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Gespräche über Siedler-Zukunft

Im Marienbad Dresden-Weißig steht ein Generationswechsel an. Der wird durch stark gestiegene Pachten gefährdet. Wie die Ortschaft nun vermitteln will.

Seit Monaten sind die Siedler im Marienbad Weißig aufgeschreckt von einer Pachterhöhung der Bäder GmbH, die seit Januar gilt.
Seit Monaten sind die Siedler im Marienbad Weißig aufgeschreckt von einer Pachterhöhung der Bäder GmbH, die seit Januar gilt. © Marion Doering

Dresden. An warmen Sommertagen sind die kleinen Hütten rund um die Liegewiese im Weißiger Marienbad stets voll. Die Siedler genießen hier die Natur ringsum und die Ruhe. Badegäste sind keine da, die Badestelle ist geschlossen. Doch seit Monaten sind die Siedler aufgeschreckt von einer Pachterhöhung der Bäder GmbH, die seit Januar gilt. Im konkreten Fall wollte eine Pächterin ihren Bungalow an eine Familie weitergeben. Diese sollte statt bisher 350 Euro nun 1312,50 Euro im Jahr zahlen. Zu viel für die Familie, der Wechsel platzte. Die SZ berichtete.

Inzwischen hat sich die Ortschaft Schönfeld-Weißig eingeschaltet. Laut Eingemeindungsvertrag hat sie bei allen Veränderungen im Marienbad ein Mitspracherecht. Ein erstes Gespräch zwischen Ortsvorsteherin Daniela Walter (CDU) und dem Chef der Bäder GmbH, Matthias Waurick, hat bereits stattgefunden. "Wichtig war für uns zu wissen, dass die Bäder GmbH die Siedlerstruktur auf jeden Fall erhalten will", sagt Walter.

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Doch natürlich gehe es vor allem um eine angemessene Pachterhöhung. "Ich verstehe auch die Bäder GmbH, dass sie wirtschaftlich arbeiten muss. Deshalb benötige ich noch weitere Informationen über die anfallenden Kosten", sagt die Ortsvorsteherin. Betroffen von der Erhöhung sind nur neue Pächter, alte Verträge bleiben davon unberührt. 

Klar sei aber, dass die zum Teil sehr niedrigen Pachten aus den 1990er-Jahren nicht mehr Grundlage für neue sein können, sagt Walter. Doch aus ihrer Sicht müsse die Bäder GmbH ihre Informationspolitik grundlegend ändern. So hätten die Siedler von der Pachterhöhung nur durch den geplatzten Wechsel erfahren. "Das muss doch kommuniziert werden", sagt Walter. In einem zweiten Gespräch mit dem Bäderchef soll es dann konkreter werden, wie man die Pachten angemessen gestalten könne.    

Bei der Bäder GmbH ist man sich offenbar sicher, nichts an den neuen Pachten ändern zu müssen. Man habe der Ortschaft Weißig ausführlich erläutert, womit die angepasste Preisgestaltung für die neu vertraglich zu regelnden Pachtobjekte zusammenhänge, sagt Pressesprecher Lars Kühl.  "Wir orientieren uns da, wie bereits mehrfach erwähnt, an der Ortsüblichkeit und stoßen damit überwiegend auf Verständnis." Wichtig ist ihm aber zu erwähnen, dass die Neuregelungen nichts mit bestehenden Pachtverhältnissen zu tun haben, für deren Verträge Bestandsschutz gilt.

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Die Weißiger Marienbäder, damals gab es mehrere Teiche, wurden bereits 1906 gegründet. Die ersten Hütten stammen aus den 1920er-Jahren. Auch heute noch ist darin wenig Komfort vorhanden. Wasser und Toiletten gibt es nicht. Stattdessen nutzen die Siedler die öffentlichen Toiletten, die auch für die Badegäste da sind. Die Grundstücke sind zwischen 100 und 200 Quadratmeter groß, die Bungalows zwischen 15 und 35 Quadratmeter.

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