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Frau von Elb-Welle ins Wasser gezogen

Beim Lesen am Dresdner Elbufer soll eine junge Frau von der Welle eines Dampfers überrascht worden sein. Ein unglücklicher Einzelfall oder eine Gefahr?

Nahe dieser Stelle am Dresdner Elbufer wurde eine junge Frau von einer Welle ins Wasser gezogen.
Nahe dieser Stelle am Dresdner Elbufer wurde eine junge Frau von einer Welle ins Wasser gezogen. © SZ/Peter Hilbert

Dresden. Die Geschichte klingt unglaublich, doch eine junge Dresdnerin ist nach eigenen Angaben beim Lesen am Elbufer von einer Welle ins Wasser gezogen worden. Dabei habe sich die 32-Jährige eine tiefe Schnittwunde am Fuß zugezogen. Sie läuft momentan an Krücken.

Wie aber konnte es zu diesem Unglück kommen? Vor rund einer Woche, am 8. August, habe sie nachmittags zunächst unter Bäumen in der Nähe des Elberadwegs gesessen und gelesen, erzählt die Frau. Auf Altstädter Seite, nur etwa 100 Meter von der Waldschlößchenbrücke entfernt. 

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"Auf der Fahrt dorthin habe ich eine junge Frau gesehen, die mit den Füßen im Wasser, auf einem Stein sitzend, las." Und genau das wollte sie nun auch mal ausprobieren. "Das Rad habe ich oben auf der Wiese gelassen, ich bin samt Rucksack zu dem kleinen Ufer. Ich habe meine Decke auf einen größeren Stein gelegt und mich darauf gesetzt. Die Füße habe ich ins Wasser gestellt. Es war alles trocken und ließ nicht ansatzweise den Schluss zu, dass da Wasser hinkommt."

Vertieft in ihr Buch, habe sie nicht bemerkt, wie sich auf der Elbe ein Dampfer näherte. "Dann hat sich das Wasser am Ufer zurück gezogen und kurz darauf kam die Welle direkt auf mich zu und riss mich von diesem Stein", erinnert sie sich. "Ich hatte keine Chance, zu reagieren. Es ging alles viel zu schnell."

Sekundenbruchteile später sei sie komplett unter Wasser gewesen und dann etwa zwei Meter am Ufer entlang über die Steine gespült worden. "Als die Welle zurückfloss, hab ich nach meinem Rucksack gegriffen und bin zur Wiese gekrabbelt."

Gesehen habe den Unfall vom Land aus niemand, aber auch danach habe ihr keiner Hilfe angeboten, als sie weinend und mit zwei blutenden Beinen zu ihrem Fahrrad lief. Vom Dampfer aus meint sie, Gelächter gehört zu haben. Die Leute auf dem Schiff seien wohl aber zu weit weg gewesen, um das Ausmaß beurteilen zu können. 

"In der Elbe schwimmen würde ich nie, erst recht nicht bei Schiffsverkehr, aber dass es einen am Ufer weggespült, hätte ich so nicht erwartet", sagt die Frau. "Mir war diese Gefahr nie wirklich bewusst." 

Sollten sich nun besser auch andere Menschen, die gern direkt am Elbufer sitzen, in Acht nehmen? Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Edgar Böttcher, Ortsgruppenleiter des DRK-Wasserwacht, räumt ein, dass die Wellen größerer Schiffe an offenen Uferstellen durchaus höher und damit kräftiger sein könnten, als von vielen erwartet. Dennoch habe er noch nie von einem vergleichbaren Fall gehört, in dem eine solche Welle einen Erwachsenen ins Wasser gezogen hätte. So gewaltig sei die Kraft nun auch wieder nicht.

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"Deswegen von einer allgemeinen Gefahr zu sprechen, halte ich für übertrieben", sagt der 23-Jährige. Im Fall der 32-Jährigen müssten daher viele unglückliche Dinge zusammengekommen sein.

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