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Elbepegel auf Jahreshoch

Es ist mehr als ein Jahr her, dass der Fluss in Dresden so viel Wasser führte, wie in diesen Tagen. Die Ursache dafür haben die Fachleute in Tschechien ausgemacht.

Majestätisch wirkt die Elbe, wenn sie so viel Wasser führt wie in diesen Tagen.
Majestätisch wirkt die Elbe, wenn sie so viel Wasser führt wie in diesen Tagen. © Sven Ellger

Dresden. So sah die Elbe schon lange nicht mehr aus. Sie ist ein breiter Strom. Dort, wo es wochenlang knochentrocken war, fließt jetzt Wasser durch Dresden, am Königsufer und vor dem Japanischen Palais sind Teile der Wiesen geflutet und die Dampfer am Terrassenufer, die an den Anlegestellen in schlechten Zeiten so tief liegen, dass man ganz an den Rand der Ufermauer herantreten muss, um sie ganz zu sehen, kann man jetzt sogar im Vorbeifahren aus dem Auto bewundern.

Am Schnee aus dem Riesengebirge, so wie bei einem klassischen Frühlingshochwasser, liegt es jetzt nicht, dass die Elbe stellenweise über die Uferbegrenzungen geschwappt ist. "Der deutliche Anstieg hat seine Ursache in den teils extremen Niederschlägen der vergangenen Woche im tschechischen Teil des Elbeeinzugsgebietes", erklärt Karin Bernhardt, die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Im Wochenbericht der Gewässerkundler vom Dienstagabend heißt es dazu, im Isergebirge habe es "unwetterartige Niederschläge" gegeben. In diesem Gebirge zwischen Liberec und dem tschechischen Teil des Riesengebirges entspringt die Iser. Ihr Wasser fließt schließlich in die Elbe.

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Die Experten im LfULG überwachen alle sächsischen Flusspegel, darunter auch die Messstellen an der Elbe in Dresden und in Schöna. Sie haben außerdem Zugriff auf die tschechischen Flusspegel und Kontakt zu ihren Kollegen in Tschechien. Auf Nachfrage erklären sie stets, dort werde bei Bedarf alles getan, was möglich ist, um den Elbepegel im Raum Dresden so zu regulieren, dass auch die Dampfer fahren können. Dabei kommt es unter anderem auf das Wasser aus den Moldaustautufen an, das in Tschechien aber auch gebraucht werde, um das Kernkraftwerk Temelin zu kühlen und die Trinkwasserversorgung von Prag sicherzustellen.

Höchststand 3,35 Meter

Die Messstellen in Schöna und Dresden haben in dieser Woche angezeigt: Die Elbe ist so deutlich gestiegen, wie schon lange nicht mehr. Der Höchststand sollte in Dresden laut den Vorhersagen am Mittwoch erreicht werden, aber schon am Dienstagabend kletterte der Wasserpegel auf dieses Niveau. 3,35 Meter waren es um 18 Uhr. Keine Gefahr für die Elbanrainer, bis zur Marke für die niedrigste der vier Hochwasser-Alarmstufen fehlten da noch 65 Zentimeter. "Eine Hochwassergefahr besteht nicht", teilte Karin Bernhardt mit. Es ist mehr als ein Jahr her, dass die Elbe so viel Wasser führte. Zuletzt war das so zwischen dem 17. und dem 21. März 2019, berichtet die LfULG-Sprecherin. Damals erreichte der Fluss seinen Höchststand am 19. März mit 3,73 Metern.

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Ab Dienstagabend ging es in Dresden schon wieder abwärts. Das hatte sich bereits am Montag an der tschechischen Grenze in Schöna angedeutet, denn dort wurde schon an diesem Tag kein weiterer Pegelanstieg erwartet. Und der Pegel wird weiter fallen, denn alle Messstellen auf tschechischer Seite zwischen der Quelle im Riesengebirge und der Labe bei Decin zeigen an: auch dort geht der Wasserstand des Flusses zurück. Genug Wasser für die Dampfschifffahrt führt der Fluss aber sicher noch weit über das Juni-Ende hinaus. Denn die Flotte ist seit dem vergangenen Jahr darauf eingerichtet, auch dann noch fahren zu können, wenn der Elbepegel deutlich unter einem Meter liegt. Das gilt zumindest für die Strecken in Dresden. Ob dann auch noch die Strecke nach Meißen und die Touren im Elbsandsteingebirge angeboten werden können, entscheiden die Verantwortlichen in Abhängigkeit von den jeweiligen Pegelprognosen und teilen Änderungen auf der Internetseite der Flotte mit. (SZ/csp)

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