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Stimmen Sie ab: Ihr Favorit für Dresdner Neubau

Klassisch oder modern? Unternehmer Frank Wießner hat zwei Versionen für das Venezianische Haus entwerfen lassen. Welche gefällt Ihnen besser?

So könnte die Ergänzung des Ensembles in der klassischen Variante aussehen.
So könnte die Ergänzung des Ensembles in der klassischen Variante aussehen. © Arte4D/Max Wiessner Baugeschäft

Dresden. Bauunternehmer Frank Wießner möchte das Venezianische Haus mit seinen Anbauten am Terrassenufer 3 - 7 wiedererstehen lassen. Dafür hat er zwei Varianten erarbeiten lassen: eine moderne Ergänzung des Ensembles sowie eine klassische. Die SZ hat dazu eine Meinungsbild eingeholt. Bisher liegt der historisierende Entwurf klar vorn, 86 Prozent der Teilnehmer favorisieren ihn, während sich nur 14 Prozent für eine moderne Variante aussprechen. Doch noch ist Zeit, an der Abstimmung teilzunehmen. Entscheiden Sie mit, in welche Richtung dieses Projekt gehen soll!  

Wießners Traum ist es, auf der heutigen Wiese am Fuße der Carolabrücke ein wunderschönes Ensemble zu bauen, das den Dresdnern gefällt und eine gelungene Fortsetzung der Brühlschen Terrasse wird. Denn ein solches Pendant bildeten das Venezianische Haus und seine Nachbargebäude vor der Zerstörung 1945. 

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Vor rund einem Monat hat Wießner der Öffentlichkeit seine Pläne vorgestellt. Damals zunächst nur mit einem modernen Entwurf. Doch geht es nach ihm, soll die  Dresdner Stadtgesellschaft die Möglichkeit haben, zwischen modern und klassisch zu entscheiden. Deshalb hat er neue Entwürfe erstellen lassen. 

Das Venezianische Haus auf einer Postkarte um 1910.
Das Venezianische Haus auf einer Postkarte um 1910. © Sammlung Holger Naumann

Und es werden nicht die Letzten sein, wie Wießner  ankündigt. "Wir werden noch mindestens drei weitere Varianten entwickeln und dem Stadtrat in Dresden zur Beratung und Entscheidung vorlegen." Allerdings weist der Bauunternehmer darauf hin, dass die moderne Variante zunächst nur vorempfunden ist und so nicht gebaut werden soll. Denn sollte sich die Mehrheit der Stadträte für den modernen Anbau aussprechen, plant er einen Wettbewerb mit zehn Architekten. "Ich selbst bin da überhaupt nicht festgelegt und würde auch gern mal was cooles Modernes bauen. Aber die Entscheidung treffe nicht ich."     

Das könnte die Variante mit dem modernen Anbau sein, allerdings will Wießner dazu einen Wettbewerb starten und gibt diese Visualisierung nur als Orientierung vor.
Das könnte die Variante mit dem modernen Anbau sein, allerdings will Wießner dazu einen Wettbewerb starten und gibt diese Visualisierung nur als Orientierung vor. © Arte4D/Max Wiessner Baugeschäft

Städtebauliche Untersuchung geplant

Wießner geht mit der öffentlichen Präsentation seiner Ideen einen ungewöhnlichen Weg, denn das Grundstück vor dem Busparkplatz gehört nicht ihm, sondern der Stadt. Die hat dafür noch keine konkreten Pläne. Und genau diesen Umstand will der Unternehmer nutzen, um die Stadträte für sein Projekt gewinnen zu können. Von denen gab es bisher nur positive Rückmeldungen, das Venezianische Haus fand viel Zustimmung, sagt Wießner.

Inzwischen hat sich auch die Gestaltungskommission zu Wort gemeldet. Diese empfiehlt als Reaktion auf Wießners Pläne, das Umfeld des Terrassenufers städtebaulich genauer zu untersuchen. "Das Stadtplanungsamt greift diese Empfehlung auf", hatte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen in Vertretung des Baubürgermeisters vor Kurzem mitgeteilt. 

So sah das Venezianische Haus in Dresden um 1900 aus.
So sah das Venezianische Haus in Dresden um 1900 aus. © SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Ermenegildo Ant

Doch nicht allein das Venezianische Haus ist der Anlass für die geplante Untersuchung, sondern auch das Hotel am Terrassenufer. Dieses sollte nach dem Willen der Stadt eigentlich längst abgerissen werden, wie sein Schwesternbau, der schon lange gefallen ist. Doch der Eigentümer hat dagegen geklagt und Recht bekommen. Nun will er das Hotel in nächster Zeit sanieren, wie die Stadt informiert.

Durch das hohe Hotelgebäude sei heute eine städtebaulich unbefriedigende Situation entstanden, schätzt die Gestaltungskommission ein. Die Untersuchung des gesamten Umfeldes soll Vorschläge bringen, wie man eine Lösung findet zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Hoteleigentümers und den architektonischen Ansprüchen an das Gebiet.

Bauunternehmer Wießner hält nicht viel von dieser Untersuchung. Er ist sich aufgrund der Reaktionen auf seine Pläne sicher, dass die Dresdner wollen, dass er die Gebäude wieder aufbaut. In einer nicht repräsentativen Befragung der SZ-Leser hatten sich 86 Prozent der Teilnehmer für die Wiedererrichtung  ausgesprochen. Nur über das Wie, also mit modernem Anbau oder einer klassischen Ergänzung, möchte Wießner jetzt gern eine Orientierung  erhalten. 

Kreativzentrum mit Künstlerhotel

Auch zur Nutzung der Gebäude hat der Unternehmer bereits klare Vorstellungen. Entstehen soll ein Kreativzentrum für Künstler und Start-ups, mindestens 20 Prozent der Fläche soll als geförderter Bereich dafür und auch für Sozialwohnungen bereitstehen. Ergänz wird das Angebot durch Bürolofts und auch ein Künstlerhotel schwebt Wießner in einem der Häuser vor. Zwölf Millionen Euro, so sagen es seine Berechnungen, muss er in das Projekt investieren. Über die Finanzierung macht er sich keine Sorgen. Und auch der Bedarf für seine Angebote sei in Dresden vorhanden.

Schwierig ist indes die Lage der Fläche im Überschwemmungsgebiet der Elbe. Das könnte jedoch baulich geklärt werden, indem das Erdgeschoss überflutbar gestaltet oder mit Schotten geschützt würde, sagt der Bauunternehmer.

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Dazu kommt die Lärmproblematik, hervorgerufen durch den Verkehr auf der Carolabrücke sowie am Terrassenufer. Doch auch dafür gibt es Lösungen, indem zu diesen Seiten vor allem Arbeitsräume entstehen sollen. 

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