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Illegale Partys in Dresdner Heide

Die Polizei meldet mehrere Fälle. Warum die Events Schaden bei den Tieren hinterlassen können und welche Geldbußen den Veranstaltern drohen.

In der Dresdner Heide feierten Unbekannte im Mai und Juni illegale Partys.
In der Dresdner Heide feierten Unbekannte im Mai und Juni illegale Partys. ©  Christian Juppe (Archivbild)

Dresden. Seit März sind die Dresdner Clubs zu. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es etwa in der Saloppe nur Biergartenbetrieb mit Musik, das Downtown in der Neustadt lud jeweils an zwei Wochenende zum Tanzen mit viel Abstand ein. Um gemeinsam mit Freunden zu feiern und zu tanzen, wichen einige Dresdner offenbar in die Heide aus und feierten dort illegale, also nicht angemeldete Partys.  

In diesem Jahr wurden laut Polizei im Mai und Juni jeweils eine entsprechende Party festgestellt. "Beide an einem Wochenende im Bereich der Sandgrube Kannenhenkel im Preißnitzgrund", so Polizeisprecher Marko Laske. Als typische Orte, wo hin und wieder Partys stattfinden, nennt die Polizei außerdem ein Feld im Bereich der Schelsstraße in Weixdorf und das Waldgebiet Kammerholz am Marsdorfer Weg in Klotzsche.

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Teils gab es Mitteilungen von Bürgern, teils wurde die Geräuschkulisse von Beamten während ihrer Streife wahrgenommen. Bis zu 120 Personen wurden bei den einzelnen Partys festgestellt.

Oft werden die Partys über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter organisiert. Verbreitet werden die Orte meist als GPS-Daten. In die teilweise geschlossenen Gruppen wird man nur auf Anfrage aufgenommen.  

Doch auch wenn die Partygänger nichts Böses im Sinn haben, können sie Schaden im Wald und bei den Tieren anrichten. Die im Wald heimischen Vögel können sich bei dem Lärm, den die Partys verursachen, erschrecken und verlassen dabei sogar beim Brüten ihre Nester oder füttern ihre Küken nicht mehr. Außerdem verschrecken die Bässe Rehe und Wildschweine, beobachten die Dresdner Förster.

Oft bleibt auch Müll liegen. Flaschen, Lebensmittelverpackungen, Dosen und Zigarettenkippen: Das registriert auch der Sachsenforst immer wieder in der Heide. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, wie schwer Wildtiere durch Müll geschädigt werden können. Dazu gehören Insekten und Kleintiere, welche in Verpackungen stecken bleiben, Vögel, die Plastikmüll verschlucken, oder Tiere, die sich in Kabeln oder Drähten verheddern. 

Eichhörnchen und Igel suchen nach Futter und durchwühlen auch gerne mal den Müll auf der Suche nach was Leckerem. "Hier können sich die Tiere lebensbedrohlich oder tödlich zum Beispiel in To-Go-Bechern oder anderen schmalen Behältern mit ihren Köpfen verfangen", so  Robert Michalk, Jugendbildungsreferent der Naturschutzjugend Dresden. Es gebe Fotos von Vögeln, die sich Plastikringe um Hals und Schnabel eingehakt haben und deformiert sind. 

Bis zu 15.000 Euro Geldbuße

"Ein richtiger Giftccoktail sind allerdings Zigarettenstummel, die es auch an der Elbe massenhaft gibt", sagt Michalk. So könne eine einzige Kippe zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen oder das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen. In Stummeln befinden sich unter anderem Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Filter und der Tabakrest sind beide giftig. Es dauert viele Jahre, bis die Filter zerfallen, da sie aus dem Kunststoff Celluloseacetat bestehen, wie einige nicht wissen und für unbedenklich halten.

Eine illegale Party in der Heide ist laut Ordnungsamt ein Verstoß gegen die Verordnung zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes Dresdner Heide in Verbindung mit dem Sächsischen Naturschutzgesetz. Die Höhe der Geldbuße sei vom Einzelfall abhängig. Es können bis zu 15.000 Euro sein.

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Richtig teuer werden kann es auch für die Menschen, die ihren Müll hinterlassen. Denn dieser muss dann von den  Waldarbeitern gesammelt und von der Stadt auf Abruf abgeholt werden. Kann der Sünder identifiziert werden, droht ein Bußgeld. Die Höhe richtet sich nach dem Einzelfall, so das Ordnungsamt. So werden bei kleineren Abfällen wie Kippen, Plastiktellern oder Flaschen bis zu 40 Euro fällig. Der Gesetzgeber lässt aber je nach Ausmaß auch ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro zu.

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