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Dresden erhält 15 EU-Millionen für Stadtteile

Das Geld dient dem Fördern benachteiligter Stadtteile in West und Nord. Es sollen Häuser saniert, Parks, Kitas und Schulen gebaut und Jobs geschaffen werden.

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Von Denni Klein

Gestern übergab Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) der Landeshauptstadt den Bescheid über 15 Millionen Euro EU-Fördermittel für benachteiligte Stadtteile. Nach SZ-Informationen erhält Dresden die Höchstförderung. Mit den fünf Millionen Euro Eigenanteil stehen bis zum Jahr 2013 für den Dresdner Westen und Norden knapp 20 Millionen Euro bereit.

Woher stammt das Geld, und warum bekommt es Dresden?

Die 15 Millionen Euro stammen aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Landeshauptstadt Dresden hat sich für den aktuellen Förderzeitraum von 2007 bis 2013 erneut um Zuschüsse beworben, um noch immer benachteiligte Stadtteile zu entwickeln. Nach Ansicht der verantwortlichen Stadtplaner bescheinigt der Freistaat mit der erneuten Förderung der Stadt einen großen Erfolg im ersten EU-Förderzeitraum von 2000 bis 2006. Gleichzeitig wird aber auch das Gefälle innerhalb Dresdens bestätigt.

Welche Dresdner Stadtteile profitieren von dem Geld?

Freuen können sich im Dresdner Norden die Stadtteile Pieschen, Leipziger Vorstadt und Trachau. Hier werden rund fünf Millionen Euro der EU-Gelder hinfließen. Im Westen wird vor allem die Friedrichstadt profitieren. Daneben sind auch Projekte in der Wilsdruffer Vorstadt sowie in Cotta und Löbtau vorgesehen. Hier stehen zehn EU-Millionen bereit. Es sind bereits über 40 konkrete Projekte geplant.

Warum bekommen nur diese Stadtteile die Millionen?

Die EU will ausdrücklich entwicklungsschwache Gebiete fördern. Die ausgewiesenen Fördergebiete weisen im Vergleich zum Stadtdurchschnitt deutlich mehr Arbeitslose und sozial schwache Einwohner auf. So braucht zum Beispiel fast jedes zweite Kind in den Gebieten zum Überleben Sozialleistungen. Außerdem gibt es wesentlich mehr Wohnungsleerstand, Altlasten wie Ruinen und Brachflächen. Diese Anteile sind bis zu fünfmal höher als im Dresden-Schnitt. Diese Defizite sollen verschwinden.

Was kann mit dem EU-Geld alles gefördert werden?

Mit dem Geld können Kitas, Parks, Straßen und Schulen gebaut oder saniert werden, Jugendtreffs, Stadtteilkultur und Sozialarbeit gefördert sowie Firmengründungen und der Aufbau neuer Jobs unterstützt werden. Ziel ist mehr Lebens- und Wohnqualität durch bessere Chancen in Beruf, Alltag und Freizeit. Firmen, Vereine, Initiativen können sich um Hilfe bewerben.

Welche konkreten Projekte sollen umgesetzt werden?

Zu den Projekten im Norden zählen neue Radwege in Pieschen, ein Spielplatz im Hechtviertel und die Sanierung des Jugendtreffs „Taubenturm“. Im Westen sollen unter anderem die Umweltbibliothek umgebaut, der Pulvermühlenpark errichtet und der Freiberger Platz attraktiv gestaltet werden.