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Mit E-Autos weiter rollen

Die Reichweite der Batterien ist in Sachen E-Mobilität für viele Kritiker das größte Problem. Bis jetzt. Eine Lösung kommt nun aus Dresden.

Von Jana Mundus
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An der TU Dresden arbeiten Forscher daran, die Reichweite von Elektroautos zu erhören.
An der TU Dresden arbeiten Forscher daran, die Reichweite von Elektroautos zu erhören. © dpa

Bremsen, beschleunigen, bremsen. Gerade im Stadtverkehr verbrauchen Elektroautos viel Energie. Das ständige Anfahren, Gasgeben und Abbremsen setzt den Kraftpaketen unter der Motorhaube zu. Das Problem ist aber auch gleichzeitig Ansatz zur Lösung: Wäre zeitig genug klar, welche Situation beim Fahren gleich eintritt, könnte unnötiges Bremsen oder Beschleunigen verhindert werden. Doch wie ist so etwas möglich? Dresdner Forscher fanden eine Antwort.

„Wenn andere Verkehrsteilnehmer, Ampelphasen sowie die Struktur des Geländes vorausschauend erkannt werden, können Geschwindigkeit und die Betriebsweise von Antriebssystemen des Fahrzeugs energieoptimal angepasst werden“, erklärt es Volkmar Müller von der Professur für Elektrische Maschinen und Antriebe der TU Dresden.

Laserscanner fahren mit

Mit diesem Ansatz konnten die Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen der Freien Universität Berlin nun die Reichweite und Lebensdauer der Batterien von Elektrofahrzeugen wesentlich verbessern. Sie nutzen dafür Laserscanner und Kameras, die die Umgebung der Autos im Blick behalten. Auch Kartendaten werden herangezogen, um Vorhersagen zu tätigen. Dank der gesammelten Daten steht frühzeitig fest, wie stark der Elektroantrieb beansprucht wird.

Mit dieser intelligenten Antriebsregelung kann die Verlustenergie der Bordnetzbatterie und des Antriebsmotors um bis zu 30 Prozent verringert werden, sagen die Wissenschaftler. Die Wasserkühlung des Antriebssystems wird zudem vorausschauend angepasst.

Ein weiterer Vorteil: Gleichzeitig lassen sich Masse und Volumen des Energiespeichers reduzieren. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Erhöhung der Reichweite von bis zu zehn Prozent aus. Dabei ist das Fahrverhalten des Fahrers vollkommen egal. Erstmals wurden somit die Funktionen des automatisierten Fahrens für die Vorhersage des Fahrstreckenverlaufs aus Energiesparsicht genutzt.

Neue Logik des Autofahrens

Mit den Berlinern Kollegen arbeiteten die Dresdner dafür in den vergangene drei Jahren im Verbundprojekt „Kombinierte Logik für Energieeffiziente Elektromobilität“ zusammen. Vom Bundesforschungsministerium kamen dafür 1,8 Millionen Euro. Die Ergebnisse des Projekts werden derzeit von den beteiligten Industriepartnern in die Anwendung überführt. Damit können Elektroautos in Zukunft deutlich weiter rollen, als es bisher möglich ist.