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Gönnsdorfer Park hat den Brunnen zurück

Schwere Technik war am Mittwoch nötig, um die neue Sandsteinschale am Dresdner Brunnen aufzusetzen. Sieben Wochen hat ein Steinmetzmeister an ihr gearbeitet.

Die untere Brunnenschale ist von Jens Schrot (links) neu gefertigt worden. Hier setzt er die kleine, obere Schale mit seinem Kollegen Silvio Bick auf.
Die untere Brunnenschale ist von Jens Schrot (links) neu gefertigt worden. Hier setzt er die kleine, obere Schale mit seinem Kollegen Silvio Bick auf. © Marion Doering

Dresden. 1,8 Tonnen müssen erst mal bewegt werden. So viel wiegt die neu gefertigte Schale aus Reinhardtsdorfer Sandstein, die Jens Schrot gemacht hat. Das relativ verschlissene Original aus dem Gönnsdorfer Park diente dem Steinmetzmeister von der Firma Fuchs & Girke  als Vorlage. Sieben Wochen hat er die neue Brunnenschale aus einem 3,5 Tonnen schweren Block herausgearbeitet. 

Mit einem Schwerlastkran wird sie an diesem Mittwochmorgen vom Lkw auf den ebenfalls neuen Sockel gehoben. Dafür ist Fingerspitzengefühl beim Kranfahrer nötig. Jens Schrot und sein Kollege Silvio Bick justieren die an den Seilen hängende Schale noch etwas aus, dann das Signal, dass die Seile abgelassen werden können.

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"Es ist schön zu sehen, wie gut sie auf dem Brunnen wirkt", sagt Schrot und begutachtet seine Arbeit am endgültigen Standort. Im November hatte er mit der Arbeit an der Schale begonnen. Denn eigentlich sollte die Erneuerung des Brunnens im Gönnsdorfer Park schon eher beendet sein. Doch die frostigen Nächte im April ließen das nicht zu. 

Da schwebt sie ein, die neue Schale. Mit einem Schwerlastkran wurde sie eingehoben und von Jens Schrot (re.) und Silvio Bick passend aufgesetzt.
Da schwebt sie ein, die neue Schale. Mit einem Schwerlastkran wurde sie eingehoben und von Jens Schrot (re.) und Silvio Bick passend aufgesetzt. © Marion Doering

Der Brunnen war undicht. Das über zwei Brunnen herangeführte Wasser lief schneller wieder weg, als es zu sehen war, sagt Margot Schwab, die im Amt für Stadtgrün für Dresdens Brunnen zuständig ist. Jetzt sind der Untergrund und die Seitenwände abgedichtet. "Wir haben uns im Vorfeld mit dem Amt für Denkmalpflege über jeden Schritt abgestimmt", sagt sie. 

Das Amt hat auch entschieden, die große Schale neu zu arbeiten. Das Original steht jetzt vor der Zionskirche in der Südvorstadt, dem Lapidarium der Stadt. Eine Umwälzpumpe kombiniert mit einer UV-Anlage soll auch ohne Chemie für gute Wasserqualität sorgen. Die Technik ist in einem großen Betonelement im Boden eingebaut.     

"Früher lief das Wasser wohl nur zu bestimmten Anlässen", vemutet Schwab. Deshalb habe man beim Untergrund nicht so auf Dichtheit geachtet. Doch immerhin ist der Brunnen bereits rund 300 Jahre alt. Genaue Informationen, auch zu seinem Schöpfer,  gibt es kaum. "Aber August der Starke soll wohl auch mal den Gönnsdorfer Park mit seinem Brunnen besucht haben", sagt Steinmetzmeister Schrot.    

In den Jahren 2003/04 wurde der Brunnen schon einmal mit Geld aus der Heinz-Murmann-Stiftung saniert. "Doch damals war nicht geplant, dass er wieder sprudeln, sondern ohne Wasser als Schmuck wirken soll. Das fand ich schade", sagt die Brunnenexpertin. Also hat sie die zwei Brunnen im Park und auf einer benachbarten Wiese bohren lassen. Doch wie schon gesagt, dass Wasser war durch die Undichte schnell wieder weg. Hinzu kam, dass durch die heißen Sommer kaum noch Grundwasser da war. Rund 270.000 Euro hat die Neugestaltung des Brunnens gekostet, bei der auch kaputte Sandsteinelemente der Fassung erneuert und ausgebessert wurden. Sämtliche Zu- und Ableitungen sind ebenfalls neu.

Noch diesen Sommer soll der Brunnen wieder sprudeln Doch wann das sein wird, ist noch nicht genau klar, sagt Schwab. Noch müssen mit der Denkmalpflege Details geklärt werden, zum Beispiel welche Farne und Beschaffenheit die Fugen im Brunnen haben werden. Und eigentlich möchte Margot Schwab die Wiederinbetriebnahme gern mit einer kleinen Feierlichkeit verbinden. "Aber wir wissen noch nicht, ob das aufgrund der Hygieneauflagen klappt", sagt sie.  

Margot Schwab vom Amt für Stadtgrün ist für Dresdens Brunnen zuständig. Aus dem Fisch neben ihr wird in Gönnsdorf bald wieder Wasser sprudeln.
Margot Schwab vom Amt für Stadtgrün ist für Dresdens Brunnen zuständig. Aus dem Fisch neben ihr wird in Gönnsdorf bald wieder Wasser sprudeln. © Marion Doering

Auch Europabrunnen bald wieder dicht

Auch an einem anderen bekannten Dresdner Brunnen wird derzeit gearbeitet. Dichteprobleme haben dem Blasewitzer Europabrunnen am Königsheimplatz zugesetzt. Die Stufen sind durch den Lauf der Zeit verschoben und müssen gerichtet werden. "Der Zahn der Zeit hat ganz schön an ihm genagt, obwohl wir ihn 1993 schon einmal saniert haben", sagt Schwab.

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Rund 1000.000 Euro sind nötig, um die Anlage abzudichten, die Umrandung zu erneuern und zu entsalzen. Wegen der Corona-Pandemie haben die Arbeiten verspätet begonnen, aber spätestens im August soll auch im Europabrunnen wieder Wasser laufen und auch drin bleiben.  

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