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Gastronomen: "Wir brauchen Großveranstaltungen"

Den Dresdner Restaurant-Besitzern und Hoteliers fehlen Feiern und Events. Sie haben Vorschläge, wie diese trotz Corona stattfinden könnten.

Die Hoteliers und Gastronomen Max Rothe, Jens Budde, Bianca Mühl, Ralph Krause und Olaf Kranz (v.l.) warten auf ein Zeichen aus der Politik.
Die Hoteliers und Gastronomen Max Rothe, Jens Budde, Bianca Mühl, Ralph Krause und Olaf Kranz (v.l.) warten auf ein Zeichen aus der Politik. © Sven Ellger

Dresden. Ihre Stimmung ist nicht gut. Fünf Dresdner Gastronomen und Hoteliers haben sich am Dienstag im Restaurant Palastecke getroffen, um ihre dringendsten Probleme zu besprechen. Im Mittelpunkt steht darin die Unsicherheit, wie es weitergeht. "Im Moment sind Touristen in Dresden, die in Hotels und Restaurants auch etwas mehr Geld ausgeben als sonst. Aber wir brauchen die Sommerfeste der Firmen, die Bälle und andere Großveranstaltungen", sagt Olaf Kranz, einer der beiden Geschäftsführer der Palastecke. 

Mit ihm am Tisch sitzen Max Rothe vom Hotel Taschenberg Kempinski, Bianca Mühl vom Hilton Hotel, Jens Budde von Bellan Catering und Ralph Krause, der mit seinem Bruder unter anderem das Restaurant Blumenau und den Biergarten an der Drachenwiese betreibt. 

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Sie alle haben mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Max Rothe beispielsweise hat bis vor Kurzem mit einer Großveranstaltung in seinem Haus gerechnet, sehr kurzfristig wurde sie nun doch abgesagt. Ein Ausfall von mehreren Hunderttausend Euro. Caterer Jens Budde wird zwar von Stammkunden unterstützt, doch von ihnen kann er nicht überleben. "Wir alle benötigen eine Perspektive, wie es mit Veranstaltungen weitergehen kann", sagt Olaf Kranz. Ihm ist bewusst, dass die Landespolitiker anhand der aktuellen Entwicklung der Corona-Fallzahlen entscheiden müssen. "Aber wir wollen gern im Gespräch mit den Entscheidern abklären, was wir an Sicherheitsauflagen anbieten können und unter welchen Umständen und bis zu welcher Personenzahl Feiern und Tagungen sehr sicher durchführbar wären", sagt der Gastronom, der auch noch "Schmidts Restaurant " in Hellerau betreibt. 

"Es ist nicht alles wieder gut"

Kranz könnte sich eine Arbeitsgruppe mit der Landesregierung vorstellen, in der diese Dinge besprochen werden. "Denn der Eindruck täuscht, den man gerade in Dresden bekommen könnte: Es ist nicht alles wieder gut. Wir brauchen dringend ein Zeichen von der Politik." 

Geht es nach Kranz, müssten jetzt Konzepte erarbeitet werden, unter welchen Umständen Veranstaltungen im Herbst, Winter und Frühjahr stattfinden können. "Wir haben dafür Vorschläge", sagt er. Sorge bereitet ihm, was nach den Sommerferien passiert. Dann kommt wieder eine neue Allgemeinverfügung des Landes zu den Corona-Regeln heraus. Die sei für die nachfolgenden sechs Wochen in Stein gemeißelt. "Manche Firmen würden vielleicht doch noch ein Sommerfest feiern, aber unter verschärften Bedingungen sicher nicht."

Kranz macht derzeit gerade mal 40 Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahresmonat. Er musste Personal entlassen und in Kurzarbeit schicken. Dazu kommen zwei Kredite bei der Sächsischen Aufbaubank, die in drei Jahren bezahlt sein müssen. Er fühlt sich wie die anderen am Tisch von der Politik vergessen. 

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Die gemeinsamen Treffen sollen nun alle zwei Wochen stattfinden. Alle wollen ihre Kontakte nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. "Auch vom Citymanagement werden wir sehr unterstützt, das uns Brücken zur Landesregierung baut", sagt Kranz. Und kleine Zeichen weisen jetzt einen positiven Weg. Wie die Kulturinseln, die die Innenstadt beleben. Und die Information für Kranz, dass im September wieder Konzerte im Kulturpalast mit 850 statt bisher 480 Gästen stattfinden sollen. "Hoffentlich kommen die Besucher auch", sagt Kranz, der dort die Pausenversorgung bestreitet. Es wäre eine wichtige Einnahmequelle für ihn. 

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