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Hund offenbar in Dresden vergiftet

Das Tier hatte etwas in Leuben gefressen, danach starb die Bulldogge. Waren es wieder Giftköder?

Eine Bulldogge starb am Donnerstag in Dresden - möglicherweise an den Folgen einer Vergiftung.
Eine Bulldogge starb am Donnerstag in Dresden - möglicherweise an den Folgen einer Vergiftung. ©  Symbolbild: dpa

Am Donnerstag ist ein Hund in Dresden offenbar an den Folgen einer Vergiftung gestorben. Seine Besitzerin ist mit ihrer Bulldogge an der Elbe in Leuben spazieren gewesen, dort habe er etwas gefressen und sei kurz danach verstorben, so seine Besitzerin, die andere Hundebesitzer warnen möchte, aber anonym bleiben will. Den Fall bestätigt auch Armin Konrad von der Hundepension, in der der Hund öfter mal untergebracht war.  

Am Sonntag habe ihr Tier Hühnchenfleisch gefressen, das an der Elbe ausgelegt wurde. Sie sei sofort mit ihm zum Tierarzt gegangen, doch ihr Hund habe immer wieder erbrechen müssen und Durchfall gehabt. Der Arzt habe letztlich nichts mehr für ihn tun können.

Unklar ist bislang , ob es sich um einen Giftköder handelte. Die Besitzerin vermutet, dass das Fleisch mit Rattengift versetzt war. Das vermute auch der Tierarzt, sagt sie. Eine andere Ursache als das Fleisch schließt sie aus. Der Polizei war dazu am Freitagmorgen noch nichts bekannt.

Schon im November habe ihr Hund Hühnchenfleisch gefressen, das ausgelegt war, erzählt die Tierbesitzerin. Damals habe sie es ihm rechtzeitig aus dem Maul ziehen können. 

In den letzten Jahren gab es bereits mehrere Fälle von Giftködern in der Stadt. Letztes Jahr gab es den Verdacht auf Giftköder, letztlich stellten diese sich aber als Reste von Raketen heraus. 2017 wurden mit Nägeln und Rasierklingen gespickte Wurststücke gefunden. „Für Giftköderanschläge gibt es keine Meldepflicht beim Veterinäramt“, betonte Stadtsprecher Karl Schuricht.

Wie gefährlich und zum Teil tödlich diese Köder für die Vierbeiner sein können, erklärt die Dresdner Tierärztin Tanja Schewe. „Das Rattengift kann zu Gerinnungsstörungen führen, die Tiere können im Maul und an der Haut bluten“, so Schewe. Die Besitzer sollten auf Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder stecknadelgroße Einblutungen in der Haut achten. Dann heißt es ab zum Tierarzt. 

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„Auch wenn die Tiere müde oder appetitlos sind, kann das ein Warnzeichen sein“, sagt Schewe. Es sei zum Teil schwierig einzuschätzen, ob eine Vergiftung oder ein Magen-Darm-Infekt vorliege, da sich die Symptome nach einer Rattengift-Vergiftung manchmal erst nach sieben Tagen zeigen.

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