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Weißeritzausbau kurz vor dem Abschluss

Seit elf Jahren arbeiten Wasserbauer am besseren Flutschutz von Dresdens gefährlichstem Fluss. Worauf es für sie jetzt besonders ankommt.

Der Ausbau des Weißeritzknicks zwischen den Brücken Kesselsdorfer und Löbtauer Straße nähert sich dem Ende. Hier wurden höhere Uferwände und eine Mittelmauer gebaut.
Der Ausbau des Weißeritzknicks zwischen den Brücken Kesselsdorfer und Löbtauer Straße nähert sich dem Ende. Hier wurden höhere Uferwände und eine Mittelmauer gebaut. © Marion Doering

Dresden. Trotz der Coronakrise treibt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) den Ausbau des Weißeritzknicks zwischen den Brücken Kesselsdorfer und Löbtauer Straße voran. Schließlich sollen diese Arbeiten und damit der gesamte Ausbau der Vereinigten Weißeritz im Dresdner Stadtgebiet bis Mitte dieses Jahres abgeschlossen werden, erklärt LTV-Sprecherin Katrin Schöne. "Dieser Termin ist trotz der neuen Herausforderungen der Corona-Pandemie möglich."

Zu Beginn der Krise hatte die LTV schnell gehandelt. Der beauftragte Sicherheitskoordinator hatte die Wasserbauer zur Beachtung der vorgegebenen Verhaltensregeln unterwiesen. "Die Mitarbeiter der bauausführenden Firma sind seitdem angehalten, einen Mindestabstand von zwei Metern zu gewährleisten", so die Sprecherin. Weiterhin wurden separate Wasch- und Desinfektionsbereiche auf der Baustelle geschaffen. "Glücklicherweise kam es bisher zu keinerlei Lieferengpässen oder Baustillständen, wodurch der avisierte Fertigstellungstermin gehalten werden kann."

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Geländer und Sandsteinplatten zum Schluss

Der einst fast rechtwinklige Weißeritzknick war besonders gefährlich. Denn dort verlässt der Fluss ein altes Bett in Richtung Cotta. Ende des 19. Jahrhunderts war die Weißeritz verlegt worden. Bei der Jahrhundertflut 2002 war der reißende Strom dort über die Ufer getreten und hatte sich seinen Weg in die Dresdner Innenstadt gebahnt.

Die Arbeiten am Weißeritzknick hatten 2017 begonnen. Die 100 Meter lange höhere Uferwand auf der rechten Seite konnte schon im vergangenen Jahr fertiggestellt werden. Dort wurde kürzlich die Lücke in der Uferwand geschlossen, durch die die Baustellenzufahrt zum Fluss verlief. Derzeit verblenden die Arbeiter noch die letzten Flächen mit Sandsteinplatten. Auf den neuen Ufermauern werden feuerverzinkte Geländer als Absturzsicherung für Fußgänger und Radfahrer angebracht.

Weißeritzgrünzug bald wieder durchgängig begehbar

Außerdem werden die Fuß- und Radwege auf der rechten Flussseite wieder hergestellt. Ist das geschafft, gestalten Landschaftsbauer dort die Grünflächen. "Dazu wird Mutterboden auf die vorbereiteten Flächen aufgebracht, Bäume und Sträucher werden in Absprache mit der Landeshauptstadt Dresden gesetzt und letzte Kleinpflasterarbeiten runden die Freiflächengestaltung ab", sagt die Sprecherin. 

Geplant ist zudem, Bänke aufzustellen, auf denen Spaziergänger eine Pause einlegen können. Ist dieser Abschnitt gestaltet, sind auch die Anschlüsse zum Weißeritzgrünzug zwischen der Freiberger Straße und dem Gründerzentrum wiederhergestellt, sodass er nach Jahren wieder durchgängig ist. Abschließend wird die restliche Baustelleneinrichtung an der Freiberger Straße beseitigt.

Flut wie 2002 wäre jetzt kein Problem mehr

Die Weißeritz wurde so ausgebaut, dass sie dort nur noch eine leichte Kurve macht. So können bei Hochwasser die Fluten in diesem zuvor gefährlichen Bereich besser abfließen. Im Weißeritzknick wurde auch eine 90 Meter lange Mittelwand gebaut. Schwillt der Fluss an und fließen mehr als 100 Kubikmeter Wasser je Sekunde, was einem zehnjährlichen Hochwasser entspricht, läuft das Wasser über die Mittelmauer. So kann es sich über eine neu gebaute Flutmulde gut verteilen und besser durch die anschließende Brücke abfließen. Experten der TU Dresden hatten bei einem Modellversuch bereits getestet, dass dies auch bei einer so großen Flut wie 2002 so wäre.

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Die LTV hat die Weißeritz seit 2009 auf einer Länge von knapp fünf Kilometern in Dresden so ausgebaut, dass sie selbst eine 500-jährliche Flut wie 2002 sicher ableiten kann. Damals kamen rund 400 Kubikmeter Wasser je Sekunde die Weißeritz hinabgeschossen. Die Stadt beteiligt sich mit rund zwölf Millionen Euro an den Gesamtkosten für den flutsicheren Ausbau von etwa 36 Millionen Euro.

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