merken
PLUS Dynamo

Dynamo: Kauczinski kündigt Verstärkungen an

Jeremejeff wechselt nach Holland, Taferner wohl nach Österreich - warum der Chefcoach trotzdem entspannt bleibt, sagt er beim Trainingsstart.

Dynamo ist wieder am Ball wie hier Chris Löwe (vorn) beim Trainingsauftakt. Trainer Markus Kauczinski (r.) beobachtet die ersten Kurzpassfolgen.
Dynamo ist wieder am Ball wie hier Chris Löwe (vorn) beim Trainingsauftakt. Trainer Markus Kauczinski (r.) beobachtet die ersten Kurzpassfolgen. © Matthias Rietschel

Dresden. Markus Kauczinski hat keine Zeit zu verlieren. Im Schnelldurchlauf will der Trainer von Dynamo Dresden gleich in der ersten Woche nach der Sommerpause seiner Mannschaft einen Spielstil vermitteln. Das kündigt er am Dienstag nach der ersten Übungseinheit an. „Wir sind komplett neu, können auf nichts zurückgreifen. Deshalb fangen wir direkt an, uns einzuspielen, gewisse Muster zu legen“, erklärt der 50-Jährige seinen Plan.

Der soll bereits zum ersten Testspiel am Sonntag gegen die U23-Auswahl von Hertha BSC, die kurz vor dem Saisonstart in der Regionalliga steht, zu erkennen sein. Wenigstens in Ansätzen. Denn es wird etwas Zeit brauchen, ehe sich das Team gefunden hat, meint auch Sebastian Mai. „Ich glaube, dass wir eine schlagkräftige Truppe haben und einiges drin ist. Man muss abwarten, wie schnell wir zusammenfinden und welche Rolle gewisse Spieler einnehmen“, sagt der 26 Jahre alte Dresdner. Er ist in seine Heimatstadt und zu seinem Jugendverein zurückgekehrt.

Anzeige
Willkommen zur FLORIAN 2020
Willkommen zur FLORIAN 2020

Positive Stimmung in der Branche - vom 8. bis 10. Oktober 2020 findet die Messe FLORIAN in Dresden statt.

Neuzugänge unter sich: Tim Knipping, Sebastian Mai und Yannick Stark (v.l.) spielen sich ein.
Neuzugänge unter sich: Tim Knipping, Sebastian Mai und Yannick Stark (v.l.) spielen sich ein. © dpa/Robert Michael

„Ich wohne schon längere Zeit wieder hier. Jetzt auch hier zu spielen, ist einfach geil“, sagt Mai, der von Zuhause mit dem Fahrrad zur AOK-Plus-Walter-Fritzsch-Akademie kommt. „Ich kenne die Stadt, die Leute, die mitwirken, und freue mich enorm, das leben zu können.“ Im Vergleich zu den anderen sieben Neuzugängen hat Mai einen Heimvorteil, aber auch die anderen haben sich trotz anderer Angebote für Dynamo entschieden, berichtet Kauczinski. „Das ist die Überzeugung, die wir brauchen, dass hier etwas entstehen kann.“

Bedarf für vier Positionen

Taferner zieht es in die Heimat, laut Tiroler Tageszeitung steht der 19 Jahre alte Österreicher beim TSV Hartberg auf dem Transfer-Wunschzettel. „Wir wussten, dass bei den Jungs ein Wechselwunsch und eine Unzufriedenheit da sind“, sagt Kauczinski. „Weil es für uns wirtschaftlich passt, haben wir dem entsprochen.“ Die Positionen, auf denen Bedarf besteht, benennt der Chefcoach ebenfalls: „Im Sturm als Ersatz für Alex, im offensiven und zentralen Mittelfeld sowie für hinten links.“ Ein Kandidat soll Paul Will von Drittliga-Meister Bayern München II sein. Der 21-jährige Nachwuchsnationalspieler ist Linksverteidiger und defensiv flexibel einsetzbar.

