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Polizei stellt Einbruch ins Grüne Gewölbe nach

Im Fall des spektakulären Juwelendiebstahls in Dresden setzen die Fahnder auf Hunderte Hinweise, einen zweiten „Einbruch“ und Expertenwissen.

So könnten sich die beiden Einbrecher Zugang zum Grünen Gewölbe verschafft haben.
So könnten sich die beiden Einbrecher Zugang zum Grünen Gewölbe verschafft haben. © Zeichnung P.M. Hoffmann

Dresden. Die Ermittlungen im Fall des filmreifen Einbruchs in das Dresdner Grüne Gewölbe laufen weiter auf Hochtouren. 

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Montagmorgen den exakten Ablauf der Tat vom 25. November noch einmal durchgespielt. Bei dem nachgestellten Einbruch überwanden Fahnder zur gleichen Uhrzeit wie am Tattag die äußere Sicherung des Geländes, um bis an das Fenster des Grünen Gewölbes zu gelangen. Gleichzeitig wurden auch die Vorgänge in der Sicherheitszentrale und die technischen Abläufe innerhalb des Museums nachgestellt.

Zudem hat sich die auf den Fall angesetzte Sonderkommission nun auch externe Unterstützung gesucht. Die Fahnder erhoffen sich durch Experten der Hochschule Mittweida neue Ermittlungsansätze. Die Spezialisten dort sollen sich vor allem um die Analyse des umfangreichen Videomaterials kümmern und die Qualität der Bilder durch technische Lösungen verbessern.

Auch aus der Bevölkerung erhalten die Ermittler Hilfe: Mittlerweile sind bei Polizei und Staatsanwaltschaft mehr als 500 Hinweise eingegangen, etwa ein Drittel davon über das eigens für diesen Fall geschaltete Internetportal. Auch der Fahndungsaufruf in der MDR-Sendung „Kripo Live“ brachte den Fahndern weitere Spuren, denen sie nun nachgehen.

Ob unter den vielen Hinweisen auch die „heiße Spur“ ist, blieb bislang offen. Der leitende Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp und Polizeipräsident Jörg Kubiessa kündigten an, dass die Ermittlungen mittlerweile in einem Stadium seien, in dem die Veröffentlichung einzelner Ermittlungsmaßnahmen den polizeilichen Erfolg gefährden könnten. Obwohl bislang kein dringender Tatverdacht gegen eine konkrete Person bestünde, könne es jederzeit zu unangekündigten Exekutivmaßnahmen wie Durchsuchungen und Vernehmungen kommen, so die Fahnder. 

Verbliebene Juwelen werden restauriert

Unterdessen gibt es für die von den Juwelendieben mit einem Pulver besprühten Schmuckstücke Hoffnung. "Nach der gegenwärtigen Einschätzung werden die verbliebenen Werke rückstandslos gereinigt werden können", sagte ein Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen der Nachrichtenagentur dpa. Mit diesen Arbeiten seien die Restauratoren derzeit befasst.

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Die Einbrecher hatten am Morgen des 25. Novembers aus einer Vitrine gut zwei Dutzend der insgesamt rund 100 Teile umfassenden Juwelengarnituren mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Die Stücke, die sie in der Kürze der Tatzeit nicht zu fassen bekamen, besprühten sie offenkundig mit Feuerlöschpulver, um Spuren zu verwischen. (mit dpa) 

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