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Spezialauftrag für die Dresdner Feuerwehr

Aus Hamburg kam die Aufgabe. Die Dresdner Brandschützer hatten dazu einen ganz besonderen Einfall.

So geht Handstand mit einer Stütze. Die Feuerwehrmänner haben aber noch mehr vor.
So geht Handstand mit einer Stütze. Die Feuerwehrmänner haben aber noch mehr vor. © Screenshot Feuerwehr Dresden

Dresden. Steht ein Feuerwehrmann im Handstand und zieht sich dabei ein T-Shirt an. Mit den Händen natürlich und in ein paar Sekunden. Soweit ganz normal? Die Idee kam aus Paris nach Dresden, zwischendurch machten Marseille und Hamburg mit. Demnächst soll Düsseldorf dran sein. Das ist kein neuer Bekleidungsstil bei den Brandschützern. Es ist eine besondere Übung, zu der sich die Feuerwehren gegenseitig im Internet aufrufen. Dresden ging damit am Mittwoch online. 

Nur etwas mehr als zwei Minuten lang ist das Video, das in der Albertstadt-Wache im Dresdner Norden entstanden ist. Zwei Minuten Werbung für die Berufsfeuerwehr. Ungewöhnliche Werbung mit ungewöhnlich viel Zuspruch. Selbst der Chef ist begeistert. "Damit haben wir bei Twitter, Facebook und Instagram bislang über 18.000 Menschen erreicht", berichtet Andreas Rümpel. "Die Kommentare und Zuschriften unserer Follower sind durchweg positiv." Die Brandschützer werten das "als positiven Impuls in dieser angespannten Zeit".

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Solche Übungen, die meistens auch etwas mit den Einsätzen der Feuerwehr zu tun haben, finden immer wieder statt. Es gab zum Beispiel die "LadderCrossingChallenge": Ein Feuerwehrmann musste sich dabei in Einsatzmontur zwischen den Sprossen einer üblichen Leiter hindurchquetschen. Die Dresdner haben das gemeistert. Es genügte ihnen aber nicht eine ganz normale Leiter. In Dresden quetschten sich gleich zwei Feuerwehrleute mehr oder weniger parallel durch die Öffnungen ein- und derselben Stehleiter. 

Für die neue "HandstandTShirtChallenge" sind die Dresdner von der Feuerwehr Hamburg nominiert worden. Michael Klahre, der Sprecher der Berufsfeuerwehr, hat die Internet-Nominierung entdeckt und ist sogleich aktiv geworden. 

Zehn Kollegen haben sich gemeldet, alle haben freiwillig mitgemacht. Gedreht wurde das Video in der Albertstadt-Wache, bis es komplett fertig war, sei nicht mehr als ein Tag vergangen. Feuerwehrchef Andreas Rümpel findet solche Aktivitäten gut. "Humor gehört dazu, Stress zu bewältigen", sagt er. Und die Kollegen seien 24 Stunden in der Wache. Wenn es da Zeit zu so etwas gibt, können sie das machen. "Das war eine witzige Idee und man lernt die Feuerwehr mal von einer ganz anderen Seite kennen." Sonst seien Berichte über die Brandschützer immer mit Gefahr verbunden, jetzt eben mit der T-Shirt-Challenge. "Eigentlich finde ich das richtig gut", sagt Rümpel. Wie sinnvoll solche Ideen immer sind "sei mal dahingestellt." 

Es geht nicht um Feuer, um Löschen, um Brandschutz, um Prävention, um die eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr. Es geht um Tricks, verbunden mit sportlichen Leistungen. Das gilt für die Leiter-Challenge ebenso, wie für den Handstand, bei dem sich die Brandschützer ein T-Shirt anziehen. Wer das nicht glaubt, sollte es selbst versuchen.

 Der Trick dabei: Die Füße lehnen an einem festen Gegenstand, in Dresden ist es ein Feuerwehr-Lkw. Dann lösen die Männer einen Arm vom Boden und streifen sich damit das T-Shirt über den Kopf. Geht es nicht mehr weiter, wechseln sie den Arm, bis das T-Shirt fast angezogen ist. Zum Schluss stehen sie auf und ziehen es glatt, fertig. Das dauert im Dresdner Video gerade mal etwa 20 Sekunden.

Wer das Video ganz ansieht, entdeckt im Hintergrund einen Feuerwehrmann, der das Ganze ohne Fußstütze macht. Zum Schluss fliegt er aus dem Bild davon. Auch ein Trick der Feuerwehrleute und wer kurz darüber nachdenkt, findet schnell die Lösung. Das Seil, an dem er hängt und zum Schluss nach oben gezogen wird, ist bei der Videobearbeitung verschwunden. Das Ganze untermalt eine markige Musik, fertig ist der Clip, der Tausende begeistert. Auch die Kollegen der Akteure.

"Das ist Abwechslung, das hilft, den Kopf frei zu kriegen", erklärt Klahre solche "Einsätze". Ja, es gebe auch kritische Kommentare wie etwa den Hinweis, die Kollegen hätten mit ihren Schuhen das Auto schmutzig gemacht. Aber die positiven Reaktionen überwiegen.

Jetzt ist erst einmal wieder Dienst nach Vorschrift. Eine neue Challenge steht nicht an, die Dresdner warten, was die Düsseldorfer aus ihrer Nominierung machen. Feuerwehrchef Rümpel ist sicher, irgendwann kommt wieder eine neue Idee. "Wir Feuerwehrleute sind eine große Familie", sagt er und da tauchen immer mal wieder solche Freizeitherausforderungen auf. Solche, mit denen die Brandschützer sportlich punkten können und zugleich Sympathien sammeln, wenn sie mal gerade nicht mit ihrer eigentlichen Arbeit dafür sorgen, ihren guten Ruf zu festigen. 

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