer Markus Kauczinski bei den beiden Tests in Andalusien auf einen Einsatz Konés. Er verletzte sich trotzdem leicht, fehlte bei den letzten Trainingseinheiten wegen Schmerzen im Sprunggelenk - genauso wie beim Teamausflug am Sonntag nach Marbella. 

Unterschiedliche finanzielle Vorstellungen

Vieles deutete also auf einen baldigen Abschied hin. Der zog sich jedoch etwas länger hin als gedacht, weil offensichtlich die finanziellen Vorstellungen der beiden Vereine weit auseinander lagen. Dynamo hatte im Januar 2018 bei der Verpflichtung des Senegalesen knapp zwei Millionen Euro an den FC Zürich überwiesen. 

In etwa diese Summe wollten die Schwarz-Gelben nun auch von Nimes. Laut Transfermarkt.de liegt Konés Marktwert derzeit sogar bei 3,5 Millionen Euro. Doch die Summe scheint zu hoch gegriffen, das letzte seiner 22 Tore, die er für Dynamo in 59 Zweitliga-Partien erzielt hatte, schoss er im November. 

Die Dresdner werden nach SZ-Informationen nun rund 1,5 Millionen kassieren, allerdings nur für den Fall, dass Nimes die Klasse hält. Derzeit steht der Klub, bei dem auch der Ex-Dresdner Haris Duljevic seit Sommer unter Vertrag steht, auf Rang 19, hat fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Sollte Olympique absteigen, bekommt Dynamo wohl nur eine Million Euro. 

„Ich durfte in Dresden zwei sehr emotionale und – trotz der sportlich nicht immer einfachen Situation – schöne Jahre erleben", wird Koné vom Verein zu seinem vorzeitigen Abschied zitiert. Der Rückhalt der Dynamo-Fans sei immer etwas ganz Besonderes gewesen. "Ich wünsche dem gesamten Verein von Herzen, dass der Klassenerhalt in dieser Saison noch erreicht wird und werde an die Zeit bei Dynamo immer gerne zurückdenken“, ließ Koné verkünden. Sein Kontrakt bei der SGD war bis Juni 2022 gültig.

Bei Abstieg keine Ablöse im Sommer

Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge lobte Koné dafür, dass er sich jederzeit offen und fair verhalten und stets in den Dienst der Mannschaft gestellt habe. "Im Fußball spielen neben dem sportlichen Erfolg aber immer auch monetäre Entscheidungen eine Rolle. Wir haben daher einige Parameter festgelegt, die erfüllt sein mussten, damit ein entsprechender Transfer zustande kommen würde. Das ist nun der Fall gewesen", erklärte Minge. Mit Patrick Schmidt und Godsway Donyoh hat Dynamo in der Winterpause zwei neue Stürmer verpflichtet, dabei gilt der Ghanaer Donyoh wegen seiner Schnelligkeit auch als Koné-Ersatz. 

Auf den ersten Blick hat Dynamo ein Minusgeschäft gemacht, doch es könnte trotzdem ein lukratives sein. Konés Vertrag bei den Dresdnern lief zwar noch bis  2022, galt aber nicht für die 3. Liga. Wenn Dynamo den Klassenerhalt nicht schaffen sollte, hätte der Stürmer im Sommer ablösefrei wechseln können. 

"Wenn ich Hellseher wäre und wüsste, dass es so kommt (Abstieg in die 3. Liga/Anm. d. A.), würde ich sagen: Nehmt für mich, was ihr noch kriegen könnt“, hatte Koné in seinem letzten Interview vor seinem Wechsel in der Bild-Zeitung gesagt. 

Dynamos Aufsichtsrat muss dem Verkauf nicht zustimmen, da es sich um ein operatives Geschäft handelt. Koné soll für Nimes bereits am kommenden Samstag in der Ligue 1 gegen St. Etienne spielen. Minge dankte ihm für seine Leistungen im Dynamo-Trikot und wünschte viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe.

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Moussa Koné steht kurz vorm Abgang. Dynamo zögert, verzichtet aber heute im Testspiel auf den Stürmer. Offenbar geht es nur noch um die Höhe der Ablöse.

Derzeit steht Koné in einer Dynamo-Statistik ganz vorn: Seit seinem Treffer im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart ist er mit 22 Treffern der Rekordtorschütze in der 2. Bundesliga. Er hat damit Mikael Poté überholt, der zwischen 2011 und 2014 in 83 Spielen für die Schwarz-Gelben 21-mal getroffen hatte.

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