Es wird also personell noch einige Veränderungen geben, eines aber scheint wie immer: Marco Hartmann fehlt zum Trainingsstart. Er sei krankgeschrieben, werde aber in den nächsten Tagen einsteigen können, hieß es dazu vom Verein. Der 32-Jährige war einer von nur vier Spielern aus dem Kader der Vorsaison, mit denen Dynamo einen neuen Vertrag abgeschlossen hat. Allerdings hat man diesmal angesichts seiner Krankenakte vorgebeugt und einen erfahrenen Profi für eine zentrale Rolle geholt.

Yannick Stark hat zuletzt in Darmstadt gespielt und sich bewusst für den persönlichen Abstieg in die 3. Liga entschieden. Den Anspruch, Führungsspieler zu sein, trägt der 29-Jährige nicht vor sich her. „Das ist noch keiner geworden, der sich hinstellt und sagt, er will es werden.“ Aber er ist sich der Erwartung bewusst. „Wenn man ein gewisses Alter, eine gewisse Erfahrung und ein paar Spiele vorzuweisen hat, kommt das automatisch.“

Die Mannschaft kommt beim Trainingsauftakt schon ein bisschen ins Schwitzen.
Die Mannschaft kommt beim Trainingsauftakt schon ein bisschen ins Schwitzen. © Matthias Rietschel

Das erste Training auf dem Platz habe Spaß gemacht, meint Stark: „Man ist schon ein bisschen ins Schwitzen gekommen.“ Nach ein paar Kurzpassformen endet das Spiel über dreimal sieben Minuten mit einem Elfmeterschießen. Jeweils sechs Schützen treffen, es folgen fünf Fehlversuche – dann pfeift der Trainer ab. Der erste Vergleich untereinander bleibt also ergebnislos, aber das zählt am ersten Tag sowieso wenig. „Es sind zwar noch Spieler da, die vorige Saison dabei waren“, sagt Kauczinski, „aber wenn man nach rechts und links guckt, schaut man in neue Gesichter. Ich denke, dass es ein neuer Spirit, eine neue Motivation sein kann, das Alte hinter sich zu lassen.“ Der erste Schritt sei gemacht, aber noch viel Arbeit zu bewältigen.

Weiterführende Artikel

Ist das Dynamos neues Führungstrio?

Ist das Dynamos neues Führungstrio?

Sebastian Mai, Yannick Stark und Tim Knipping kommen aus Überzeugung, und jeder hat seine Geschichte. Überzeugen wollen sie aber nicht nur mit Worten.

Dynamo: Wahlqvist wechselt in die Heimat

Dynamo: Wahlqvist wechselt in die Heimat

Der Rechtsverteidiger kehrt zu seinem Ausbildungsverein IFK Norrköping nach Schweden zurück. Eine Ablöse gibt es für die Dresdner nicht.

Dynamo: Löwe verletzt sich im Training

Dynamo: Löwe verletzt sich im Training

Justin Löwe bricht die Einheit am Mittwochvormittag nach einem Zweikampf ab: Schulter-Probleme. Der Trainer macht eine klare Ansage.

Fünf Neuigkeiten bei Dynamos Start in die Saison

Fünf Neuigkeiten bei Dynamos Start in die Saison

Nach dem Abstieg in die 3. Liga beginnen die Dresdner heute wieder mit dem Training. Doch diesmal ist einiges anders als zuvor, nicht nur die Spielklasse.

Zumindest die Bedingungen im schmucken Trainingskomplex sind „sensationell“, wie der Chefcoach meint. „Der Platz ist Wahnsinn, hier kann man sich richtig wohlfühlen.“ Kevin Broll grinst dagegen in sich hinein, als auch er die Anlage loben soll. „Rasen bleibt Rasen“, meint der Torwart – und hat doch etwas auszusetzen: „Ein bisschen bewässern könnte man ihn schon. Das kriegen wir auch in den Griff.“ Von Wechselabsichten erzählt er übrigens nichts, sondern spricht von der Chance, „noch mal voll anzugreifen und die ganze Motivation reinzupacken“.

Dynamo Dresden startet die Mission Wiederaufstieg. Was jetzt wichtig ist - kompakt jeden Donnerstagabend im Newsletter SCHWARZ-GELB. Jetzt hier kostenlos anmelden.

Mehr zum Thema Dynamo