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Niederlage für gehörlose Mariella

An der Dresdner Gehörlosen-Schule, an der kein Lehrer Gebärdensprache beherrscht, wird wohl kein weiterer Dolmetscher dazukommen. Die Begründung.

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Mariella Fröhling mit ihren Eltern Sandra Fröhling und Sören Seifert. Die Familie ist gehörlos und die Tochter soll in der Schule nur für die Hälfte des Unterrichts einen Gebärdensprachdolmetscher erhalten.
Mariella Fröhling mit ihren Eltern Sandra Fröhling und Sören Seifert. Die Familie ist gehörlos und die Tochter soll in der Schule nur für die Hälfte des Unterrichts einen Gebärdensprachdolmetscher erhalten. © Marion Doering

Niederlage für die kleine Mariella: Die gehörlose Schülerin an der Dresdner Johann-Friedrich-Jencke-Schule bekommt vom Sozialamt kein Geld für einen Gebärdensprachdolmetscher im Unterricht.

Durch Eilanträge für weitere Schüler der Schule sei bereits erreicht worden, dass Dolmetscher vor der Klasse stünden, hätten die Richter ihre Entscheidung begründet, so Mariellas Familie gegenüber der SZ. Darüber hinaus würde es keinen weiteren Bedarf an Dolmetschern geben.

Mariellas Familie kritisiert die Entscheidung. Zwar sei in den anderen Verfahren erreicht worden, dass Dolmetscher bezahlt werden. Allerdings gelte das nur für zwölf Unterrichtsstunden in der Woche. Tatsächlich lerne Mariella aber mehr als 20 Stunden an der Schule. Die Richter hätten auf zwei pädagogische Unterrichtshilfen verwiesen, die an der Jencke-Schule beschäftigt seien und ebenfalls über eine ausreichend hohe Gebärdensprachkompetenz verfügten.

Laut Gericht wären in bestimmten Fächern keine Dolmetscher nötig, etwa im Sportunterricht, wo Übungen vorgeturnt werden könnten.

Der Anwalt der Familie hat inzwischen Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt, sodass sich nun das Landessozialgericht mit dem Fall befassen muss. (SZ/sr)

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