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Wie der HC Elbflorenz nach Corona neu startet

Die Vorbereitung der Dresdner Handballer auf die nächste Saison läuft, die ersten Testspiele stehen fest. Dabei geht der Trainer ungewöhnliche Wege.

Ganz klein anfangen: Auch mit dem Lauf-Abc und verschiedenen Übungen zur Koordination der Beine beschäftigen sich die Handball-Profis derzeit im Training.
Ganz klein anfangen: Auch mit dem Lauf-Abc und verschiedenen Übungen zur Koordination der Beine beschäftigen sich die Handball-Profis derzeit im Training. © Matthias Rietschel

Von Alexander Hiller und Stefanie Naumann

Dresden. Es ist eine völlig ungewohnte Situation: Seit Mitte März haben die Handballer des HC Elbflorenz kein Spiel mehr bestritten, erst im Oktober soll die neue Saison beginnen. Trotzdem wollen die Dresdner in der Vorbereitung keine Zeit verlieren. Bereits seit dem 14. Juli schwitzen die Männer von Cheftrainer Rico Göde wieder. Nur sechs Klubs haben noch eher oder zum selben Termin mit dem Mannschaftstraining nach der Corona-Pause begonnen.

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Die lange Zeit ohne Wettkämpfe und gemeinsame Übungseinheiten hat Substanz gekostet. Deshalb steigert Göde diesmal nur sehr langsam die Belastung, begann mit zwei Einheiten in der ersten Woche, jetzt sind es drei. Anfang August soll dann jeden Abend einmal trainiert werden. Am Montag soll ein Ausdauer-Test in der Ballsportarena darüber Aufschluss geben, wer die Empfehlungen von Göde und seinem Co-Trainer Kay Blasczyk während der Zwangspause gewissenhaft umgesetzt hat und bei wem noch Nachholbedarf besteht.

Begonnen hat der Chefcoach damit, die Grundlagen aufzubauen, „damit alle wieder wissen, was Leistungssport ist“. Doch die Spieler seien besser drauf als erwartet. „Ich war ganz positiv überrascht über das Ballgefühl der Jungs. Bei den Pässen ging wenig daneben.“ Doch das Spielerische steht zunächst nicht im Vordergrund, sondern viele lange Läufe auf dem Programm, dazu Koordinationstraining sowie Lauf-Abc auf den Tartanbahnen im Sportpark Ostra.

Krafttraining mit Abstand: Nils Kretschmer, Julius Dierberg und Sebastian Greß (v.l.) absolvieren im Kraftkreis unterschiedliche Übungen. Desinfiziert werden müssen die Geräte nach jeder Übung übrigens nicht mehr. 
Krafttraining mit Abstand: Nils Kretschmer, Julius Dierberg und Sebastian Greß (v.l.) absolvieren im Kraftkreis unterschiedliche Übungen. Desinfiziert werden müssen die Geräte nach jeder Übung übrigens nicht mehr.  © Matthias Rietschel
Auch der Ball spielt derzeit schon wieder eine Rolle: Neuzugang Ivar Stavast (hinten) versucht sich im simulierten Zweikampf an Henning Quade. 
Auch der Ball spielt derzeit schon wieder eine Rolle: Neuzugang Ivar Stavast (hinten) versucht sich im simulierten Zweikampf an Henning Quade.  © Matthias Rietschel

Und auch Yoga. Um die Muskeln geschmeidig zu bekommen, erklärt Göde. „Wir können nach der langen Pause nicht so anfangen, wie wir mit der Vorbereitung im Vorjahr gestartet sind. Das sieht jetzt teilweise aus wie B- oder A-Jugendtraining. Es geht um Bewegungsabläufe und so etwas“, beschreibt der 38-Jährige sein Anliegen. Die Zeit will und muss sich Göde nun nehmen, um gewisse Dinge wieder zu automatisieren. Das, gibt er freimütig zu, gefällt sicher nicht jedem Spieler, aber: „Wenn wir alle im Dezember fit und unverletzt sein wollen, ist das nötig.“ Die Trainer haben sich bewusst für diesen frühen Einstieg in die Vorbereitung entschieden, um verletzungsbedingten Ausfällen vorzubeugen und möglichst schnell das gewohnte Niveau zu erreichen.

Waren die Auflagen Mitte März noch immens, dürfen die Handballer inzwischen quasi wieder ohne Einschränkungen trainieren. Die Vorbereitung gestaltet sich dennoch schwierig. Momentan laufen Gespräche mit der Handball-Bundesliga (HBL), wie, ob und in welchem Rhythmus Corona-Tests für die 1. und 2. Bundesliga ablaufen könnten. Vorreiter ist der TV Emsdetten, der bereits alle Spieler testete, wie Trainer Aaron Ziercke auf Nachfrage der SZ bestätigte. Darauf wird es nun auch bei den Spielern des HC Elbflorenz hinauslaufen.

Konkrete Aussagen gibt es noch nicht, doch Manager Karsten Wöhler bestätigt: „Es wird wohl so kommen wie im Fußball, verpflichtend ist das bisher aber nicht.“ Fakt ist: Gespielt werden darf nur, wenn getestet wurde. Ein immenser finanzieller Aufwand für die Vereine.

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Die ersten Testspiele in der Ballsportarena in Dresden hat der HC Elbflorenz inzwischen bereits klar gemacht, auch wenn die Partien gegen den Erstliga-Aufsteiger HSC Coburg (17.9.), den Ligarivalen ThSV Eisenach (11.9.) und Erstligist Ludwigshafen (9. oder 10.9.) aller Wahrscheinlichkeit nach reine Trainingsspiele ohne Zuschauer sind. Göde wünscht sich, wenigstens das Spiel gegen Coburg als offiziellen Test zu gestalten, zu dem dann auch Fans zugelassen werden. „Das wäre für uns auch als Vereine eine wichtige Probemöglichkeit, auf was wir alles achten müssen“, sagte Göde. An einem Testspiel-Termin gegen den Bundesligisten Füchse Berlin arbeitet der Verein derzeit noch.

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