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Gefährliche Kreuzung am Kiessee Leuben

Vom See führt ein Gehweg ins Wohngebiet, den viele Dresdner nutzen. Warum es dort gefährlich ist, was Anwohner dazu sagen und was die Stadt unternimmt.

Ein Schnappschuss, auf den man nicht lange warten muss: Immer wieder tauchen hinter den Containern am Straßenrand unvermittelt Radfahrer auf.
Ein Schnappschuss, auf den man nicht lange warten muss: Immer wieder tauchen hinter den Containern am Straßenrand unvermittelt Radfahrer auf. © Marion Doering

Dresden. Und wieder rollt ein Fahrradfahrer einfach auf die Straße. Ohne vorher nach links zu schauen. Das wäre ohnehin schwierig, denn gleich mehrere Glas- und Papiercontainer versperren an dieser Kreuzung die Sicht in die Rottwerndorfer Straße. Diese Straße verläuft parallel zur Pirnaer Landstraße, auf der anderen Seite führt der Gehweg direkt zum Kiessee Leuben hinunter. 

Das macht den Weg auch so gefährlich: Im Sommer nutzen sehr viele Badegäste die Verbindung hinüber ins Wohngebiet, auch, weil sie von außerhalb kommen und ihr Auto dort parken. Von der Straßenbahnhaltestelle laufen täglich viele Schüler in Richtung Rottwerndorfer Straße und weiter zu den Schulen in Leuben. 

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Wie gefährlich das werden kann, weiß Anwohnerin Rosi Doering nur zu genau. Denn sie hat selbst einen Unfall mit einem Radfahrer erlebt. "Wir kennen die Stelle seit Jahren und fahren deshalb extra vorsichtig und langsam." Trotzdem passiere es immer wieder, dass Passanten und Radfahrer plötzlich unvermittelt auf der Straße sind. 

Einmal habe sie nicht mehr rechtzeitig bremsen können, der Radfahrer knallte gegen ihr Auto, verletzt habe sich zum Glück niemand. "Aber der Schreck war groß." Und auch die Beule am Auto. Von vielen Nachbarn weiß Rosi Doering, dass sie die Kreuzung ebenso fürchten wie sie selbst.

Stadt vertraut auf bestehende Regeln

Der Straßenverkehrsbehörde sind Problem im Zusammenhang mit dem Containerstandort bislang nicht bekannt, wie die Stadt auf SZ-Anfrage mitteilt. "Alle Verkehrsteilnehmer sind gehalten, die allgemeinen Verkehrsregeln einzuhalten." Insbesondere betreffe das die Vorschriften zur Straßenbahnnutzung, wie es behördlich richtig heißt. Demnach dürfen Radfahrer nur in bestimmten Fällen den Gehweg befahren. An dieser Stelle in Leuben ist das nicht erlaubt. Das heißt, Radfahrer, die dort vom Gehweg einfach auf die Straße rollen, ohne zu schauen, sind ohnehin illegal unterwegs. 

Für die Straßenbehörde leite sich deshalb nicht die Notwendigkeit ab, die bestehenden Regeln zu ändern. Zudem seien innerhalb der Tempo-30-Zone auf der Rottwerndorfer Straße überwiegend ortskundige Autofahrer unterwegs. Rosi Doering bestreitet das, denn gerade in der Badesaison seien viele Badegäste mit dem Auto auf der Rottwernstraße unterwegs, auf der Suche nach einem Parkplatz. 

Der Weg führt von der Haltestelle und vom Kiessee Leuben direkt in das Wohngebiet und wird von sehr vielen Radfahrern und Fußgängern genutzt. Sicher ist er allerdings nicht.
Der Weg führt von der Haltestelle und vom Kiessee Leuben direkt in das Wohngebiet und wird von sehr vielen Radfahrern und Fußgängern genutzt. Sicher ist er allerdings nicht. © Marion Doering

Die Anwohner hatten gehofft, dass die Stadt an dieser Stelle etwas unternimmt, denn es scheint nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Kind vor ein Auto läuft. Denn auch ein noch so vorsichtiges Herantasten in Schrittgeschwindigkeit an die Kreuzung könne einen Unfall nicht verhindern, weiß Rosi Doering aus eigener Erfahrung. Denn auch für den Autofahrer ist die Sicht auf den Gehweg durch die Container versperrt. Nicht selten sind vor allem Radfahrer mit hohem Tempo unterwegs. Dabei gebe es genug alternative Stellplätze für die Müllbehälter, meint Rosi Doering. Ein paar Meter weiter etwa ist eine freie Fläche, wo die Container überhaupt nicht stören würden. 

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Dazu kommt, dass die Container regelmäßig überfüllt sind. Auch beim Treffen mit der SZ vor Ort liegen Pappen daneben, am Altkleidercontainer stapeln sich Säcke, ein alter Puppenwagen wartet auf Abholung. Nicht nur, weil sich dieser Anblick hier am Eingang in das Wohngebiet oft bietet, findet die Anwohnerin, dass die Container an einen anderen Platz sollten. Vielmehr gehe es aber darum, Unfälle zu verhindern. 

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