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Grüne suchen Dresdens neuen Baubürgermeister

Raoul Schmidt-Lamontain zieht es nach Heidelberg. Wie eine Findungskommission den geeigneten Kandidaten sucht. Interessenten gibt es bereits.

Raoul Schmidt-Lamontain verlässt Dresden in Richtung Heidelberg. Für ihn suchen die Grünen nun einen geeigneten Nachfolger.
Raoul Schmidt-Lamontain verlässt Dresden in Richtung Heidelberg. Für ihn suchen die Grünen nun einen geeigneten Nachfolger. © Sven Ellger

Dresden. Seit heute steht sie auf der Internetseite der Grünen-Stadtratsfraktion: die Stellenausschreibung für den künftigen Baubürgermeister. Ungewöhnlich ist dies allemal, da der jetzige Bürgermeister noch im Amt ist. Doch die Wahl von Raoul Schmidt-Lamontain zum Klimabürgermeister in Heidelberg am 24. Juli gilt als sicher.

"Wir wollten keine große Vakanz entstehen lassen und suchen deshalb jetzt schon ganz offensiv nach geeigneten Kandidaten", sagt Christiane Filius-Jehne, eine der beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Stadtrat. Ihre Partei hat das Vorschlagsrecht für den Baubürgermeister.

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Was sind die Auswahlkriterien?

Schon jetzt gebe es mehrere Interessenten für den Posten. Für die Auswahl haben die  Grünen klare Kriterien festgelegt. Er oder sie muss nicht nur eine passende berufliche Qualifizierung und möglichst Verwaltungserfahrung mitbringen, sondern auch politische Erfahrungen und persönliche Eigenschaften, die es ermöglichen, "große Mehrheiten der Stadtgesellschaften mitzunehmen", wie Dresdens Grünen-Parteivorsitzender Klemens Schneider sagt.  

Angesichts der komplizierten Situation, Mehrheiten in Dresdens Stadtrat zu bilden, soll die Person durch ihre Arbeit überzeugen und integrative Eigenschaften mitbringen, sagt Christiane Filius-Jehne. Nicht zuletzt sei der Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Bau, zu dem auch die Verkehrsentwicklung zählt, ein riesiger Komplex, der große Herausforderungen birgt, und deshalb durchaus auch eine Löwengrube sein kann, sagt die Fraktionsvorsitzende weiter.

Wer entscheidet über einen geeigneten Kandidaten?

Um dafür den Richtigen oder die Richtige zu finden, haben die Grünen wie schon vor fünf Jahren eine Findungskomission gebildet. Als Mitglieder sind einstimmig die beiden Fraktions- und Parteivorsitzenden Christiane Filius-Jehne, Tina Siebeneicher, Susanne Krause und Klemens Schneider  gewählt  worden sowie die grüne Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen, die die Verwaltungssicht einbringen soll.  

"Für uns ist es wichtig, auch die Partei zu beteiligen. Wir wollen einen Kandidaten finden, der große Mehrheiten hinter sich vereint. Deshalb wird sich die von der Kommission favorisierte Person am Ende auch der Mitgliederversammlung stellen", so Schneider. 

Wie ist der Zeitplan?

Der Zeitplan ist eng gestrickt. Bewerbungen sind bis zum 10. Juni möglich. Bis Anfang Juli will man sich auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin einigen und ihn oder sie danach der Partei vorstellen. 

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause im Juli stimmt der Stadtrat darüber ab, die Stelle des Baubürgermeisters offiziell auszuschreiben. Dann haben die Grünen ihren Bewerber bereits gefunden. Am 15. Oktober wäre der planmäßige Amtsbeginn. 

Muss es zwingend ein Grünen-Mitglied sein?

Parteivorsitzende Susanne Krause setzte Gerüchten ein Ende, dass sie für das Amt kandidieren will. Als Diplomingenieurin für Architektur hätte sie eine berufliche Qualifikation dafür. "Schon meine Teilnehme in der Findungskommission schließt eine Kandidatur aus", sagt sie. 

Gesucht wird nach ihren Worten bundesweit nach geeigneten Bewerbern. So war man vor fünf Jahren auch auf Raoul Schmidt-Lamontain gestoßen. "Es ist sehr schade, dass die Stadt Dresden nicht so attraktiv für die Familie war", sagt Filius-Jehne. Denn Schmidt-Lamontain habe genau die integrative Art gehabt, sei auf die Dresdner zugegangen und habe vor allem die Bürgerbeteiligung auf ein deutschlandweit einzigartiges Niveau gehoben.

Interessant ist, dass der oder die Neue nicht unbedingt ein grünes Parteibuch besitzen muss. Da sei man offen. "Aber die politischen Ziele und die ökologische Orientierung müssen mit unseren übereinstimmen", sagt die Fraktionsvorsitzende. 

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Eine der Hauptaufgaben des neuen Baubürgermeisters werde die langfristige Unterbringung der Verwaltung sein, heißt es in der Ausschreibung. Natürlich neben der Förderung klimaverträglicher und anspruchsvoller Baukultur, der Sicherstellung  vielfältigen Wohnungsangebotes sowie der Mobilität für alle Dresdner. 

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